Demo 12.6.2018 Raum Bremen

Für den 12.6.2018 wird zur Zeit eine Demo im Raum Bremen geplant. Allerdings steht der Ort noch nicht fest, und auch das Datum ist noch nicht absolut fix. Es wird um das Thema Jugendämter und Kinderklau gehen.

In den nächsten Tagen wird es hier weitere Informationen dazugeben.

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6 Antworten zu Demo 12.6.2018 Raum Bremen

  1. Glossa schreibt:

    Ob das tatsächlich eintrifft, was Sie erhoffen, ist doch sehr fraglich, denn schließlich
    ist diese Studie zuallererst Lobbyarbeit.
    Lobbyarbeit nicht für betroffene Eltern, sondern Lobbyarbeit für im ASD tätige Fachkräfte.

    Die Frage der Qualität wird z.B. an die Anzahl der Mitarbeiter „gehängt“ – d.h. es wird angenommen, dass ein Mehr an qualifizierten Mitarbeitern der Jugendämter auch automatisch bessere Arbeit für den Kinderschutz leiste.
    Das ist ein Trugschluss.

    Was sind denn die empfundenen „strukturellen Zwänge“?
    Dass ein ASD Mitarbeiter sich z.B. an Recht und Gesetz halten muss?
    Oder dass man sich z.B. mit dem Familiengericht auseinandersetzen muss?
    Ist es nicht oftmals so, dass sich die etablierten Mitarbeiter eine „Überarbeitung“ erst schaffen, sich so lange erhalten bis man endlich nach Entlastung durch z.B. Nachwuchskräfte schreien kann?
    Wieviele Familien werden denn von den Jugendämtern und dort den Fallmanagern über Jahre regelrecht betreuungsverfolgt?
    Wieviele Kinder werden denn überhaupt in die Familien zurückgeführt?
    Was hat sich für die Kinder im Heim überhaupt gebessert?
    Was wird aus angeblich so gut und jahrelang betreuten Kindern, wenn sie mit 21 Jahren aus diesem System herausfallen?
    Was wird aus den „Restfamilien“?

    Die Realität sieht doch so aus, dass das Instrument „Inobhutnahme“ so gehandhabt wird, dass am Ende eine Familie großen Schaden genommen hat oder sogar zerfallen ist.

    Das Problem der Jugendämter ist, dass dort die angewandten Theorien und Methoden nicht mehr hinterfragt werden und dass sich gewisse Prämissen so verfestigt haben, dass schon deswegen kein positiveres Ergebnis mehr herauskommen kann, d.h. es wird z.B. angenommen, dass die Eltern zunehmend mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert oder dass die stetig steigende Zahl der als auffällig wahrgenommenen Kinder Produkt schlechter Erziehung oder defizitärer Eltern sind, was gar nicht bewiesen ist.
    Defizitär ist ein Elternteil aber z.B. schon dadurch, dass er allein erziehend ist.
    Was aber hat dieser Umstand mit der Erziehungsfähigkeit zu tun?

    Oftmals entstehen die Probleme der Familien durch materielle Enge, durch strukturelle Zwänge der Arbeitswelt, durch mangelndes Gemeinschaftsgefühl der Gesellschaft.
    Das ist doch seit Jahrzehnten bekannt.
    Aber dagegen getan wurde nichts.
    Und jetzt – da hat man den Stein der Weisen gefunden: Noch mehr Jugendamtsmitarbeiter müssen her!
    Dann ist die bisher schon festgestellte und selten bezweifelte „hervorragende Arbeit des Jugendamtes“ noch besser?

    Man wünscht sich als Betroffener eine wirkliche „Bottom up“ Studie, nicht nur weitere Lobbyarbeit der Jugendamtsindustrie (Auch Frau Prof. Beckmann war im JA Stuttgart seinerzeit beschäftigt).
    Dass also solche „unabhängigen“ Studien Betroffenen Aufwind geben könnten, ist ernsthaft zu bezweifeln.

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    • FamilieScheffler schreibt:

      Vielen Dank für Ihren guten und facettenreichen Beitrag. Ich schließe mich den meisten Ihrer Darstellungen, Einschätzungen und Argumentationsketten an.

      Allerdings bekommen die von unberechtigten Inobhutnahmen betroffenen Familien mit der Koblenzer Jugendamts-Studie jetzt zumindest den sprichwörtlichen Fuß in die Tür, weil mit dieser Studie erstmals von den sog. Fachkräften der Jugendämter selber offenbart wird, dass in vielen Jugendämtern die Qualität beim ASD ungenügend ist. Sicherlich adressiert diese Studie in erster Linie den brisanten Bereich „Kinderschutz“ im Jugendamt und damit auch das heikle Thema „vorschnelle, langandauernde Inobhutnahmen gegen den Willen der Familien, §42 SGB VIII“.

      Dass die Qualität beim Kinderschutz dringend verbessert werden muss, kann wegen der Ergebnisse dieser Studie jetzt eigentlich Niemand mehr ernsthaft bezweifeln !!!

