Was war das hier heute wieder für ein Elefantenfurz am Amtsgericht Mönchengladbach-Rheydt

Aus Fehlern kann man normalerweise lernen. Die Frage ist nur was. Im Normalfall sollte man aus einem einmal gemachten Fehler lernen, wie man den zukünftig vermeiden kann. Das ist der übliche Sinn aus den Worten „aus Fehlern lernen“.

Bei Juristen ist das anders, besonders wenn sie als Richter oder Staatsanwälte unterwegs sind. Wirft man denen vor, dass 12200 nicht 4.800 ist, dann lernen die aus diesem Fehler eben nicht, dass das beim nächsten Mal 2400 ist, sondern sie versuchen regelmäßig den gemachten Mist zu vergrößern. Aus Mist wird ein ganzer Misthaufen, und aus 12200 wird auch nicht mehr 4.800, sondern dann mindestens 9.600.

Kein Wunder, denn Juristen bekommen alle ein Tampon, wenn sie als Richter oder Staatsanwälte im Staatsdienst eingestellt werden. Mit einem Tampon kann man, also sowohl Mann als auch Frau, einfach alles. Damit kann man joggen, reiten, schwimmen, tanzen etc. Und Richter und Staatsanwälte glauben regelmäßig, dass sie auch alles können, besonders wenn sie mal von einer Sache so richtig gar keine Ahnung haben.

Heute war mal wieder so ein juristischer Tampon-Tag. Ein Richter will seine unfähige Richterin schützen, und stellt sich dabei gleich noch dümmer an, als seine unfähige Kollegin. Das ist halt die typische Evolution in der Justiz. Ausbaden sollen das dann die Anderen.

Ich brauche hier gar nicht auf die eigentliche Sache eingehen, denn die spielte hier und heute fast keine, bzw. nur eine untergeordnete Rolle.

Das juristische Spektakel fand am Freitag den 13, natürlich im Sitzungssaal 13 statt. Um 11 Uhr sollte die Verhandlung beginnen, vielleicht, damit das Urteil zwischen 13 Uhr und 13:13 Uhr verkündet werden kann.

Es kam anders. Schon kurz nach 12 Uhr haben wir das Gericht wieder verlassen. Das Spektakel fand zwar statt, endete aber völlig unspektakulär. 11 Uhr bis ca. 12:15 Uhr, bedeutet dies, dass das Spektakel ca. 75 Minuten dauerte?

Nein natürlich nicht. Die vorherige Verhandlung dauerte länger. Erst gegen 11:15 Uhr verließen die Beteiligten des vorherigen Termins den Sitzungssaal.

Dann ging es aber unverzüglich nicht los. Warum nicht, musste der Richter noch auf das Töpfchen, vielleicht weil 10 Prozessbeobachter anwesend waren? Nein, das dürfte nicht der Grund gewesen sein.

Vor dem Sitzungssaal warteten mit uns bereits 2 Justizwachleute. Die gingen nun in den Sitzungssaal, und schlossen die Türe hinter sich. Klarer Fall, ein ehemaliger Rechtsanwalt wollte in den Sitzungssaal, und BEAMTENDUMM auch noch, da machte man sich natürlich Sorgen um die Sicherheit.

Nun glauben sie aber bloß nicht, die hätten den Sitzungssaal nach Sprengstoff durchsucht, damit der draußen wartenden Justizprominenz nichts passieren kann. Nein, die machten sich natürlich nur Sorgen um ihre eigene Sicherheit, um ihren eigenen Arsch, oder etwa ihren Job?

Im Verfahren ging es darum, dass eine frühere Verhandlung heimlich aufgezeichnet wurde. Das galt es heute unbedingt zu verhindern, denn die Justiz war wohl der Meinung, dass man es sich nicht leisten kann, dass durch eine Tonaufzeichnung wieder ein Richter oder eine Richterin beim Lügen erwischt wird. Man bedenke, eine Richterin die lügt, das ist nicht so schlimm, das ist quasi das Alltagsgeschäft, der Normalfall, der Status quo im Sitzungssaal. Dass das aber auch noch der Bürger aufzeichnet , und der Justiz Lügen und Rechtsbeugung nachweist, das ist der juristischer Supergau.

