EMPFEHLUNG: Circus Lollipop

Ende Februar 2018 war ich einkaufen, und auf dem Rückweg kam ich an einer Schule vorbei. Auf dem Schulhof stand ein Zirkuszelt, was mich sehr wunderte. Das in den Schulferien ein Zirkus den Schulhof nutzt, das hätte ich noch verstanden, aber außerhalb der Schulferien war ich darüber verwundert, weil natürlich die Kinder den Schulhof auch brauchen.

Ich war auch verwundert, weil ich bislang überhaupt keine Werbung für einen Zirkus in unserem Stadtteil gesehen hatte. Aus diesem Grund, entschloss ich mich, mir die Sache mal etwas näher anzusehen. Es war nicht ganz einfach mit dem Rollstuhl auf den Schulhof zu gelangen, von der Hauptstraße aus war es nicht möglich, aber in einer Nebenstraße gab es einen Zugang der auch von Rollstuhlfahrern genutzt werden konnte.

Als ich das Zirkuszelt näher betrachtete, stellte ich fest, dass das ein ziemlich kleiner Zirkus war. Offenbar fing gerade eine Vorstellung an, und die Zirkusleute wollten mich für die Vorstellung „einfangen“. Ich erklärte, dass ich überhaupt nicht wusste, dass hier heute etwas stattfinden sollte. Man teilte mir dann mit, dass es sich um einen Zirkus handeln würde. Ich habe dann geantwortet, dass ich bisher gar keine Reklame gesehen hätte, und man teilte mir dann mit, dass das kein gewöhnlicher Zirkus sei, sondern in dem Zirkus würden Kinder aus dieser Schule auftreten. Ich habe dann noch gefragt, wie hoch der Eintritt ist, und wie lange die Vorstellung dauert. Fünf Euro wollte man von mir haben, wahrscheinlich handelte es sich dabei um den Eintritt für Kinder, bzw. einen Sonderpreis für Rollstuhlfahrer, denn ich habe später erfahren, dass der Eintritt für Erwachsene normalerweise acht Euro kosten würde. Die Vorstellung sollte ungefähr 2 Stunden dauern, was für mich schon ziemlich anstrengend ist, aber ich entschloss mich die Vorstellung anzusehen, auch wenn ich eventuell eher gehen müsste, weil es mir zu anstrengend ist. Ich habe das auch gemacht, weil ich einige Kinder kenne, die dort die Schule besuchen.

Zu meiner Verwunderung kannte ich aber keines der Kinder, die dort ihren Auftritt hatten. Das Zelt war ziemlich voll, wobei ein Teil des Zuschauerbereichs von den teilnehmenden Kindern belegt war. Bei den meisten Zuschauern dürfte es sich um die Eltern und Bekannte oder Verwandte der teilnehmenden Kinder gehandelt haben. Akrobatische Meisterleistungen durfte man dort sicherlich nicht erwarten, aber der Stimmung schadete dies nicht, weil die Anwesenden natürlich besonders stolz auf ihre Kinder waren.

Ich ging davon aus, dass auch ich dort einige Kinder kennen würde, aber dies war zu meiner Verwunderung nicht der Fall. Als es dann eine kleine Pause gab, nutzte ich diese, um meine Schwägerin anzurufen, um ihr einen Besuch einer Zirkusvorstellung zu empfehlen, denn am nächsten Tag sollte es eine weitere Vorstellung geben. Von meiner Schwägerin erfuhr ich dann, dass ihre beiden Kinder, es handelt sich in Wirklichkeit zwei Pflegekinder, auch in diesem Zirkus auftreten würden, aber erst eine Woche später, weil es sich um zwei verschiedene Grundschulen handeln würde. Ich war in einer Vorstellung, wo die Kinder der evangelischen Grundschule ihren Auftritt hatten, während die Kinder der katholischen Grundschule eine Woche später ihre Vorstellung haben sollen. Das erklärte natürlich, dass sich keines der auftretenden Kinder kannte.

Die Zirkusvorstellung hat mir sehr gut gefallen, und ich entschloss mich, die Vorstellung in der nächsten Woche ebenfalls zu besuchen, weil dort gesamt fünf Kinder auftraten, die ich aus unserer Siedlung kannte.

Heute war also die für mich zweite Vorstellung, und da meine Schwägerin noch zwei Karten über hatte, habe ich sogar kostenlos rein. „Meine Kinder“ waren bei den Trampolinos, bei den Clowns, und bei den Artisten. Natürlich war es noch interessanter, wenn man dort teilnehmende Kinder kennt, aber leider waren zu dieser Zeit deutlich weniger Besucher anwesend, als in der Vorwoche. Die hauptberuflichen Zirkusartisten haben ihre Sache wirklich gut gemacht, und waren nicht nur als Artisten unterwegs, sondern auch als Pädagogen. Dies sah man besonders beim heutigen Auftritt, weil eines der Mädchen etwas die Nerven versagten, und sie in Tränen ausbrach, als sie ihre Nummer durchziehen sollte. Man hätte jetzt das Kind natürlich einfach aus der Nummer rausnehmen können, aber die Mitarbeiter hatten den Anspruch jedem Kind ein Erfolgserlebnis zu können, und man sprach auf das Mädchen ein, dass sie eine etwas einfachere Ersatznummer machen sollte, was auch geklappt hatte. Natürlich haben auch die Zuschauer das Mädchen mit reichlich Applaus aufgebaut.

So hatte am Ende jedes Kind sein Erfolgserlebnis, und die Vorstellung hatte nicht nur den Zuschauern, sondern auch den Kindern Spaß gemacht. Ich hatte die Vermutung, dass ein oder zwei Mädchen bereits bei der Vorstellung in der Vorwoche dabei waren, und fühle mich dadurch bestärkt, weil ich eines der beiden Mädchen auch auf der Internetseite des Zirkus gesehen habe, vermutlich handelt es sich bei diesem Mädchen nicht um eine Schülerin der Schule, sondern um ein Kind der Zirkusfamilie.

Wer also mal den Zirkus Lollipop in seiner Stadt zu Besuch hat, sollte sich ruhig mal so eine Vorstellung ansehen, ich kann dies nur empfehlen. Und wenn Eltern aus einem Orga-Team diesen Beitrag lesen sollten, dann kann ich an dieser Stelle die Empfehlung geben, dass man bei einer Vorstellung um 11:00 Uhr nicht nur Kaffee und Kuchen zum Kauf anbieten sollte, sondern eventuell auch über den Verkauf von belegten Brötchen nachdenken sollte, denn das fehlte heute leider. Und den Zirkusleuten würde ich den Vorschlag machen, dass sie bei mehreren Auftritten in einer Stadt vielleicht die Vorstellungen etwas variierten sollten. Aber insgesamt erhält der Zirkus auf jeden Fall die Empfehlung „sehenswert“.

https://www.circuslollipop.de

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Eine Antwort zu EMPFEHLUNG: Circus Lollipop

  1. Korte schreibt:

    Was Du erlebt hast, kann ich nur bestätigen und unterstützen. Denn indirekt hast Du eine gute Tat vollbracht, daß Du den Zirkus mit Deiner kleinen Spende (Eintrittsgeld) unterstützt hast. Für jeden Zuschauer mehr freuen sich die Kinder sehr. So hast Du nebenbei eine gute Tat gemacht.

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