      Soweit die Frage nach dem „OB schlechte Qualität vorherrscht“.
      Die zweite Frage, die sich nach dem m.E. klaren Befund der Studie dann automatisch stellt, ist zwangsläufig: „WIE soll die Qualität verbessert werden ?“

      Eigentlich nur bei der Beantwortung dieser zweiten Frage gehen die Meinungen weit auseinander. Für mich ist eine Strategie mit dem Motto „mehr Sozialarbeit von derselben Art und Weise wie bisher“ keine Lösung für die jetzt aufgedeckten und von Fachseite auch zugegebenen Probleme der Zig-Tausenden Betroffenen pro Jahr: große Qualitäts-Probleme beim Kinderschutz.

      Vielmehr muss sich etwas Grundlegendes beim Kinderschutz in den Jugendämtern ändern. Dazu sind meine Vorschläge:

      (a) Steigerung der fachlichen Qualität (einheitliche fachliche Mindest-Standards schaffen und durchsetzen)

      (b) Einsatz weitaus besser qualifizierten Personals: Vollakademiker (z.B. Psychologen) zumindest an denjenigen zentralen Stellen, an denen immer wieder sehr brisante fachliche Entscheidungen im Kinderschutz getroffen werden müssen. Vollakademiker können besser Verantwortung für Familien tragen als die heute im Kinderschutz zumeist eingesetzten Dipl.-Soz.Päd.(FH)

      (c) Schaffung und Etablierung einer unabhängigen Fachaufsicht (Oberbehörde, z.B. auf Ebene der einzelnen Bundesländer) mit fachlicher Entscheidungskompetenz und fachlicher Weisungsbefugnis im Einzelfall gegenüber einem kommunalen Jugendamt nach einer Beschwerde eines Bürgers

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      • Glossa schreibt:

        Das kann man auch pessimistischer sehen, man muss es eigentlich.
        Betroffene Eltern sind sicherlich die allerletzen, die aus dieser Studie Vorteile erwarten dürften.
        Wie Sie schon richtig verstanden haben, wird „Kinderschutz“ als primäres Ziel postuliert.
        Doch schon bei der Definition des Begriffs stellen sich die ersten Probleme ein:
        Was ist denn eigentlich Kinderschutz losgelöst von Eltern und Familie?

        Grundannahme ist doch – wie sich vielfach zeigt – dass alle Kinder in Familien potentiell gefährdet sind und vor ihren Eltern oder Familien geschützt werden müssen, also werden
        Eltern als Gefährder ihrer Kinder wahrgenommen.
        Gleichzeitig wird völlig irreal suggeriert, Jugendämter könnten absoluten Schutz für jedes Kind gewährleisten, wenn man sie nur ließe, d.h. wenn sie mit mehr Personal, Mitteln, Fortbildungen und ausgedehnten rechtlichen Befugnissen ausgestattet würden.

        Überproportional gestiegene Inobhutnahmezahlen zeigen, dass der Staat selbst das Erziehungsprimat der Eltern nicht mehr anerkennt und dass das, was Familie sein soll, zunehmend vom Staat einfach festgelegt wird.
        Und das geht nur, indem man einseitig von Kinderschutz und nicht etwa von Familienschutz spricht.
        Die Jugendämter als Schutzbehörde stellen explizit nur Kinder- und Jugendliche als Zielgruppe für ihre Aktionen und Interventionen heraus – das ist einfacher als sich mit Eltern auseinander zu setzen, die normalerweise die Erziehungs- und Betreuungsarbeit für ihre Kinder leisten und die in der Regel auch in der Lage sind, ihren Kindern adäquat zu helfen.
        Diese Extremfälle, bei denen Kinder durch ihre Eltern zu Tode kamen und die breit durch die Medien gingen, sind zwar unendlich traurig, aber nicht geeignet, den Paradigmenwechsel zu begründen, dass Kinder immer schneller und willkürlicher aus Familien weggenommen werden dürfen.
        Tatsächlich werden Kinder und Jugendliche zunehmend als leicht händelbare, beeinflussbare und steuerbare Individuen definiert, um sie im ökonomischen Dientsleistungskreislauf besser nutzen zu können.
        Es liegt also nicht speziell an der Ausbildung der Sozialpädagogen in den Jugendämtern, sondern an der staatlichen Vorgabe, dass der Staat der bessere Erzieher und ökonomische Interessen immer vorrangig seien (Heimindustrie, Sicherung und Ausbau von Arbeitsplätzen, Generierung von Ressourcen, etc.).

        Ihre aufgeführten Vorschläge – Steigerung der fachlichen Qualität, Einsatz weitaus besser qualifizierten Personals, Schaffung und Etablierung einer unabhängigen Fachaufsicht –
        können aus unserer Sicht am jetzigen Zustand nichts verändern.

