Jürgen Hass: Die freie Enzyklopädie WIKIPEDIA und der vorauseilende Gehorsam durch Selbstzensur

WIKIPEDIA ist ja im Grunde eine gute Idee. Man liest dort:

Wikipedia ist ein Projekt zum Aufbau einer Enzyklopädie aus freien Inhalten, zu denen du sehr gern beitragen kannst. …

Klingt gut, allerdings sieht die Praxis teilweise anders aus. Aus freien Inhalten ist leider nicht immer so frei, und nicht immer sind deine Beiträge dort willkommen, das liegt daran, dass so ein mächtiges Projekt gerne politisch missbraucht wird. Es gibt zahlreiche Beispiele dafür.

Ein Beispiel soll JÜRGEN HASS sein. Jürgen Hass war nicht nur ein Politiker der FDP, sondern sogar Stadtrat und später auch im Kreistag.man findet bei WIKIPEDIA sicherlich viele Politiker. Ich meine, auch Jürgen Hass wurde dort bereits geführt.  Es wäre kein Wunder, denn dieser Politiker war kein ganz normaler Politiker, sondern man muss ihn schon als besonderen Politiker bezeichnen.

Er war mit einer Wahlanfechtung erfolgreich, die Kommunalwahl musste wiederholt werden, und das entsprechende Gesetz wurde sogar geändert.

Außerdem wurde er vom Gericht zu einer Haftstrafe von 3 Jahren verurteilt. Andere Politiker machen den größten Bockmist, aber denen passiert gar nichts, aber Jürgen Hass, wurde zu einer Haftstrafe, weil er als Politiker, illegale Rechtsberatung durchgeführt haben sollte.

Es ist offenbar tatsächlich eine Straftat, wenn ein Politiker den Bürger bei der Wahrnehmung seiner Rechte unterstützt.

Der Politiker ist später ausgewandert. Er lebt jetzt in Südamerika, und hatte dort eine besondere Idee. Nach eigenen Angaben  hat er dort die Vaterschaft für über 1000 Kinder angenommen, für die Deutschland das Kindergeld ins Ausland überweisen muss. Außerdem haben die Kinder dadurch das Recht jederzeit nach Deutschland einzureisen.

Der alte Beitrag existiert anscheinend nicht mehr. Allerdings wurde im Dezember 2017 wieder ein Beitrag über den Politiker veröffentlicht.

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Jürgen Hass

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Begründung: Als Stadtrat und Kindervater nicht relevant Eingangskontrolle (Diskussion) 00:26, 20y. Dez. 2017 (CET)

Jürgen Ernst Hass (* 16. Dezember 1949 in Walsum, heute Duisburg) ist ein deutscher Auswanderer, Kaufmann und ehemaliger Politiker (FDP). Hass ist bekannt dafür, dass er die Vaterschaft für – nach eigenen Angaben – über 1000 Kinder anerkannt hat, ohne deren biologischer Vater zu sein.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Leben
  • 2 Werke
  • 3 Literatur
  • 4 Einzelnachweise

Leben

Hass besuchte die Volksschule, danach die Handelsschule in Walsum. Nach seiner Lehre als Industriekaufmann besuchte er das Abendgymnasium. Es folgten die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (Internationales Steuerrecht). Aus seiner ersten Ehe in Rees hat Hass zwei Söhne.

Hass war ab April 1975 für vier Legislaturperioden Stadtrat im Rat der Stadt Rees für die FDP, ferner auch für zwei Wahlperioden Kreistagsabgeordneter im Kreis Kleve. In dieser Zeit mussten die Kommunalwahlen 1979[1] aufgrund einer stattgegebenen Wahlanfechtung Hass’ noch mal wiederholt werden. Der Spiegel beschrieb diese Episode 2006 so:[2] „Hass klagte, und die Kommunalwahl von 1979 wurde wiederholt. Der Landtag reformierte das Kommunalwahlgesetz. Es war wohl die schönste Zeit im Leben des Jürgen Hass. Er hatte die Stadt in die Knie gezwungen und das Land. Er genoss die Schlagzeilen in den Zeitungen.“ Hass erreichte mit 47 Prozent der abgegebenen Stimmen ein Direktmandat.[3]

