Wieder ein verboten guter Anwalt

Thomas Lange ist Anwalt. Ein berühmter Anwalt, weil er ein guter und erfolgreicher Anwalt in Großräschen ist, nein war. Der Anwalt ist/war im Bereich Sozialrecht aktiv, und dort besonders im Bereich Hartz4 äußerst erfolgreich. Offensichtlich war er zu aktiv, und viel zu erfolgreich, als dass man dies noch länger hätte hinnehmen können. Ja, Deutschland ist ein komisches Land.

Lt. Grundgesetz gibt es hier das Recht auf freie Meinungsäußerung, aber schon das Tragen eines T-Shirts mit der Aufschrift PROZESSBEOBACHTER führt zur Verhaftung der Person, die mit dem T-Shirt zum Ausdruck bringt, dass er Prozessbeobachter ist, und der bis dahin noch nicht ein einziges Wort gesagt hatte, sondern nur still eine Gerichtsverhandlung ansehen wollte.

Und lt. Grundgesetz hat auch jeder das Recht sich bei Gericht von einem Rechtsanwalt vertreten zu lassen, aber wenn der der Justiz zu lästig wird, dann sorgt man halt dafür, dass der Anwalt mal eben kein Anwalt mehr ist.

Wir kennen da einige Fälle aus der Vergangenheit, wie z. B. den ehemaligen Unteroffizier Oberstleutnant der Luftwaffe Claus Plantiko, die ihren Job zu ernst nahmen, und deshalb ihre Anwaltszulassung verlieren mussten.

Jetzt hat es in Ostdeutschland mal eben den Rechtsanwalt Thomas Lange erwischt. Dem wurde am 11.12.2017 die Anwaltszulassung entzogen. Etwas überraschend war das ja schon, besonders da in der Weihnachtszeit eigentlich der Nikolaus und das Christkind für Überraschungen zuständig sind.

Eigentlich sollte es in dem Verfahren vor dem Anwaltsgerichtshof 4 Termine geben. Drei Termine gab es bereits, und als der Anwalt mit seinen Zeugen im Dezember 2017 zum vierten Termin erschien, schallte ihm ein „April, April“ entgegen, denn man teilte ihm mit, dass das Ergebnis der Verhandlung schon in trockenen Tüchern ist, und man seine Verteidigung und de lästigen Zeugen gar nicht mehr benötigt.

Der Anwaltsgerichtshof machte also noch nicht einmal den Versuch rechtsstaatlich zu wirken. Das Recht auf ein faires Verfahren und das Recht auf rechtliches Gehör war den Herren Volljuristen wohl völlig unbekannt oder wurde von ihnen als unwesentlich angesehen.

Vermutlich haben sie tatsächlich sogar Recht, denn wenn so ein Urteil schon im Vorfeld feststeht, und man sowieso auf Weisung handelt, dann kann man sich auch wirklich sämtlich rechtsstaatliches Getue ersparen.

Hier der Beitrag des betroffenen Anwalts.

https://rechtsanwalt-thomaslange.de/

Es wurde auf die Startseite verlinkt, weil auf den einzelnen Beitrag keine Verlinkung möglich war.

Hier ein Auszug des Beitrags:

Ca. 8.000 Klagen in drei Jahren sind zu viel für die Brandenburgische Justiz und wer die Justiz überlastet, weil er zu viele Klagen gegen zu viele falsche Hartz-IV-Bescheide erhebt, verstößt gegen anwaltliche Kernpflichten. Wer die Machenschaften beim Cottbuser Sozialgericht öffentlich macht und gegen verfassungswidrige Arbeitsweise einiger Richter erfolgreich vorgeht, muss weg. So sieht es jedenfalls das Anwaltsgericht bei der Rechtsanwaltskammer des Landes Brandenburg und hat gegen mich am 11.12.2017 ein vorläufiges Berufsverbot verhängt.

Damit kann ich mich in eine Reihe anderer Rechtsanwälte einreichen, die ebenfalls zum Systemfeind erklärt worden sind, weil sie zu viele Verfahren betreiben. Meist sind es Rechtsanwälte, die sich ebenfalls um die sozialen Rechte ihrer Mandanten kümmern. …

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5 Antworten zu Wieder ein verboten guter Anwalt

  1. justizfreund schreibt:

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    http://www.pnp.de/lokales/landkreis_rottal_inn/pfarrkirchen/2797888_Minister-Dr.-Bausback-bei-Neujahrsempfang-der-CSU.html

    Soweit mein Kommentar noch vorhanden ist, weil der Artikel gefällt mir weniger.

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  2. Korte schreibt:

    Es ist nicht nur C.Plantiko, der als Oberleutnant (Offizier) bei dem BRD-Besatzungssystem in Ungnade gefallen (ich war bei allen Prozessen gegen Plantiko dabei) ist, sondern es sind Unzählige, wovon ich auch viele kennen gelernt habe. Wer im System ist, nicht ständig alles bejubelt, oder es gar noch wagt, Mißstände aufzudecken, den läßt das System nicht nur fallen, sondern verfolgt ihn schlimmer als unsere echten Feinde. Dafür könnte ich hier zahlreiche Beispiele aufführen.

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  3. CIVILCOURAGEblog schreibt:

    Seit ich den ´´Job´´ des Anti-Korrupotionsfuzzis mache, also etwa seit Mitte der 1990er Jahre, sind mir in allen Bundeslaendern (und auch anderen Laendern der gesamten GTlobus, aber viel, viel seltener!!!) solche ´´Gerichte´´ bekannt geworden: Vollkommren Unschludige werden zu Moerdern und ´´ll mit SV´ verurteilt und/oder lebenslang @psychiatrisch geheilt´´, also zu Tode gefoltert. Rechtsanwaelte und Insider, auch unsere ´´Maulwuerfe´´, die solches aufdecken, schweben tagetaeglich nund naechtens in Lebensgefahr. Die ´´CSU-Todesengel´´ haben seit 1945 bundesweit mindestens 150.000 Kinder, Frauen und Maenner in ihren KZ-Psychiatrien umgelegt.

    Und das wird geaendert. Wir aendern sowas. beamtendumm. Und die Welt. Cottbus steht schon lange auf unserer ´´Liste´´…

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  4. Louis schreibt:

    Claus Plantiko war Oberstleutnant – ist das noch „Unteroffizier“?

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