Wenn ein Richter sagt, dass die Ampel blau ist, dann ist das halt so. So wie halt auch für Juristen 12200 gleich 4800 ist. Dann hat der Bürger die Fresse zu halten, und nicht zu meckern, denn wir sind halt ein Rechtsstaat, und so funktioniert halt der Rechtsstaat. Basta. Und ein Bürger, der mit einem Foto nachweist, dass die Ampel grün ist, der mit einem Taschenrechner vorrechnet, dass 12200 nicht 4800, sondern nur 2400 ist, oder wer gar mit einer Tondatei nachweist, dass eine Richterin lügt, den braucht die Justiz in diesem Land gar nicht. Da könnte man ja gleich mit dem Aufdruck PROZESSBEOBACHTER auf dem T-Shirt den Sitzungssaal betreten. Solche Leute nannte man früher meist Querulanten, und heute immer öfters Reichsbürger.

Um den eigenen Arsch, und den eigene Job zu retten, musste heute unbedingt verhindert werden, dass evtl. wieder die öffentliche Verhandlung aufgezeichnet wird. Der Richter und die beiden Justizwachleute diskutierten im Sitzungssaal wohl, wie man das machen könnte. Vielleicht hätte man das ja sogar auch mal etwas früher machen können.

Nach ungefähr 10 Minuten hatte ich die Schnauze voll. Neben der Tür leuchtete ein Schild. ÖFFENTLICHE VERHANDLUNG war dort zu lesen. Dann gehe ich da halt mal rein.

Warten Sie bitte draußen,

schalte es mir von drinnen entgegen, als ich die Tür geöffnet hatte. Das machte ich dann auch, aber Minuten später öffnete sich die Tür, und man durfte eintreten. Eintreten schon, aber jeder nur einzeln. Das habe ich so noch nicht erlebt.

Drinnen wurde man dann von den beiden Justizheinis nochmals durchsucht, obwohl man ja schon im Eingangsbereich durchsucht wurde. Handy und andere mögliche Aufnahmegeräte musste man abgeben. Diese landeten in einem großen Briefumschlag auf dem dann der Name geschrieben wurde. Natürlich wurde auch noch alles andere durchsucht, z. B. auch die Geldbörsen etc. Nachdem man zunächst sämtlichen Tascheninhalt in eine Kiste packte, wurde man von den Justizwauwaus auch nochmal mit der Handsonde abgetastet. Danach durfte man seine Sachen, die nicht in dem Briefumschlag landeten, wieder an sich nehmen. Das dauerte natürlich. Und bei 11 Leuten dauerte das halt dann auch noch etwas länger. Eine weitere halbe Stunde war vorbei, als der letzte Besucher kontrolliert war.

Von Privatsphäre haben die Dummies dort im Sitzungssaal auch noch nichts gehört. Der Richter, und auch die bereits Kontrollierten im Zuschauerraum haben das zwangsläufig immer mitangesehen. Ich weiß z. B. wie viele gebrauchte Taschentücher der letzte Zuschauer aus Bielefeld in die Kontrollkiste geworfen hatte. Vielleicht nicht dramatisch, aber auch nicht unbedingt nötig.

Inzwischen war es also 12 Uhr geworden. Um 11 Uhr sollte die Verhandlung beginnen, aber erst ab 11:30 Uhr fing die peinliche Kontrolle gebrauchter Taschentücher statt.

Das Highlight dieser Kontrolle war der Richter. Bei den letzten Kontrollen war der Zuschauerraum natürlich schon entsprechend gefüllt. Obwohl nun keiner der Zuschauer gekommen war, um zu beobachten, wie andere Menschen peinlich kontrolliert werden, blieb ihnen ja kaum etwas anderes übrig. Normalerweise hätte man sich die Zeit ja mit einem kleinen Handyspielchen totschlagen können, aber das war irgendwie gerade nicht möglich. Also machten sich die Zuschauer über das Gesehene lustig. Das gefiel aber dem Richter so gar nicht. Er erklärte, dass die Zuschauer ruhig sein müssten, denn er habe bereits zur Verhandlung aufgerufen, und deshalb müssten die Zuschauer die Klappe halten, denn dadurch waren die Kontrollen ein Teil der Gerichtsverhandlung.

