Frau Wagner gewinnt gegen die blauweisse Fahrschule.

So nicht, und schon gar nicht mit Ninja Wagner.

Auf der Kurt-Schuhmacher-Straße in Gelsenkirchen befindet sich eine Fahrschule. Mitten in der „Fan-Meile“ des Traditionsverein Schalke04.

Sicherlich ist der Geschäftsführer der Fahrschule auch ein großer Fußballfan, aber das sagt natürlich noch nicht aus, dass man besonders empfehlenswert oder seriös ist. Beim Umgang mit Mitarbeitern scheint man zumindest noch einigen Nachholbedarf zu haben.

Frau Wagner hat im März 2016 bei dieser Firma angefangen. Schon die Umstände haben einen faden Beigeschmack. Es gab dort schon eine Mitarbeiterin. Die hatte eine Halbtagsstelle, hätte aber gerne Vollzeit gearbeitet. Angeblich wollte der Chef der Fahrschule die Frau aber lieber ganz loswerden. Über Bekanntschaft bekam dann Frau Wagner dort einen Job, obwohl sie so etwas noch nie gemacht hatte. Es war ein leichter Job, denn besonders viel war da nicht zu tun, und die vorhandene Mitarbeiterin sollte die Neue auch einarbeiten. Man verstand sich sogar, aber die Mitarbeiterin ahnte nun, dass es mit der Vollzeitstelle nichts mehr werden würde. Vielleicht ahnte sie später sogar mehr.

Neben Kaffeekochen und Putzen hatte sie noch viel Zeit, besonders für einen alten Schalke-Spieler, der 1958 mit dem Verein noch Deutscher Meister wurde, und nun meist mehrfach täglich die Fahrschule besuchte.

Nach einigen Wochen bekam Frau Wagner dann zufällig ein Telefonat eines geschwätzigen Fahrlehrers mit, der erklärte, dass der Chef beide Angestellte entlassen will, und diese aus Kostengründen durch eine Auszubildende ersetzen möchte. Für Frau Wagner war das der letzte Arbeitstag, sie hat ihrem Chef mitgeteilt, dass sie unter diesen Umständen nicht mehr kommt.

Natürlich wollte sie ihre geleistete Arbeitszeit schon bezahlt haben, aber da wurde der Geschäftsführer etwas knauserig. Im folgenden Monat kam kein Geld von der Fahrschule. Der Chef wusste nicht, was er ihr zahlen sollte. Frau Wagner teilte ihm mit, dass der Mindestlohn zur Zeit 8,50 € beträgt, aber das war dem Chef viel zu viel, immerhin ergab das die wahnsinnige Summe von ca. 500 Euro, die Frau Wagner zu bekommen hätte, und das für ca. 60 Stunden Arbeit.

Nun wollte Frau Wagner aber auch nicht ganz umsonst gearbeitet haben, und hat dann vor dem Arbeitsgericht Klage gegen die Fahrschule eingereicht. Es gab einen Termin, und ich war auch bei der Verhandlung. Zunächst sah es so aus, als ob von der Fahrschule keiner kommen würde, aber mit einiger Verspätung kam einer, der erklärte, dass er von seinem Chef geschickt wurde, aber eigentlich gar nichts dazusagen könnte. Er war aber immerhin befugt Frau Wagner die stolze Summe von 200 Euro anzubieten. Dann wäre Frau Wagner doch mit fast 4 Euro die Stunde ganz fürstlich bezahlt worden, wo sie doch auch noch kostenlos Kaffee trinken konnte.

Die Richterin des Arbeitsgerichts fand nun den Auftritt der Fahrschule alles andere als toll, und meinte, wenn man jemand schickt, der gar nichts zur Lösung der Klage beitragen kann, und auch nicht weiß, wann Frau Wagner überhaupt gearbeitet hat, dann könnte sie auch ein Säumnisurteil gegen die Fahrschule fällen. So kam es dann auch, aber die Fahrschule fand das nun nicht lustig, und fuhr nun die schweren Geschütze auf. Gegen das Säumnisurteil wurde Rechtsmittel eingelegt, und ein Anwalt eingeschaltet. Man machte dann Frau Wagner ein wirklich großzügiges Angebot. Statt 200 Euro sollte sie jetzt sogar 300 Euro bekommen. Darauf ging die ehemalige Mitarbeiterin aber nicht ein. Es sollte einen neuen Verhandlungstermin am 26.9.2016 geben.

Da Frau Wagner inzwischen nicht mehr in Gelsenkirchen wohnt, fuhr sie am Freitag schon nach Gelsenkirchen. Auf der Fahrt im Intercity bekam sie dann die Nachricht, dass der Termin abgesagt wurde, weil die Fahrschule nun sogar schon 400 Euro an Vergleich angeboten hat. Der Anwalt von Frau Wagner empfahl ihr unbedingt das Angebot anzunehmen, aber Lady Zocker lehnte das ab. Sie war inzwischen richtig sauer auf diese Fahrschule und hätte die am Liebsten schwarzgelb angestrichen.

Es sollte nun noch im November einen weiteren Termin beim Arbeitsgericht geben, aber dazu wird es nun nicht mehr kommen. Die Fahrschule hat ihren Widerspruch gegen das Säumnisurteil zurückgezogen, und damit die Forderung von Frau Wagner endgültig anerkannt. Gute Arbeit Lady Zocker, aber der Fahrschule sei mal gesagt, dass man das wesentlich billiger hätte haben können.

Wenn man schon den Mindestlohn nicht zahlen kann oder will, dann sollte man halt auch niemand beschäftigen. Und wenn man den Lohn einer Mitarbeiterin zukünftig direkt bezahlt, dann spart man sich demnächst zumindest die Anwalts- und Gerichtskosten. Die kann man doch wesentlich besser auf Schalke in Bier und Bratwurst anlegen.

Ich jedenfalls werde mich zur Feier des Tages von Frau Wagner gerne auf ein Bier oder Bratwurst einladen lassen, und dabei natürlich ganz lt. singen: „Blau und weiß, wie lieb ich dich…“ singen, gemeint ist aber damit bestimmt keine Fahrschule.

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4 Antworten zu Frau Wagner gewinnt gegen die blauweisse Fahrschule.

  1. Otto Schmidt schreibt:

    Du erzählst einen dünnschiss das muss doch schon weh tun

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    • beamtendumm schreibt:

      Dünnschiss ist dünn, trotzdem schreibt man das groß. Das muss ein Fahrlehrer aber nicht unbedingt wissen.😉
      Ob Frau Wagner das auch für Dünnschiss hält? Zumindest ist das Geld inzwischen auf ihrem Konto eingegangen.

      Ist das etwa normal, dass Lohn-Gehalt für März-April erst Mitte Nov. bezahlt wird?

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    • Justizfreund schreibt:

      Du scheinst mir ein blau weisser Jurist zu sein?

      Richterin B. 19.11.2016 7:02Uhr: “Der Sachverständige B. gelangte unter Zugrundelegung der aus dem Beitrag gewonnenen Erkenntnisse aus psychiatrisch-psychologischer Sicht zu dem Ergebnis, dass beim Otto Schmidt jedenfalls eine forensisch relevante wahnhafte Störung vorliegt. Diese ergebe sich daraus, dass der Otto in seinem Beitrag an den BDF zum Ausdruck gebracht hat, dass das geschriebene des Chefs vom BDF für dünnschiss hält und sich dadurch ungerecht behandelt fühlt.”

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