Besuch bei der Demo vom Väteraufbruch in Köln

Bereits 2016 war ich in Köln und hatte an der Demo vom Väteraufbruch teilgenommen. Das war damals schon eine ziemlich gute und große Demo. Kein Wunder, der Verein hat 3.500 Mitglieder, aber dafür war auch die Demo 2016 doch noch zu klein. In diesem Jahr sollte das noch viel schlimmer werden. Über die Zahlen wird im Internet gestritten, die offiziell verkündeten 105 Teilnehmer kann ich, und auch andere Teilnehmer nicht bestätigen. Deshalb halte ich mich mit absoluten Zahlen zurück, ich bin mir aber sicher, dass es 2016 mindestens dreimal mehr waren.

Eigentlich wollte ich gar nicht mehr nach Köln fahren, weil ich ich mich aus dem Thema KINDERKLAU verabschiedet habe. Ich war in dem Bereich sehr aktiv unterwegs, seit dem ANTONYA mit 13 Jahren aus dem Kinderheim abgehauen war. Betroffener war ich keiner, weder beim Kinderklau, noch bei Trennungskindern.

Antonya war im Januar 2013 von einer Richterin und dem Jugendamt Osterholz-Scharmbeck gewaltsam aus der Schule geholt worden. Man muss schon von Wildwest-Manier sprechen, denn das eine Richterin zur Schule fährt, um gewaltsam ein Kind aus der Schule zu holen und ins Kinderheim zu bringen, erlebt man in Deutschland sonst kaum. Einen berechtigten Grund für dieses Maßnahme gab es tatsächlich nie, und so eierten die Behörden auch kräftig rum, als sie nach Antonyas Flucht befragt wurden.

Mal lag angeblich häusliche Gewalt „in der Luft“, mal waren es angeblich viele Fehltage in der Schule, oder auch angeblich fehlende soziale Kontakte des Kinds, das immerhin ein Gymnasium besuchte.

Wie üblich hatte man nach der unberechtigten gewaltsamen Inobhutnahme auch noch gleich den Kontakt der Eltern zu ihrem Kind (und umgekehrt) unterbunden, und war am Ende dann doch kläglich gegen die damalig 13-Jährige gescheitert. Antonya war nach ca. 6 Monaten nicht mehr bereit das perverse Spielchen von Gericht, Heim und Jugendamt mitzuspielen. Zunächst positionierte sie ein Video bei youtube mit einem Hilfeschrei, und flüchtete aus dem Kinderheim, dass die perverse Heimleitung ganz „Schwarz“ sah. Jo Conrad hatte dann eine Fernsehsendung über die Familie gemacht, und die Eltern flohen dann vor dem Jugendamt und Justiz nach Polen, bis durch den Druck der Öffentlichkeit das zuständige OLG den Eltern das Sorgerecht zurückgab.

Mit meinen zwischenzeitlich 300-400 Beiträgen über diesen Fall habe ich erheblich zum Umdenken der Justiz beigetragen. Lt. RTL ist Antonya der berühmteste Fall von Jugendamtswillkür.

Auch danach war das Thema KINDESWOHL etc. hier weiter ein Thema. Besonders die vom WDR/MONITOR aufgedeckten Skandale um das Jugendamt Gelsenkirchen und die LIFE-JUGENDHILFE des SPD-Stadtverordneten Gerd/Gerhard Lichtenberger wurden hier reichlich skandalisiert. Es gab sogar strafrechtliche Ermittlungen gegen mich. Sowohl die Strafverfahren bezüglich des Kinderheims wo Antonya untergebracht war, als auch von G. Lichtenberger wurden gewonnen. G. Lichtenberger wollte mir auch zivilrechtlich einen Maulkorb verpassen, und versuchte mit einer absurden Streitwerterhöhung von 100.000 Euro mich zum Schweigen zu bringen. Der Schuss war aber nach hinten losgegangen. Am Ende durfte Lichtenberger die Zeche selber bezahlen.

Im Mai 2017 gab es dann noch eine Demo für Familien- und echte Kinderrechte in Bochum. Auch der Väteraufbruch wurde über diese Demo informiert, aber keiner der 3.500 Mitglieder beteiligte sich an der Demo. Dabei wäre gerade eine Demo für Familien- und Kinderrechte notwendig, die nicht nur ein Teilgebiet, wie z.B. Väterrechte, umfasst.

