GERETTET: Erwin das Eichhörnchen

Als ich in die Siedlung zog, gab es hier einige Igel. Teilweise waren 3 Igel gleichzeitig bei mir im Garten. Beinahe täglich waren die dort, natürlich hauptsächlich am späten Abend oder in der Nacht.

Seit 2015 bemerkte ich, dass die Igel vermutlich weniger geworden waren, oder innerhalb der Siedlung verzogen waren. Zwar traf man noch immer 3 Igel, aber in der ganzen Siedlung, und auch wesentlich seltener.

Ich hatte die Hoffnung, dass sie dies in diesem Jahr wieder verbessern könnte. Schon kurz nach dem Winterschlaf sah ich einen Igel, der vielleicht bei mir im Garten überwintert haben könnte. Schon einige Jahre zuvor war das schon der Fall.

Vor ca. 2 Wochen fand dann ein Hund am Freitag Nachmittag einen jungen Igel auf der Straße. Wir waren verwundert, weil diese Zeit keine typische Zeit für Igel ist. Das Tier war noch so klein, dass wir befürchteten, es könnte nicht überleben. Zunächst holten wir ihn von der Straße, und brachten ihn zurück ins Gras. Ich habe dann noch versucht ihn mit Katzenfutter zu füttern, aber er war noch zu jung dafür, und rührte das Fressen nicht an.

Drei Tage später bestätigte sich dann unsere Vermutung. Spielende Kinder fanden den jungen Igel tot im Gebüsch. Schade, denn unsere Siedlung hätte ruhig noch ein paar Igel gebrauchen können.

Anders sieht es aus mit den Eichhörnchen. Bis vor zwei Jahren sah ich Eichhörnchen nur am Rande der Siedlung. Das waren immer die hellbraunen europäischen Eichhörnchen. Im letzten Jahr sah ich dann auch schon mal ein hellbraunes Eichhörnchen in der Siedlung, aber bis zu mir in den Garten kam keines, weil mein kleiner Garten direkt gegenüber mehreren Hochhäusern ist, und es daher für die Eichhörnchen sichere Plätze gab, wo man nicht so schnell dem Menschen begegnet.

Das hat sich in diesem Jahr geändert. Die Anzahl der Eichhörnchen hat stark zugenommen, und zwei Jungtiere sind offenbar auch weniger menschenscheu. Beinahe täglich huschen die Eichhörnchen mitten durch die Siedlung, und auch bei mir im Garten sieht man sie.

Man kann die beiden Tiere gut unterscheiden, denn es ist ein hellbraunes Tier und ein dunkelbraunes Eichhörnchen. Das ist ein wenig verwunderlich, denn die hellbraunen Eichhörnchen sind eigentlich die heimischen Tiere, und bei den dunkelbraunen Eichhörnchen handelt es sich normalerweise um zugewanderte amerikanische Tiere, die die europäischen Tiere immer häufiger verdrängen, weil sie auch deutlich größer sind.

In diesem Fall scheinen mir aber beide Jungtiere ähnlich groß zu sein. Allerdings wurde mir berichtet, dass auch diese beiden Tiere bereits beobachtet wurden, wie das eine Tier, vermutlich das dunklere Eichhörnchen, das andere gejagt hat. Das kann aber in dem Alter vielleicht auch nur Spiel gewesen sein.

Am Samstag konnte ich einem Tier vermutlich das Leben retten, in dem ich mich einem rasenden Autofahrer in den Weg geworfen habe.

In unserer Siedlung gibt es keine Bürgersteige, weil das als Spielstraße deklariert ist. Erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist Schrittgeschwindigkeit, was natürlich kaum eingehalten wird. Das ist normal, aber manchmal sind einige Autofahrer schon sehr flott unterwegs.

Gestern habe ich meine Wohnung verlassen, und sah in der Nähe meines Gartens Erwin, das dunkle Eichhörnchen. Ich habe sie einfach beide Erwin getauft, weil ich Erwin irgendwie passend für Eichhörnchen finde.

Was macht Erwin, wenn er einem Menschen begegnet? Natürlich haut er ab, das ist einfach normal. Jetzt liegt das Grundstück direkt an der Straße und in einer Kurve. Keine gute Idee ausgerechnet dort übermäßig schnell zu fahren. Natürlich wollte Erwin auf die andere Straßenseite flüchten, als dann gerade der Raser um die Kurve kam. Ich befand mich mit dem Rollstuhl auch auf der Spielstraße, die auch noch so schmal ist, dass da keine zwei Autos sich begegnen sollten. In dieser Kurve mit über 30 km/h anzukommen ist schon ziemlich optimistisch, für spielende Kinder, Rollstuhlfahrer oder flüchtende Eichhörnchen auch sehr gefährlich. Da ich mich auf der Innenseite der Straße befand war ich natürlich auch spät für den Autofahrer zu sehen, und das kleine Eichhörnchen hat der Autofahrer überhaupt nicht gesehen. Ich habe deshalb meinen Rollstuhl „todesmutig“ quer gestellt, damit mich der Autofahrer etwas früher sieht, und rechtzeitig abbremsen muss. Das hat auch geklappt. Die Mitbewohner haben dann noch mächtig über den Raser geschimpft, aber Erwin und mir war ja nichts passiert.

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