1987 wurde Hass zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, weil er Rechtsberatungen[4] zumeist in den Bereichen Steuerrecht, Steuererklärungen, Rentenanträee, Kindergeldanträge usw. Beratungen gegeben hatte, von denen er zwei Jahre bis 1990 verbüßte.[5]

2002 traf Hass die 15 Jahre alte Karina E. in einer Kölner Eisdiele. Sie ging auf den Babystrich und hatte von einem ihrer Freier ein Kind bekommen. Da sie den Vater des Kindes nicht nennen konnte, warfen ihr die Ämter eine Verletzung der sogenannten Mitwirkungspflicht vor und verweigerten ihr den Unterhaltsvorschuss. Vor dem Jugendamt der Stadt Meerbusch erkannte er am 25. Juni 2002 die Vaterschaft an. Die Mutter erhielt daraufhin Unterhaltsvorschuss vom Staat, da Hass zu wenig Frührente bekam, um selbst zahlen zu müssen.[2]

Hass blieb danach ein unbequemer Bürger und erhielt viele Bußgelder. 2004 kam ein Offenbarungseid, 2005 ein Haftbefehl wegen Betrugsverdachts. Hass wanderte nach Paraguay aus. Für seine in Asuncion lebende Tochter beantragte Hass Kindergeld bei der Bundesagentur für Arbeit. Es kam zum Streit vor dem Finanzgericht Rheinland-Pfalz in Neustadt an der Weinstraße, da der Anspruch für sein im Ausland lebendes Kind abgelehnt wurde.[6] Mit seiner bolivianischen Ehefrau hat er drei leibliche Kinder, die in Argentinien, Paraguay und Brasilien geboren sind.

Hass kündigte 2006 an, für eine Vielzahl anderer Kinder die Vaterschaft anerkennen zu wollen. Das betraf einige hundert oder tausend Kinder.[7][8][9][10][4] Nach dem Kindschaftsrechtsreformgesetz von 1998 kann die Vaterschaft von Kindern anerkannt werden, ohne das Kind gezeugt zu haben – wenn die Mutter zustimmt und der biologische Vater nicht bekannt ist. Die im Ausland anerkannten Kinder haben Anspruch auf einen deutschen Pass[11] und samt ihrer Mutter die Möglichkeit des Lebens und Arbeitens in Deutschland. 2006 wurde Hass für mehrere Tage verhaftet; Hintergrund waren anscheinend Anschuldigungen durch die deutsche Botschaft in Asunción.[12] 2006 versuchte Hass eine Klärung, ob er den Bundespräsidenten zwingen könne, die Ehrenpatenschaft für jedes achte seiner vom ihm anerkannten Kinder zu übernehmen; das Verwaltungsgericht Berlin wies die Klage ab.[13][4]

2010 saß Hass im Nationalen Gefängnis in Tacumbú, einem Barrio von Asunción, Paraguay, für mehrere Monate in Untersuchungshaft.[1]

Seit 2011 betreibt Hass ein kleines Alten- und Altenpflegeheim insbesondere für Demenzkranke oftmals deutscher Herkunft.

Aufgrund des Falls von Jürgen Hass wurde vom Gesetzgeber 2008 das Instrument der behördlichen Vaterschaftsanfechtung eingeführt.[14] Die gesetzlichen Vorschriften dazu erklärte das Bundesverfassungsgericht jedoch 2014 für verfassungswidrig.[15][16] Begründet wird der Beschluss unter anderem damit, dass die Vorschriften zum Beispiel die Möglichkeit offen ließen, ob das betreffende Kind staatenlos würde.

Werke

  • Jürgen Hass, Peter Seck: Die 100 größten NS-Verbrecher im 2. Weltkrieg. Band 1, Verlag MBS, 2015, ISBN 978-9462547384.