Ehrlich auch so einen Blödsinn habe ich bisher noch nicht gehört, geschweige denn erlebt. Ich überlege nun, ob man dadurch nicht eine Aufwandsentschädigung bekommen kann. Offenbar waren wir  ja in diesem Verfahren nicht nur unbeteiligte Öffentlichkeit, sondern Teil der Verhandlung. Ich wurde z. B. genauso lange kontrolliert, wie später die beiden Angeklagten befragt wurden. Ich denke, da sollte mir eigentlich Fahrgeld, und eine entsprechende Aufwandsentschädigung zustehen.

Die Kontrollen hatten aber wenigstens auch etwas Gutes an sich. Um 11 Uhr sollte die Verhandlung beginnen, um 11:05 Uhr, spätestens 11:10 Uhr wäre der Termin wieder beendet gewesen. Zu früh, viel zu früh für den letzten eintrudelnden Zuschauer. Ein Baum aus Bielefeld kam nämlich erst gegen 12 Uhr, und der hätte dann von dem ganzen folgenden Spektakel, die manche Verhandlung nennen, gar nichts mehr mitbekommen.

Nach diesem aufwühlendem Spektakel Teil 1 folgte dann sofort, also mit nur einer Stunde Verspätung, das Spektakel Teil 2.

Die beiden mutmaßlichen Bösewichte mussten peinlich befragt werden. Ihr Name ist …? Wohne sie noch unter …? Kinder? etc… Dann gab es noch Fragen mit freiwilligen Angaben. Freiwillig verzichteten die Angeklagten darauf diese Fragen zu beantworten. Und dann näherte sich die Verhandlung dem Höhepunkt des heutigen Tages. Die Spannung war kaum noch zu ertragen, als der Richter die entscheidende Frage stellte: „Wollen sie zur Sache eine Aussage machen?“

Ja, das war die alles entscheidende Frage des Tages. Das war es, um das es ging. Dafür gab es im Zuschauerraum Menschen, die hunderte von Kilometer Fahrt auf sich genommen hatten. Aus Bielefeld, Bremen, Gelsenkirchen und sogar Nürnberg waren Menschenmassen nach Mönchengladbach gereist, um genau eine Antwort auf diese Frage zu erhalten. Und nun wartete man gespannt, auf die Antwort. Würden also diese, nach Freisler, schäbigen Lumpen zu ihrem Verbrechen stehen? Würden sie ihre Verfehlungen eingestehen, ihren großen Lauschangriff auf den Rechtsstaat bereuen? Würden sie bereuen, dass sie auf das Widerlichste eine Richterin auf hinterhältige Art und Weise der Lüge überführt haben. Würden sie damit der Justiz gerade noch die Möglichkeit einräumen Milde zu zeigen, und die beiden Monster der deutschen Justizgeschichte mit einer Bewährungsstrafe davonkommen zulassen? Oder läuft alles auf ein LEBENSLÄNGLICH mit anschließender SV hin, weil nur so die Richterschaft vor weiteren heimlichen Tonaufzeichnungen bewahrt werden können?

Bei diesen heimlichen Tonaufnahmen muss ja auch von einer versteckten Nötigung eines ganzen Berufszweig ausgegangen werden. Wenn das Schule macht, dann könnten ja Richter zukünftig gezwungen sein sich an das Recht zu halten, weil ihre Lügen auffliegen würden. Eine Richterin wurde mit dieser perfiden Methode bereits in den Wahnsinn getrieben. Die überführte Richterin soll wegen psychischer Probleme schon nicht mehr an diesem Gericht tätig sein.

Es war also klar, dass nun alle im Gerichtssaal auf die Beantwortung dieser Frage hin fieberten.

„Nein“, sagte die erste Angeklagte.

Zugegeben, das war jetzt etwas ernüchternd.

Damit richteten sich nun alle Augen auf den ehemaligen Anwalt. Als echter Bazi würde der natürlich ein Lebenslänglich auf einer Arschbacke absitzen. Da ist er aus dem Bayernland wesentlich härtere Urteile gewohnt. Ein Glück, dass die Verhandlung in NRW stattfand. Das sollte ihn doch zu einer Aussage beflügeln.

„Ich möchte mich erst nach der Anhörung der Zeugin einlassen“.

Was für ein Schachzug des gewieften Taktikers. Ja, wenn es darum geht ihren eigenen Arsch zu retten, dann kommen Anwälte sogar auf so eine Idee.

