INTERNATIONALE PRESSESTIMMEN: Politisches Ende für Merkel

Ich habe es bereits nach dem frühen WM-Aus gesagt, dass damit wahrscheinlich das Ende für Merkel eingeläutet wurde. Jetzt nach der Bayern-Wahl die für die CSU mit einem Minus von über 9 % endete, und für ihren Koalitionspartner SPD sogar mit über 11 %, wird der drohende Abgesang immer lauter. Ich glaube dass das Ende laut und deutlich eingeläutet wurde, und Mutti Merkel nach der Hessen-Wahl aufs Abstellgleis gestellt wird. Die Glocken läuten dann zum Frohlocken.

So sieht das die Presse:

„Tages-Anzeiger“: „Vieles hängt (…) jetzt an Vernunft oder Unvernunft der Christsozialen – und ob die Bayern auf ein politisches Ende von Merkel setzen. Horst Seehofer und Edmund Stoiber werden solche Ambitionen schon länger nachgesagt, weil sie glauben, dass auch die CDU mehrheitlich eher auf ein Ende der Kanzlerin hofft als auf eine Fortsetzung mit der Parteichefin. Ob Seehofer künftig noch eine Rolle spielt, ist allerdings mindestens offen. Attacke oder Anpassung – die Frage der Fragen ist für die CSU noch nicht entschieden.“

SCHWEDEN

„DAGENS NYHETER“: „Die deutschen Sozialdemokraten SPD haben es historisch gesehen in Bayern schon immer schwer gehabt. Aber dass sie nun bei voraussichtlich knapp zehn Prozent landen, ist schlimmer, als es sich irgendjemand auch nur vorzustellen gewagt hätte. Wenn die Partei bei der Wahl in Hessen in zwei Wochen ähnlich schlecht abschneidet, dürfte das den Gegnern der großen Koalition weiter Aufwind verschaffen. Für den Fortbestand der Regierung kann das gefährlich werden.“

FRANKREICH

„Le Républicain lorrain“ (Metz): „Deutschland erweckt nunmehr den Eindruck, von einer Koalition von Verlierern geführt zu werden, die von der Angst vor einer vorgezogenen Wahl angetrieben wird (…). Der einzige Funke Hoffnung (in Deutschland) ist der bemerkenswerte Durchbruch der Grünen, die auf die zweite Stufe des bayrischen Siegertreppchens gestiegen und so wieder mögliche Partner für eine Koalition geworden sind.“

POLEN

„Gazeta Wyborcza“: „Die deutsche Politik steht nach der Flüchtlingskrise im Schatten der AfD. Die Populisten fordern, Ordnung mit Flüchtlingen, Muslimen und der Europäischen Union zu machen und gewinnen deswegen an Unterstützung.

Die großen Parteien, einst Garanten für die Stabilität der deutschen Politik, schwächeln. (…) Doch die bayerischen Grünen sind stärker geworden. Es ist der Verdienst der 33-jährigen Katharina Schulze, der Wahllokomotive der Partei.

Die junge Politikerin hat nach 13 Jahren starrer Politik Angela Merkels die Chance, die deutsche politische Szene zu verjüngen. Und sie war es, die ein erfolgreiches Rezept gegen das Programm der AfD ausarbeitete, die sich von den Ängsten der Deutschen vor Einwanderern und den Veränderungen der Gesellschaft nährt. (…)

Schulze schaffte es, der AfD die Stirn bieten und zeitgleich zu traditionellen Wähler durchzudringen. (…) Schulze will die in Deutschland lebenden Flüchtlinge unterstützen, sprach aber auch viel von Ordnung und Sicherheit. Das unterscheidet sie von den bayerischen Christdemokraten, die den von der AfD vorgezeichneten antimigrantischen Kurs eingeschlagen haben. (…)

Alles deutet darauf hin, dass die Grünen als Partner der CSU Bayern mitregieren werden. (…) Wenn es ihnen gelingt, die bayerische Regierung zu bilden, wird der nächste Schritt sein, mit den Christdemokraten in die Bundesregierung einzutreten. Der Erfolg in Bayern wird die Umfragewerte der Grünen im ganzen Land beeinflussen.“

ANMERKUNG: Ich glaube, da irrt man. Ich gehe nicht von einer Regierungsbeteiligung der GRÜNEN in Bayern aus.

ITALIEN

„Corriere della Sera“: „Ist es der letzte Akt der Volksparteien in Deutschland? Von der Wahl in Bayern geht die unmissverständliche Warnung aus, dass es große Umbrüche in der politischen Welt in Deutschland geben wird – sie ist nicht mehr der starre Motor auf der europäischen Bühne. (Bundestagspräsident) Wolfgang Schäuble hat bereits diese großen Beben vorhergesehen, die von der Landtagswahl im reichsten Bundesland ausgehen werden. Kanzlerin (Angela) Merkel ist geschwächt (…). Jetzt kommt Hessen dran, wo die CDU ironischerweise mit den Grünen regiert. Und in Umfragen sieht es nicht gut aus für (CDU)-Ministerpräsident Volker Bouffier. Wenn er verliert, wird der Druck auf Merkel steigen.“

SPANIEN

„El Mundo“: „Ein neues politisches Erdbeben – wie viele hat es bereits gegeben? – erschüttert die Europäische Union. Denn das besorgniserregende Ergebnis der gestrigen Wahl in Bayern (…) ist ein weiterer Harpunenschuss in das Gemeinschaftsprojekt und die Möglichkeit, die Werte, auf denen es basiert, zu stärken. Es ist naiv zu glauben, dass das, was in der Lokomotive der EU passiert, den Fortschritt bei der Integration nicht bremsen wird. Der Absturz der CSU (…) geht mit dem beunruhigenden Aufstieg der extremen Rechten in diesem Bundesland einher, die ein großartiges Ergebnis erzielt. Und, nicht weniger wichtig, ist der Untergang der SPD, die fast in die Irrelevanz stürzt und einen historischen Schlag erleidet.“

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Eine Antwort zu INTERNATIONALE PRESSESTIMMEN: Politisches Ende für Merkel

  1. 5jahrehartz4 schreibt:

    Merkel bleibt uns vermutlich/leider noch 5 Jahre erhalten – denn sie möchte unbedingt Kohl (16 Jahre) und Erich (18 Jahre) übertrumpfen – danach kommt Stoibers Aussage zum tragen „Nach Merkel wird es für 2.000 Jahre keine Frau mehr in dieses Amt schaffen“ (ungefähr).
    Hier die Rechnung
    12 Jahre (3 Legislaturperioden
    plus ca. 2 Jahre diese Periode (Achtung die aSozen haben in den Korruptionsvertrag eine Sollbruchstelle – Prüfung nach 2 Jahren) eingebaut

    plus 4 Jahre – die letzte Periode zu der sie getragen wird, mangels Masse an Politiker mit Profil, also Arsch in der Hose und nicht zwischen den Ohren

    über 18 Jahre plus Zerstörung des Klassenfeindes plus Bonus Zerstörung Europas und der Weltwirtschaft

    PS am meisten gefällt uns gerade die Überlegung einiegr aSozen „Rückzug aus der ReGIERung“ und dem passenden Vergleich „Die aSozen drohen mit Selbstmord um dem Selbstmord in der ReGIERung zu entgehen“

    Gefällt mir

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