Literatur

  • Ingo von Münch: Die deutsche Staatsangehörigkeit: Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft. 2007. Seite 143

Einzelnachweise

 

Urteil des Bundesverfassungsgericht vom 17. Dezember 2013, veröffentlicht am 30. Januar 2014, Az. 1 BvL 6/10

 

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Kaum war dieser Beitrag wieder bei WIKIPEDIA wieder erschienen, da wurde er schon wieder mit einem Vermerk versehen.

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Begründung: Als Stadtrat und Kindervater nicht relevant Eingangskontrolle (Diskussion) 00:26, 20y. Dez. 2017 (CET)

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Erstaunlich, so ein ehemaliger Politiker mit dieser Vita soll also nicht relevant sein. Dass dies völliger Quatsch ist, dürfte klar sein, wenn man sich den Beitrag und die Geschichte von Herrn Hass angesehen hat.

Wäre WIKIPEDIA wirklich eine freie Enzyklopädie, dann würde der Beitrag ganz sicherlich dort stehen bleiben. Allerdings wird es diesem Beitrag so gehen, wie vielen anderen Beiträgen auch, die aus politischen Gründen unbequem sind. Die „freiwillige“ Selbstzensur greift ein, und wird den Beitrag wieder löschen, weil das Volk nicht auf „dumme Ideen“ gebracht werden soll. Natürlich möchte der Staat nicht, dass noch mehr Systemkritiker auf die Idee kommen, die Vaterschaft für fremde Kinder anzuerkennen, und so dem Staat jährlich evtl. Millionenkosten entstünden. Außerdem erhalten solche Kinder natürlich auch ein Einreise- und Aufenthaltsrecht für Deutschland. Das gilt aber nicht nur für die Kinder selbst. Wenn die Kinder noch minderjährig sind, gilt dies natürlich auch für die Mutter. Sind weitere minderjährige Geschwister vorhanden, dann wird man diese nicht von der Mutter trennen können, und auch deren Einreise wäre kaum zu verhindern.

Haben die Kinder unterschiedliche Väter, eines einen deutschen Vater, und die anderen einen (oder mehrere?) ausländischen Vater, könnte auch hier ein Aufenthaltsrecht bestehen.

Ein Mann wie Herr Hass hat also zu ganz erheblichen Veränderungen in diesem Land beigetragen. Eine Wahlwiederholung erreicht nun mal nicht jeder, und Kindergeld für mehr als 100 oder sogar 1000 Kinder erhält sonst auch keiner mehr in Deutschland. Eine Löschung mit der von WIKIPEDIA vorgetäuschten Begründung ist somit schlichtweg absurd. Allerdings wird WIKIPEDIA in solchen Fällen niemals die tatsächlichen Gründe veröffentlichen. Vorauseilender Gehorsam macht sich nämlich nicht gut, wenn man angeblich eine FREIE Enzyklopädie ist.

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3 Antworten zu Jürgen Hass: Die freie Enzyklopädie WIKIPEDIA und der vorauseilende Gehorsam durch Selbstzensur

  1. In https://web.facebook.com/groups/BlHndAusbildung/ sind ALLE willkommen! Wann wirst du Mitglied? Guten Rutsch ins neue Jahr!

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  2. korte schreibt:

    Strafe wegen verbotener RechtSberatung wurde und wird häufig „verhängt“. Ob die „Ankläger“ und „Verhänger“ Nazis sind ? Denn dieses RechtSberatungsgesetz wurde doch angeblich von den Nazis eingeführt, um Juden von der RechtSwahrung abzuschneiden ! Darum wird doch heute auch der – Kampf gegen RECHTS – gepredigt, weil angeblich RECHTS alles Nazis sein sollen. Ob die Wiki- Schreiber das wissen und was rechts oder Nazis sein sollen ? Da habe ich doch große Zweifel.

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  3. Karl schreibt:

    Frohe Weihnachten und viel Glück im neuen Jahr 2018. https://web.facebook.com/groups/MeineRepublikDeutschland wird etwas bewegen, sobald wir viele Mitglieder sind.

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