Zeugin, was für eine Zeugin? Hat jemand irgendwo zufällig eine Zeugin gesehen? Als ich nicht. Die anderen gefilzten Zuschauer auch nicht. Ja wo ist sie denn? Ein Königreich für eine Zeugin. Der Richter begann nun mit der verzweifelten Suche nach einer Zeugin. Er fand keine. Es gab schlichtweg keine. KEINER hatte eine Zeugin eingeladen, und deshalb war auch NIEMAND erschienen. Wenigstens hatte man jetzt schon Mal die verantwortlichen gefunden. KEINER und NIEMAND waren es wieder gewesen.

Wer wäre denn da überhaupt als mögliche Zeugin in Betracht gekommen? Die Strafanzeige wurde von einer Richterin gestellt. Die vermeintlich Geschädigte war ebenfalls eine Richterin. Auch die Person die der Lüge überführt wurde war Richterin. Es gibt dabei Schnittmengen, denn bei genauer Betrachtung stellt man fest, dass es sich immer um die selbe Person handelt. Warum man diese Person dann aber nicht als Zeugin geladen hatte, bleibt im ersten Moment völlig unverständlich.

Ich denke, das hatte aber Gründe. Dass die als Zeugin zu laden gewesen wäre, dürfte sogar dem dümmsten Richter klar sein. Vermutlich wollte man heute also bewusst eine Verhandlung, ohne dass verhandelt wird. War es um die Prozessbeobachter zu vergraulen, oder sind vielleicht die psychischen Probleme der Richterin der Grund für die Nichtladung? Was wäre wohl passiert, wenn heute eine Frau anwesend gewesen wäre, die ordentlich einen an der Klatsche hat?

Die war ja schon bei der letzten Verhandlung ausgetickt, als sie noch die Richterin in der Familiensache war. Ob diese Frau am 10. Juli 2018 überhaupt erscheinen wird, wenn der Fortsetzungstermin stattfinden soll? Das sind noch fast drei Monate. Die lange Zeit deutet daraufhin, dass tatsächlich der Zustand der Richterin der Grund für die Terminverschiebung sein könnte. Kommt sie, oder macht sie dann vielleicht mal wieder gerade Urlaub in Psychhausen? Der Niederrhein ist voll von solchen Häusern, und auch Bedburg-Hau ist nicht weit weg.

Fazit:

Wir hatten 15 Minuten Verspätung

15 Minuten Beratung zwischen Justizwachleuten und Richter, bevor wir in den Saal durften.

Ca. 30 Minuten Zusatzkontrollen im Sitzungssaal,

und weniger als 10 Minuten eigentliche Verhandlung, wobei VERHANDLUNG hier wohl nicht zutreffend sein dürfte.

Bin schon gespannt, wie es am 10. Juli 2018 weitergeht. Ob dieser Elefantenfurz vom heutigen Tag dann vielleicht noch getoppt werden kann?

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8 Antworten zu Was war das hier heute wieder für ein Elefantenfurz am Amtsgericht Mönchengladbach-Rheydt

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  3. berndvogt schreibt:

    Die Lösung für unser Justiz-Problem mit der BRD hat der ehrenwerte Rechtsanwalt Claus Plantiko, Bonn, bereits vor Jahren formuliert und gefordert:

    RICHTERWAHL AUF ZEIT DURCHS VOLK

    Zudem ist es dringender denn je erforderlich, dass wir möglichst vielen Menschen bewusst machen, was das Grundgesetzt für die BRD meint, wenn dort verkündet wird:

    ALLE STAATSGEWALT GEHT VOM VOLKE AUS (Anm.: Artikel 20.2)

    Im Klartext: wir, das Volk, der Souverän und Inhaber aller Staatsgewalt entscheidet durch Wahlen, wer Richter werden kann und soll, und wer nicht. Wir müssen dringendst massiv Einfluss auf die Politik nehmen – die ausschließlich ausführendes Organ des VOLKSWILLEN ist – damit in unseren Gerichten nur noch taugliche, fähige und ethisch-moralisch handelnde Richter (m/w) über uns, und über Recht und Unrecht entscheiden!

    Wir, das Volk, müssen das Ruder der Demokratie (Anm.: Demokratie = Herrschaft des Volkes) wieder in unsere Hände nehmen, sonst geht der morsche Kahn BRD noch schneller unter, als viele es noch glauben mögen. Dieses gilt auch – und besonders – in Sachen BRD-Justiz!!!

