Bewegung im DOPPELMORD VON BABENHAUSEN?

Rechtsanwalt Dr. jur. h. c. Gerhard Strate aus Hamburg, der uns aus dem Wiederaufnahmeverfahren von Gustl Mollath bekannt ist, hat nun eine Wiederaufnahmeverfahren beim Landgericht Darmstadt eingereicht, um seinen Mandanten Andreas Darsow frei zu bekommen.

Der Wiederaufnahmeantrag wurde am 11.5.2018 eingereicht. Am 11.5.2010 wurde der Nachbar der Ermordeten festgenommen und in Untersuchungshaft gesteckt. Am 19.7.2011 folgte das Urteil, es lautete Lebenslänglich mit besonders schwere der Schuld.

Bei dem Wiederaufnahmeantrag geht es auch um die Feststellung des Gerichts zur Verwendung der Tatwaffe, bzw. die angebliche Verwendung einer PET-Flasche die mit Bauschaum gefüllt gewesen sein sollte, und als Schalldämpfer dienen sollte. Dr. Strate geht davon aus, dass die Rückschlüsse des Gerichts diesbezüglich völlig falsch sind.

Damit zusammenhängend ist für die Kammer aber auch erklärbar, dass in den verschiedenen Bereichen des Hauses immer weniger Bauschaumteilchen gefunden wurden, je höher der Täter im Haus gekommen war, da entsprechend des festgestellten Tatablaufs durch die immer weiter ansteigende Zahl der abgegebenen Schüsse ein immer größer werdender Schusskanal vorhanden war, so dass die weiter austretenden Projektile weniger Widerstand durch den in der PET-Flasche befindlichen Bauschaum hatten und daher immer weniger Teilchen mit dem Projektil und der Scbmauchwolke in Schussrichtung austreten konnten, was im Übrigen auch der Sachverständige Pfoser wie dargetan aufgrund seiner Tests verifizieren konnte.

Dies klingt zunächst mal logisch. Wird man so eine Konstruktion verwenden, dann ergibt sich zunächst die Überlegung in welche Richtung man die Flasche verwendet.

1.) Zeigt der Flaschenhals in Richtung der Waffe, und der Boden der Flasche Richtung des Schuss, oder

2.) Zeigt der Boden der Flasche Richtung der Waffe, und der Flaschenhals in Schussrichtung?

Ich denke, dass man vermutlich eher Variante 1 benutzen würde. Ich denke, dass man quasi mehr oder weniger automatisch den Flaschenhals an der Waffe anbringt. Dafür würde sprechen, dass man dann evtl. einen Adapter bauen könnte, der die Waffe mit dem Gewinde des Waffenhals verbindet, um zu verhindern, dass der Flaschen-Schalldämpfer noch jedem, oder jedem zweiten Schuss abfällt.

Der Nachteil ist aber, dass der Flaschenhals eben schmaler ist, und dort deshalb weniger Material des Dämmmaterials ist. Es darf bezweifelt werden, dass der Flaschenhals hier bei 10 Schuss überstehen würde. Diese Zweifel sind besonders angebracht, weil bei dem Mord eine Überschallmunition verwendet wurde, die eine mit Bauschaum gefüllte Flasche kaum überstehen dürfte, schon gar nicht, wenn dabei noch sechs Schuss in schneller Folge abgegeben wurde.

Bei Variante 2 hat man das Problem mit dem Flaschenhals nicht mehr. Allerdings müsste es eine sehr genaue und stabile Haltekonstruktion geben, damit gewährleistet wird, dass man tatsächlich immer aus dem Flaschenhals schießt. Alternativ wäre evtl. noch denkbar, dass der schmale Flaschenhals (evtl. auch nur teilweise)  entfernt wurde, um die Austrittsöffnung zu vergrößern.

Man geht davon aus, dass der Täter am Flaschenboden ein Loch hatte, weil keine Reste der angeblichen Flasche gefunden wurde, sondern nur Teile des Dämmmaterials. Eine wabbelige Plastikflasche so stabil an der Waffe zu befestigen, dass bei zehn Schuss immer das Loch am Flaschenaustritt getroffen wird, ist schon ziemlich schwierig, und eher unwahrscheinlich.

Wenn es ein Loch am Flaschenaustritt gab, evtl vom Flaschenhals (Variante 2) oder ein gebohrtes Loch im Boden (Variante 1) dann ist die Annahme der Kammer vermutlich unzutreffend, dass immer weniger Dämmmaterial austrat, weil sich der Schusskanal vergrößert hätte.

Schusstest ergaben, dass sich die Flasche bei jedem Schuss massiv verformte,was dann auch auf den Schusskanal zutreffend gewesen sein dürfte. Die Annahme, dass es also nach jedem Schuss einen größeren und freien Schusskanal gab, ist somit falsch. Vielmehr dürfte sich dieser bei jedem Schuss etwas verformt haben, wodurch wieder neues Material vorhanden war, welches von der Munition mitgerissen worden wäre. Auch dürfte sich durch die ständige starke Verformung auch Dämmmaterial gelockert oder gelöst haben, was dann den Schusskanal eher verengt hätte, als vergrößert.

Das Hauptproblem erscheint mir aber die verwendete Munition zu sein. Es wird bezweifelt, dass eine PET-Flasche mit Schaumstoff zehn Schuss mit dieser Munition überhaupt überstehen würde, wobei ja sogar sechs Schuss in schneller Folge erfolgt sein sollen.

Wie Dr. Strate richtig anmerkt, hätte ein Schalldämpfer aus einer PET-Flasche mit Bauschaum bei dieser Munition quasi keine Wirkung. Die gemachten Schusstest sind leider auch nicht realitätsnah gemacht worden. Bei der Polizei fiel nämlich die Flasche regelmäßig von der Waffe, womit also die Belastung von sechs Schuss in schneller Folge gar nicht überprüft werden konnte. Auch ist mir jetzt nicht bekannt, ob den bei den Schusstest tatsächlich die bei dem Mord verwendete Munition benutzt wurde. (Vielleicht kommen ja hier noch weitere Erkenntnisse.)

Das Landgericht bezieht sich ja bei seinem Urteil auf Tests des Sachverständige Pfoser. Weitere Test ergaben aber teilweise andere Ergebnisse.

Wenn bei dem Mord eine andere Art von Schalldämpfer benutzt wurde, was inzwischen wahrscheinlich ist, und sich das Gericht darauf einlässt, dann könnte der Fall tatsächlich wieder aufgerollt werden. Die Familie ist diesbezüglich sehr optimistisch, allerdings bin ich nur optimistisch, und nicht hoffnungsvoll, weil ich weiß, wie die Justiz tickt.

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Eine Antwort zu Bewegung im DOPPELMORD VON BABENHAUSEN?

  1. Korte schreibt:

    Bevor ich der Justiz vertrauen würde, würde ich vorzugsweise glauben, der Teufel hilft mir in der Not ! Oder einen Strick kaufen und die Belastbarkeit testen, indem ich mir den Strick um den Hals hänge und vom Dach springe. Mit der Justiz ist es wahrscheinlicher eine Niete zu ziehen, als den Hauptgewinn im Lotto zu gewinnen. Es wäre ein Glücksfall, wenn die Justiz korrekt der Lehrmeinung z. B. Im Zweifel zu Gunsten des Angeklagten handelt, sondern erfahrungsgemäs eher geneigt ist, sich als „Hilfsarbeiter“ oder Sekretär der Staatsanwaltschaft funktioniert und das geforderte Urteil verkündet !

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