ALLEN KINDERN BEIDE ELTERN ist zwar richtig, aber noch zu wenig. Kinderrechte ist mehr, als nur der Kontakt zu beiden Eltern nach einer Trennung. Unsere Demo mit Bobby-Cars und anderen Kinderfahrzeugen wäre die richtige Plattform dafür gewesen. Auch bei der Väterdemo in Köln waren zwei Teilnehmer mit Bobby-Cars unterwegs, die  mit diesem kindgerechten Medium für Aufmerksamkeit sorgten.

Allerdings stand die Demo in Bochum nicht unter dem besten Stern, denn die Arbeit durfte im wesentlichen von 2 Personen gemacht werden, die zu dem keine Betroffenen waren. Die betroffenen Mütter aus Bochum und Umgebung waren weder bei der Organisation eine große Hilfe, noch beim Auf und Abbau der Demo.

Selbst eine Nachbesprechung der Demo, um zu klären was man zukünftig anders und besser machen kann, war mit den betroffenen Personen nicht wirklich möglich. Lieber beschimpfte man die Organisatoren als sich aktiv zu beteiligen. Dies führte dann dazu, dass ich mich im Juni entschloss dieses Thema komplett zu beerdigen. Auch Köln hatte sich damit eigentlich erledigt.

Ich war dann trotzdem da, da unsere GANS aus Aachen an der Demo in Köln teilnehmen wollte, und mich mit einer Schweinshaxe nach Köln gelockt hatte. Außerdem hatte ich Ninja schon zugesagt, und wollte die jetzt nicht alleine nach Köln fahren lassen. Immerhin konnte ich sie einen Teil der Strecke kostenlos mitnehmen.

Da Ninja an dem Tag Umgang mit ihrem Kind hatte, konnten wir erst ab kurz nach 15 Uhr in Köln sein. Wie ich erfahren habe, waren zu dieser Zeit schon die ersten Teilnehmer wieder weg. Da fragt man sich warum die überhaupt gekommen sind.

Von den Reden am Kölner Dom hatte ich nicht viel mitbekommen. Nur den letzte Redner konnte ich mir anhören. Ehrlich, das war zwar eine Väter-Demo, aber zum Glück nehmen da auch einige Frauen teil, die die Sache unterstützen. Da fand ich diese Rede unpassend. Will man die Unterstützerinnen etwa vertreiben?

Vermutlich nicht, aber manche Väter sind halt gegen die Mütter ihrer Kinder so negativ eingestellt, wie die Mütter gegen die Väter. Hier sollten sich manche Redner überlegen, dass es um das Kindeswohl geht, und nicht um einen Machtkampf gegen die Ex.

Nach der Rede ging es ab ca. 15:30 Uhr durch die Innenstadt von Köln. Im letzten Jahr war das mit den wesentlich mehr Teilnehmern natürlich schöner. Die großen Plakate waren gut, und auch die beiden Fahrer von Display2go.info waren was besonderes.

Natürlich hat unsere Gans aus Aachen mit seinen beiden Bobby-Cars die Blicke auf sich gezogen. Wie mein Bobby-Car hinter dem Rollstuhl ankam, kann ich nicht sagen, da ich hinten natürlich keine Augen habe, und deshalb nicht mitbekam, was da los war.

Auf der Strecke sprach mich noch eine mir unbekannte Frau namentlich an. Sie freute sich, dass ich da war, und meinte, dass sie schon viel von mir gelesen hat.

Soweit mir bekannt ist wollten auch betroffenen Mütter aus Bochum und Kleve kommen, aber die waren nicht da. Eine Frau aus Wuppertal soll dagewesen sein, aber ich habe sie nicht gesehen, weil sie schon gegen 15 Uhr wieder weg war. Auch ein gewisser Herr Erbe wurde nicht gesehen, dabei wollte er doch angeblich wegen unserer Gans aus Aachen extra kommen.

Eine völlig unnötige Aktion gab es dann noch gegen Ende der Kundgebung. Frank Engelen hatte man 2 Minuten vor Ende seiner Rede das Mikro abgenommen, angeblich aus Zeit gründen. Diese Aktion empfanden viele als genauso überflüssig wie die anschließende Reaktion von Frank Engelen, der dann lautstark krakeelend sich beschwerte und von Zensur sprach. Beides war der Demo sicherlich nicht dienlich.