    Bernd Vogt
    Büttelwatch – Dienstaufsicht durch das Volk

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  4. justizfreund schreibt:

    Und dann gibt es auch noch Menschen, die ein Wortprotokoll in mündlichen Verhandlungen verlangen und seit Jahrzehnten darf es das nicht geben.

    Im vorliegenden Fall wurde die mündliche Verhandlung ja durch die Maßnahmen gestört.
    Die Maßnahmen sollen aber gerade eine ungestörte Verhandlung bezwecken. Das ist aber alles nur Heuchelei.
    Die Maßnahmen beim betreten des Gebäudes bestimmt der Gerichtspräsident.

    Es ist jetzt die Frage was den Richter dazu überhaupt berechtigt entsprechende Maßnahmen (aufgrund eines besondere Gefährdungspotenzial) durchführen zu lassen.

    Richter fälscht Urteil und Protokoll – und erhält Freispruch, „Ansonsten wären alle Richter schon vom Dienst entfernt“, 25.06.2014
    http://blog.justizfreund.de/richter-faelscht-urteil-und-protokoll-und-erhaelt-freispruch-ansonsten-waeren-alle-richter-schon-vom-dienst-entfernt-25-06-2014

    OVG Berlin-Brandenburg: Einlasskontrollen hindern nicht die Gerichtsöffentlichkeit
    https://www.ferner-alsdorf.de/zivilrecht/verbraucherrecht__ovg-berlin-brandenburg-einlasskontrollen-hindern-nicht-die-gerichtsoffentlichkeit__rechtsanwalt-alsdorf__1995

    Das Gleiche gilt für die vom Zulassungsvorbringen beschriebene Durchsuchung zutrittswilliger Personen. Beide Maßnahmen werden auch in anderen Gerichtsgebäuden vorgenommen und dienen ersichtlich der Gewährleistung der Sicherheit im Gerichtsgebäude und der ungestörten Durchführung der mündlichen Verhandlung. Zu diesem Zweck durchgeführte Maßnahmen verstoßen nicht gegen den Grundsatz der Öffentlichkeit der Verhandlung. Worin die Kontrollmaßnahmen im Einzelnen bestehen, ist dem pflichtgemäßen Ermessen des das Hausrecht ausübenden Gerichtspräsidenten überlassen. Dass dieses Ermessen im Falle der vom Zulassungsvorbringen geschilderten Zugangskontrollen überschritten worden wäre, die Kontrollen etwa über Gebühr lange in Anspruch genommen hätten oder schikanös gewesen seien, erschließt sich nicht

    Da in der Gefährdung der Gerichtsöffentlichkeit ein absoluter Revisionsgrund zu sehen ist, dürfte damit zu rechnen sein, in naher Zukunft zunehmend diese nun aufgeworfene Frage in deutschen Gerichtssälen zu finden. Wichtig ist dabei eine Ansage des OVG Berlin-Brandenburg: Wer sich auf diesen Revisionsgrund berufen will, hat bereits in der laufenden Verhandlung auf die vermutete Gefährdung der Gerichtsöffentlichkeit zu berufen. Wer es erst hinterher macht, wird – zumindest beim OVG Berlin-Brandenburg – wohl nicht gehört werden.

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  5. Caesar schreibt:

    Was für eine Farce von einem Prozess, in der Tat ein Elefantenfurz sondergleichen!

    Wenn jetzt auch noch jemand aus Bad Driburg angereist wäre, dann wäre das Ambiente mal wieder perfekt gewesen!

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  6. Gehilfe für`s Delikate schreibt:

    Das war wohl eher ein Vergiß-und weg-Termin?
    Denn ein als Schiebetermine genannte „Verhandlungen“ dienen einzig dazu, das geltende Recht zu beugen =oder höflich gesagt „auszutricksen“, denn es darf eine Verhandlung nicht ohne Grund für längere Fristen unterbrochen werden, § 229 StPO (und zivilrechtlich §§ 239 – 252 ZPO).
    Also ist davon auszugehen, dass am 10. Jul 2018 die Verhandlung neu beginnt, als hätte es Freitag, den 13. im April 2018 nie gegeben.

