AMTSGERICHT OTTERNDORF: Hintern Mond wo Dummheit wohnt

Das Amtsgericht Otterndorf ist so klein, und unbedeutend, dass ich das Kaff zunächst auch noch falsch geschrieben habe. Otterndorf, wo liegt das denn?. Das liegt sicherlich hinterm Mond, wo die Dummheit wohnt.

Immerhin, google hat das Nest gefunden. Das liegt in Niedersachsen. Ob die schon Internet haben? Vermutlich erst seit einer Woche, denn wenn man sich die Seite des Amtsgericht mal ansieht, dann findet man dort weder einen Geschäftsverteilungsplan zum Download, noch kann man dort Termine abfragen.

Das wäre vielleicht auch etwas viel Luxus auf einmal, und man möchte ja die Mitarbeiter des Gerichts auch nicht überfordern. Ich habe den Eindruck, dass das für manche schon passiert ist, als man die dortige Telefonanlage von der Wählscheibe auf Tastaturtelefone umgestellt hat.

Kein Geschäftsverteilungsplan online, keine Termine online, dann sollte man halt wenigstens in der Lage sein Termine herkömmlich vernünftig zu bearbeiten. Aber hinterm Mond, wo die Dummheit wohnt, da ist auch das keine Selbstverständlichkeit.

Eigentlich sollte am 6. Oktober beim AG Otterndingsbums eine Verhandlung in einer Familiensache stattfinden. Eigentlich. Eigentlich sollte der Termin um 9:30 Uhr im Saal “ NG stattfinden. Mitgeteilt wurde das am 21.9.2016 und betraf das Aktenzeichen NZS 7 F 259/16 UG.

Eigentlich sollte der Termin dann nicht mehr stattfinden. Eigentlich. Eigentlich hatte man der Familie Stelling mit Schreiben vom 30.9.2016 mitgeteilt, dass der Termin nun nicht stattfinden würde. Eigentlich gab es dafür sogar vernünftige Gründe. Die Richterin Kühn war nämlich der Meinung, dass der Termin im Moment keinen Sinn macht, weil sie Akten vom AG Stade angefordert hatte, und diese zur Zeit nicht zur Verfügung standen. „Ohne die Kenntnis der umfangreichen Vorgeschichte macht ein Termin in dieser Sache wenig Sinn“, ließ die Richterin mitteilen.

Eigentlich kann man aber nur noch mit dem Kopf schütteln wenn dann am 5. Oktober 2016 Post vom Gericht eingeht, und man nun eine Ladung für den 6.10.2016 erhält, und man nun plötzlich um 10:30 Uhr im Saal 16 HG erscheinen soll. Wieder geht es dabei um das Aktenzeichen NZS 7 F 359/16 UG. Findet denn jetzt der Termin statt oder nicht?

Noch merkwürdiger wird es, wenn man sich das Datum der schreiben ansieht.

Das 1. Schreiben (Ladung) stammte vom 21.9.2016

Das 2. Schreiben (Abladung) stammte vom 30.9.2016

Das 3. Schreiben (Ladung) stammte vom 29.9.2016

Nun kann man wohl davon ausgehen, dass der Termin doch nicht stattfindet. Zwar ging das Schreiben (Ladung) vom 29.9. zuletzt ein, aber die Abladung hat ein späteres Datum. Das Ganze spricht man wieder für einen richtigen Saustall.

Eigentlich findet also die zweimal verschobene Verhandlung nicht statt. Eigentlich. Oder vielleicht doch?

Ich rief das Amtsgericht an, und sprach mit Frau Schäfer. Sie kam mir ein wenig zickig vor, weil der Termin nicht öffentlich sei. Das ist doch völlig egal. Ich will wissen, ob der Termin stattfindet oder ob er nicht stattfindet. Ich will gar nicht wissen, ob der öffentlich ist, oder nicht.

Frau Schäfer teilte mir mit, dass der Termin am 6.10.2016 stattfinden würde, sich das aber morgen (6.10.2016) schon wieder ändern könnte.

Frau Schäfer fand es auch völlig normal, dass man am 5.10.2016 die Mitteilung erhält, dass keine 24 Stunden später eine Verhandlung stattfinden würde.

Eigentlich ist das ganz und gar nicht normal. Es gibt auch dazu Gesetze. Aber wer weiß schon, was so alles normal ist, hinterm dem Mond wo ….

Ich habe ihr dann mitgeteilt, dass ich auch für ein Pressebüro tätig bin, und da wollte sie mich mit der Richterin verbinden, aber das hat sie auch nicht geschafft. Nach einiger Wartezeit war das Gespräch einfach tot.

Eigentlich haben wir jetzt ein richtiges Problem. Lt Ladung vom 21.9 und 29.9, sowie der Abladung vom 30.9. sollte am 6.10.2016 kein Termin stattfinden. Eigentlich.

Lt. Telefonat mit Frau Schäfer vom Amtsgericht ist der Termin am 6.10.2016 aber nicht abgesagt. Damit müsste er eigentlich stattfinden. eigentlich.

Tatsächlich jedoch findet der Termin nicht statt, denn es gab inzwischen ein weiteres Gespräch zwischen der Anwaltskanzlei und der Richterin. Die Richterin Kühn hat also der Anwaltskanzlei telefonisch bestätigt, dass der Termin am 6.10.2016 nicht stattfindet.

Bin gespannt, ob das die Frau Schäfer vom AG Otterdingsbums jetzt auch kapiert hat.

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2 Antworten zu AMTSGERICHT OTTERNDORF: Hintern Mond wo Dummheit wohnt

  1. Rosie schreibt:

    Zuerst fand ich Ihren Artikel etwas seltsam. Inzwischen habe ich selbst auch Erfahrungen mit dem Amtsgericht Otterndorf machen müssen und kann Ihnen nur noch zustimmen, *****

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  2. beamtendumm schreibt:

    Hat dies auf Adrianne rebloggt.

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