Anschließend ging ich mit der Gans aus Aachen noch die Haxe essen. Ich wusste gar nicht dass Köln dafür besonders bekannt ist.

So weit man hier auch Kritik lesen kann betrifft diese weniger die Organisatoren und Veranstalter, sondern hauptsächlich die betroffenen Väter. Ich frage mich ernsthaft ob den Vätern ihre Kinder wirklich was bedeuten. Wollen die nur jammern, oder wollen die mal was verändern? Letzteres darf man durchaus bezweifeln, wenn man sich die Entwicklung der Teilnehmerzahlen betrachtet.

Da haben sich unsere Vorfahren ein Demonstrations- und Versammlungsrecht erstritten, und die heutige Genration ist weitgehend zu faul den Hintern zu bewegen, und für ihre Kinder und ihre Rechte auf die Straße zu gehen.

Wenn man sich die Entwicklung der Väter.Demo ansieht, dann kann man über unsere Demo in Bochum schon einigermaßen zufrieden sein. Natürlich waren wir weniger, aber wir habe auch keinen Verein mit 3500 Mitgliedern im Rücken. Außerdem sind vom Kinderklau durch die Jugendämter noch immer weniger Kinder betroffen, wie Kinder von der Trennung ihrer Eltern.

Meine Entscheidung, dieses Thema nicht mehr weiter zu verfolgen scheint mir auch unter dem Hintergrund mangels Interesse betroffener Eltern die richtige Entscheidung gewesen sein. Sicherlich werden es die Jugendämter in den nächsten Jahren schaffen die Schallmauer von 100.000 Kinder zu klauen, aber wen interessiert das schon.

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2 Antworten zu Besuch bei der Demo vom Väteraufbruch in Köln

  1. Korte Werner schreibt:

    Früher sagten alte Leute:“Hannemann geh Du voran….“ . Daran hat sich bis heute nichts geändert. Unsere Gegner halten zusammen, deshalb sind sie stark. Die Jammerlappen halten nicht zusammen und meinen, die ANDEREN sollen es tun. Darum erreichen die Jammerlappen auch nichts und es wird sich auch nichts ändern. Die Stärke unserer Gegner ist unsere Schwäche. Die nutzen die Gegner (Volksdiener, von wenigen löblichen Ausnahmen abgesehen) scham- und hemmungslos aus.

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  2. gerks schreibt:

    Da du dies als Insider beschreibt verzichte ich auf jede Kritik daran, da ich das mit Sicherheit nicht beurteilen kann.
    Was ich aber sagen kann ist, dass die Größe eines Vätervereins GAR NICHTS über die zu erwartende Teilnehmerzahl aussagt. Der VoR in Österreich hat auch hunderte Mitglieder und von denen kommen wenn es viele sind, eine Handvoll und zwar immer die gleichen zu Kundgebungen
    Der Grund ist ähnlich wie bei euch. Zwistigkeiten zwischen Leuten, Verdächtigungen und Machtspielchen. Ich habe im Vorfeld genau gesehen, wieso es nur wenige werden würden,obwohl ich auf viele gehofft habe. Egal wo ich oder andere aufgerufen haben, war kaum Reaktion. Dort wo sich welche gemeldet haben, wurde zu oft gesagt, es hätte ja sowieso keine Sinn und daher würde man es lassen.
    Du hast vollkommen recht, so wird gar nichts zu Stande kommen. Wenn gerufen wird, kommt man. Punkt. Das von den 3500 Leuten aus Köln keine nach Bochum gekommen sind, ist genau auf das Gleiche zurückzuführen. 0 Soldiarität
    Es muss keiner auf die Kundgebung kommen, wenn einem das nicht passt. Aber wenn ein Demonstrationszug angekündigt wird, der für Gleichberechtigung aller losziehen soll, dann ist es VERDAMMTNOCHMAL eine Pflicht dort mitzulaufen, wenn man es mit der Sache ernst meint und es möglich machen kann.

    Ich verstehe daher deinen Ärger sehr gut. Es war aber trotzdem eine sehr bereichernde Erfahrung die ich machen durfte in Köln, weil so „enttäuschend klein“ die Demo auch war, so kraftvoll war sie. Für mich jedenfalls. Und dass am Ende auch noch die FDP der Schlussveranstaltung durch das Vorbeischicken eines Politikers zusätzliches Gewicht verliehen hat, war das Sahnehäubchen.

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