    Übrigens wäre es doch interessant, den schriftlichen Beschluss des vorsitzenden Richters zur „sitzungspolizeilichen Verfügung“ anzufordern, nach dem eine Durchsuchung der Zuhörer im Gerichtssaal angeordnet wurde. Als Betroffener (Besucher) würde ich prüfen:
    a) die Akteneinsicht beim Gericht beantragen, um den Beschluss in Kopie zu erhalten,
    b) bei der Staatsanwaltschaft um die Zusendung deren Stellungnahme zur „sitzungspolizeilichen Verfügung“ zu bitten, da selbst Betroffener der Verfügung.
    c) beim Datenschutzbeauftragten des Bundeslandes die Verletzung der Persönlichkeitsrechte wegen öffentlicher Durchsuchung ohne Anfangsverdacht melden,

    d) anzeigen bei der Staatsanwaltschaft, dass der Richter … persönlich eine Durchsuchung des Besuchers ohne Anfangsverdacht in der Öffentlichkeit (z.B. ohne Trennwand) vornehmen ließ,

    e) anzeigen, =sofern passiert= dass die Durchsucher „unsittliche Berührungen“ vorgenommen haben (z.B. insbesondere ein Mann eine Frau abgetastet hat = oder umgekehrt) = oder dass man sich „unsittlich berührt“ gefühlt hat,

    f) Es gibt bestimmt auch einen Gerichtspräsidenten, der gerne die Frage beantwortet, ob die Durchsuchung im Gerichtssaal ein Teil der mündlichen Verhandlung war, oder eine Verwaltungsangelegenheit, denn diese Einstufung scheint mir wichtig.
    g) und das Schreiben an den Gerichtspräsidenten informativ an den Justizminister des Landes,

    ++ bitte alle Briefe als Einschreiben der Deutschen Post (wg. Eingangsnachweis) ++
    Gericht / Ministerium,
    an den Kundendienst
    Straße
    PLZ, Ort

    Satz noch vor dem Betreff groß und fett:
    Hiermit bitte ich um Weiterleitung auf dem Dienstweg an ….

    dann: Betreff …
    darunter: Sehr geehrter Herr/Frau Präsident-in / Minister-in

    aber nur 1 Seite schreiben, also ca. 3 – 4 Sätze

    und wenn das Ganze auch noch per Fax bei der Behörde eingeht,
    = dann liest das auch die letzte Sekretärin „als Kundendienst“ den Text durch und erzählt dies in der Kaffeepause=

    Schlußbemerkungen:
    1. Gegen „Sitzungspolizeiliche Anordnungen“ des Richter gibt es keine Beschwerdemöglichkeit, also keinen offiziellen Rechtsweg, sagt Burhoff, meine Quelle: http://blog.burhoff.de/2016/06/durchsuchung-i-durchsuchung-des-verteidigers-darf-das-gericht-das/
    2. Muster einer solchen „sitzungspolizeilichen Verfügung“:
    meine Quelle: https://www.lawblog.de/index.php/archives/2012/08/13/ausweiskontrolle-vor-dem-gerichtssaal/
    PS: Interessant wäre, wenn es eine solche =schriftlich festgehaltene= Verfügung nicht gibt = oder diese rechtswidrig war, …

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  7. 5jahrehartz4 schreibt:

    Das liest sich ja wie ganz spätes Stammheim.
    Nächstes Mal: Hand- Fußfesseln, Augenbinde und Ohrenstöpsel für Zuschauer – natürlich noch Knebel.
    Dazu schwer bewacht durch MP tragende Beamte mit dem Finger am Abzug, die mit „friendly fire“ begrüßen. Pro Zuschauer vier Beamte damit der Zuschauer immer im Fadenkreuz steht. Durchschüsse gelten als Arbeitsunfall, bzw. Terroranschlag weil die Kugel ja durch den Zuschauer kam und er die ja hätte aufhalten können.

    Hier in UK gibt es eine Sendung Naked Attraction (läuft irgendwo/irgendwann nachts, beim durchzappen gesehen) und vielleicht kann das Gericht dahin Kontakt aufnehmen und eine eigene Folge aus Deppenland beisteuern. Denn das wäre die Steigerung des Vorganges.

    PS wieso haben diese Typen so viel Angst vor einer Dokumentation? Liegt das daran das viele Nazis durch solche Dokumentationen überführt wurden und man deshalb die Schriftform in Behörden reduzierte, bzw. das Amtsdeutsch entwickelte, ähnliche Worte aber völlig anderer Inhalt?

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