Neuer Jugendamtsflyer

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Quelle: Neuer Jugendamtsflyer

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4 Antworten zu Neuer Jugendamtsflyer

  1. spöke schreibt:

    1933 gab es keine Jugendämter. Sie wurden der Jugendwohlfahrt ,dem BDM oder der HJ unterstellt.

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    • beamtendumm schreibt:

      Welche Jahreszahl sollte nun als eine Art Gründungsdatum für das Jugendamt/JA gelten? Die Antwort ist nicht leider eindeutig:

      Denn es gab bereits in der 2. Hälfte des 19 Jh. Tendenzen zu einer Verselbständigung der Jugendfürsorge in besonderen Ämtern. Diese Absicht konkurrierte allerdings mit der Auffassung derjenigen, die meinten, die ohnehin erforderliche Armenrechtsreform sollte auch die Kinderarmenpflege umfassen, und der Erziehungsgedanke sei noch nicht ausreichend entwickelt, um dafür eine selbständige Organisationseinheit außerhalb der Armenpflege zu begründen.1

      Der 1880 gegründete Deutsche Verein für Armenpflege und Wohltätigkeit (seit 1919 Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge/DV) wird dann der überregionale Austragungsort dieser Auseinandersetzung.2 Insbesondere eine Untersuchung des Mainzer Bürgermeisters Georg Schmidt, die er im Auftrage des DV zur Organisation der städtischen Jugendhilfe im Städtevergleich durchgeführt hatte (von 80 Großstädten hatten sich 55 beteiligt), brachte die inhaltliche Wende3: Denn auf dieser Grundlage wird schließlich erstmalig „die Forderung nach einem besonderen Jugendamt erhoben, von Schmidt ‚als städtische Zentrale für Jugendfürsorge’ bezeichnet’.4

      Infolge dieser fachlichen Diskussionen werden jedenfalls bereits vor Inkrafttreten des Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes/RJWG eigenständige Jugendbehörden eingerichtet (Hamburg 1910, Mainz 1900/1909, endgültig 1920, Nürnberg 1909/1920, Breslau 1912, Lübeck 1913, Frankfurt/M 19145). „ … Städte wie Mainz und Hamburg trugen dem öffentlichen Erziehungsanspruch, der um 1910 längst über die Aufgaben der Armenfürsorge hinausgegangen war, insofern Rechnung, als sie eigene, von der Armenverwaltung unabhängige Fürsorgebehörden schufen.

      Aus diesem für die damalige Zeit avantgardistischen und umstrittenen Organisationstyp sollte das Jugendamt der Weimarer Zeit hervorgehen“6.
      Das ‚erste Gründungsdatum’ ist dann wohl 1910, die Errichtung der Hamburger Behörde für öffentliche Jugendfürsorge7.

      https://elternbewegung1.jimdo.com/das-jugendamt-ab-1924/

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      • beamtendumm schreibt:

        Die Wende sollte dann das RJWG von 1922 bringen, dessen Inkrafttreten für den 1. April 1924 vorgesehen war – dazu kam es in der zunächst beschlossenen Form allerdings nicht. Am 24. Februar 1924 erließ die Reichsregierung die ‚Verordnung über das Inkrafttreten des RJWG’, mit der die Teile des neuen Gesetzes außer Kraft gesetzt wurden, die neue/erweiterte Aufgaben und die Errichtung von Jugendämtern (und Landesjugendämtern) vorsahen.

        In Kurzfassung: Wer konnte (es also finanzieren konnte und auch fachpolitisch wollte) konnte, wer nicht, musste nicht – und das galt für Organisation und Aufgabenwahrnehmung.

        Aus dieser Zeit stammt im Übrigen auch das unsägliche Begriffspaar ‚Pflichtaufgaben’ und ‚freiwillige Aufgaben’, das bis heute noch in manchen Köpfen spukt.8

        Trotz dieser Hemmnisse entwickelten sich aber Aufbau und Organisation der Jugendämter bemerkenswert, jedenfalls wird vielerorts „die vom Reichsgesetz ermöglichte Freiheit bei der Organisation von Jugendämtern … genutzt“.9

        Es bildeten sich drei Gruppen von Jugendämtern heraus: selbständige, andere als Teil eines Wohlfahrtsamtes oder als Teil anderer kommunaler Dienststellen.

        Aber: Obwohl die Jugendämter organisatorisch und vor allem inhaltlich noch ein Bild von ‚Beliebigkeit’ bieten, ist 1924 das eigentliche Gründungsdatum; das RJWG war dann trotz aller Bedenken die entscheidende Initialzündung für die flächendeckende Einrichtung von Jugendämtern.

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      • beamtendumm schreibt:

        Großes Kopfzerbrechen verursachte die besonders in der letzten Kriegszeit immer häufiger notwendig werdende Verlegung von Dienststellen, hervorgerufen durch die Vernichtung der ursprünglichen Unterkünfte. Hiervon wurden insbesondere betroffen das Steueramt, Wohlfahrtsamt, Jugendamt, Gesundheitsamt, Stadtamt für Familienunterhalt, Garten- und Friedhofsamt, Stadtamt für Leibesübungen, Statistische Amt, Wirtschaftsamt, Polizeiamt, der Fuhrpark, die Hauptfeuerwache und die Stadtwerke.

        http://www.bochumer-bunker.de/organisatorisches.html

        Bochum berichtet also, dass es dort bis 1945 ein Jugendamt gab.

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