        Denn es gibt sie schon, die fachlichen Standards in der Sozialen Arbeit – sie werden nur oft nicht beachtet oder es hapert an der Umsetzung und vielleicht auch an der Arbeitsmoral.
        Das im Jugendamt eingesetzte Personal ist auch mehrheitlich vollakademisch gebildet,
        Ein Sozialpädagoge/Sozialarbeiter (FH) ist übrigens genauso „vollakademisch“ gebildet wie ein Psychologe – übrigens sind alle Autorinnen der Studie ursprünglich auch „nur FH-Akademikerinnen“.
        Die hatten sicherlich nicht die Absicht, durch ihre Studie ihren Berufsstand abzuwerten und die angeblich fehlenden Stellen in den Jugendämtern künftig durch Psychologen ersetzt zu sehen.
        Der Einsatz von noch mehr Pychologen dürfte auch für die Betroffenen keinerlei Verbesserung ihrer Situation bringen, denn gerade Psychologen übernehmen für Familien gar keine Verantwortung (siehe Gutachterunwesen in den Familiengerichten), haben ganz andere Handlungs- und Denkansätze wie normalerweise „Sozialpädagogen“.

        Eine unabhängige Fachaufsicht ist unter den gegebenen Umständen pure Illusion.
        Wer sollte diese Instanz denn bilden und wo sollte sie installiert sein?
        Denken Sie doch mal an das KESB-Problem der Schweiz.

        Wäre in rechtlichen Fragen nicht das Verwaltungsgericht die richtige Instanz, unrichtige Entscheidungen /Verwaltungsakte der Jugendämter zu korrigieren?
        Es könnte so sein – die Realität sieht aber ganz anders aus.

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  2. FamilieScheffler schreibt:

    Sehr gute Idee! Wichtig erscheint mir, wieder einmal auf die unseriöse Praxis beim Jugendamt Bremen und beim Jugendamt Osterholz-Scharmbeck in der Öffentlichkeit aufmerksam zu machen.

    Insbesondere sollte dabei auch auf die aktuellen Befunde aus der kürzlich veröffentlichten Koblenzer Jugendamts-Studie von Prof. Dr. Kathinka Beckmann (Hochschule Koblenz) eingegangen werden sowie auf die höchst unterschiedlichen Reaktionen des Jugendamt Bremen und des Jugendamt Osterholz-Scharmbeck auf diese Studie. Während das Personal des Jugendamts Bremen die Studie tatsächlich zum Anlass nahm, eine Personal-Aufstockung einzufordern (so wie es in dieser Studie nahelegt wird), bestritten die Führungskräfte des Jugendamts Osterholz-Scharmbeck, dass die sog. Fachkräfte in ihrem Jugendamt überhaupt überlastet oder überfordert seien, und sie bezeichneten diese Studie sogar als unseriös!

    Ich habe mir erlaubt, in der lokalen Tageszeitung, dem Weser Kurier, einige Kommentare zu den dortigen Artikeln über die Reaktionen der genannten Jugendämter auf die Koblenzer Jugendamts-Studie zu platzieren:

    https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-pflichtaufgabe-_arid,1734554.html

    https://www.weser-kurier.de/region/wuemme-zeitung_artikel,-landkreis-jugendamtstudie-ist-unserioes-_arid,1734853.html

    Darüber hinaus möchte ich hier auch auf einen sehr lesenswerten Kommentar von Katja Korf hinweisen, den sie in der Schwäbischen veröffentlichte:
    „Kommentar: Mehr Macht für das Land über Jugendämter“ .

    https://www.schwaebische.de/sueden/baden-wuerttemberg_artikel,-kommentar-mehr-macht-für-das-land-über-jugendämter-_arid,10875385.html

    Vielleicht könnte das ein Motto für die geplante Demo werden ?

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    • beamtendumm schreibt:

      Ich stelle fest, dass bei ihnen ein hohes Fachwissen vorhanden ist.

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      • FamilieScheffler schreibt:

        Als Betroffener war ich im Jahr 2009 quasi gezwungen, mich in das Thema einzuarbeiten. Selbst nachdem ich gegen den Willen des Jugendamts vor dem Familiengericht im Jahr 2012 ohne Rechtsanwalt geschafft hatte durchzusetzen, dass meine beiden Söhne wieder bei mir leben dürfen, konnte ich das Thema „Jugendamt“ nicht wirklich loslassen. Ich versuche immer noch, finanziellen Ausgleich zu erhalten für die materiellen Schäden, die unserer Familie aus dem Hoheitsbereich heraus angetan wurden, nämlich durch die sog. „schlechte Arbeitsqualität“ im Jugendamts-Umfeld, um diese Tatsache hier einmal so höflich auszudrücken wie möglich.

        Derzeit ist mein Hauptanliegen darzustellen, dass wir eine unabhängige Fachaufsicht über die lokalen Jugendämter brauchen, nämlich eine Oberbehörde, bei der sich einzelne Bürger auch beschweren können, wenn sie mit einer fachlichen Entscheidung in einem lokalen Jugendamt nicht einverstanden sind. Auf diese Weise könnte beim Kinderschutz (und bei Inobhutnahmen) wirklich eine fachliche Qualität sichergestellt werden, was weit über die heute allein übliche, bloße Rechtsaufsicht hinaus geht.

        Ich glaube, dass die Koblenzer Jugendamts-Studie den von Jugendamts-Willkür Betroffenen letztlich sehr viel Aufwind geben kann.

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