Humor oder Selbstbewusstsein? Anwalt fordert 25.000 Euro für 3 Stunden Arbeit

Die Einen werden sich fragen, ob dieser Anwalt besonders viel Humor oder Selbstbewusstsein besitzt, die Anderen werden sich die Frage stellen, ob der eher dämlich oder kriminell sein muss.

Ein „Fachanwalt“ für Arbeitsrecht verlangte von einem Münchener mal eben 24 681 Euro für eine Beratung. Gerechnet hatte der arbeitslose Betriebswirt mit maximal 1.000 Euro. Die Angelegenheit landete beim Landgericht. Es ist nicht bekannt, ob die Richterin mal als Zahnärztin tätig war, aber sie hat dem Anwalt den Zahn ganz schnell gezogen. Sie drängte ihn zu einem Vergleich in Höhe von 3.000 Euro, und kündigte an, andernfalls die Sache an die Anwaltskammer weiterleiten zu wollen.

Hier gibt es einige interessante Aspekte.

Auf den ersten Blick sieht es ja so aus, als habe die Richterin sich nicht unbedingt ihrem Juristenkollegen verpflichtet gesehen, was natürlich gut wäre. Wenn ein Anwalt von seiner Forderung nur 10-15% durchsetzen kann, sieht das nicht unbedingt nach Einhaltung eines angeblichen Standesrecht aus.

Anderseits kann man bei näherer Betrachtung dann doch noch davon ausgehen, da 3000 Euro für 3 Stunden Arbeit noch immer ein satter, unüblicher Stundensatz ist.

Die Drohung der Richterin, die Sache der Anwaltskammer zu melden, wenn der Anwalt dem Vergleich nicht zustimmt, ist aber mehr als bedenklich. Ich würde dies schon als Nötigung betrachten.

Für einen arbeitslosen Betriebswirt sind natürlich auch noch 3.000 Euro zu viel.

https://linkverzeichnis.wordpress.com/2016/04/26/anwalt-fordert-knapp-25-000-euro-fuer-drei-stunden-arbeit/

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Justiz, Justizmafia veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu Humor oder Selbstbewusstsein? Anwalt fordert 25.000 Euro für 3 Stunden Arbeit

  1. Kolbe dataways schreibt:

    Verzeihen Sie, ich sah rechts ein Foto von Angela Masch und hielt sie für die Autorin. Aber nun zur SZ. Der Korrenspondent Ekkehard Müller-Jentsch schreibt:“…doch sie werde den Fall der Anwaltskammer zur Begutachtung vorlegen, falls der Streit entschieden werden müsse.“
    Sie schreiben:“Die Drohung der Richterin, die Sache der Anwaltskammer zu melden, wenn der Anwalt dem Vergleich nicht zustimmt, ist aber mehr als bedenklich.“
    Merken Sie den gewaltigen Unterschied? Welcher Ihrer Korrespondenten war denn am 26. April in München und saß womöglich direkt neben Herrn Müller-Jentsch von der SZ?

    Gefällt mir

    • beamtendumm schreibt:

      Nein, den Unterschied merke ich nicht. Es ist eine Drohung zu sagen:

      ich werde den Fall der Anwaltskammer zur Begutachtung vorlegen, falls ich darüber entscheiden muss.

      Es bedeutet doch, entweder Vergleich, oder Anwaltskammer. Und die Meldung an die Anwaltskammer soll ja für den Anwalt nachteilig sein.

      Gefällt mir

      • Kolbe dataways schreibt:

        Sehr geehrter Herr Beamtedumm,
        eine Begutachtung ist keine Meldung sondern eine Mediation zwischen Anwalt und Klienten. Welcher Nachteil soll dem Anwalt dadurch entstehen?

        Wer war denn der gute Mann, der am 26.04. im Gerichtssaal anwesend war und warum weiss er nicht, was eine Begutachtung ist? Der Mann von der SZ, Herr Müller-Jentsch, wusste es jedenfalls.

        Es ist jedenfalls ein gewaltiger Unterschied, das müssen Sie einsehen, oder?

        Gefällt mir

      • beamtendumm schreibt:

        Was sind Sie? Sind sie Jurist? Ich vermute nein!

        Bitten stellen sie nicht einfach so falsche Behauptungen in den Raum, das könnte sonst noch jemand glauben.

        Zugegeben, ich bin auch kein Jurist, aber ich habe extra wegen ihrem Kommentar meinen Anwalt angerufen und nachgefragt.

        Fakt ist, Sie haben nicht Recht.
        Eine Begutachtung ist KEINE Mediation. Wäre es so, dann hätte sich doch der Anwalt gar nicht auf den für ihn einigermaßen schlechten Vergleich, zumindest schlecht im Verhältnis zur Ursprungsforderung, einlassen müssen, sondern sich getrost auf die Begutachtung bzw. angebliche Mediatation, einlassen können, er hätte dann doch nur besser abschneiden können.

        Er hat sich auf den Vergleich eingelassen, weil er wusste, welche Konsequenzen das für ihn hätte haben können.

        Die Begutachtung durch die Anwaltskammer hätte zu einem berufsrechtlichen Verfahren gegen den Anwalt führen können, und im Extremfall sogar zum Verlust der Anwaltszulassung geführt. Darüber hinaus gibt es noch StGB 352.

        Im Gegensatz zu ihnen, weiß ich also was eine Begutachtung ist, und kenne auch Leute, die man diesbezüglich fragen kann. Vielleicht hätten Sie das auch mal machen sollen, bevor Sie hier so einen Schmarren von sich geben wie:

        … warum weiss er nicht, was eine Begutachtung ist? Der Mann von der SZ, Herr Müller-Jentsch, wusste es jedenfalls.

        Ich kann mich nicht daran erinnern, dass der SZ-Reporter bezüglich der Begutachtung anderer Meinung wäre, als ich. Ich wüsste noch nicht mal, dass sich der Reporter diesbezüglich überhaupt geäußert hätte. Zumindest nicht in diesem Beitrag:
        http://www.sueddeutsche.de/muenchen/prozess-anwalt-fordert-knapp-euro-fuer-drei-stunden-arbeit-1.2968042

        Ich fände es durchaus angebracht, wenn Sie nicht andere Personen ins Spiel bringen, und etwas behaupten, wozu die sich gar nicht geäußert haben. Das ist äußerst unseriös!

        Als ich meinem Anwalt den Sachverhalt erklärte, und mitteilte, dass der Anwalt für 3 Stunden Arbeit nun statt 25.000 Euro „nur“ 3.000 Euro erhält, da meinte er, wie ich bekanntlich auch, dass das noch immer zu viel wäre.

        Für Sie habe ich noch was aus wikipedia.

        Zum Thema BEGUTACHTEN

        Gutachten
        Ein Gutachten ist ein begründetes Urteil eines Sachverständigen über eine Zweifelsfrage. Es enthält Darstellungen von Erfahrungssätzen und die Ableitung von Schlussfolgerungen für die tatsächliche Beurteilung eines Geschehens oder Zustands durch einen oder mehrere Sachverständige. Der Sachverständige erstellt in der Regel Befunde (Medizin), schriftliche Gutachten oder Stellungnahmen (Gerichtsverfahren, legislative Abläufe).

        Und zum Thema MEDIATION

        Mediation
        Mediation (lateinisch „Vermittlung“) ist ein strukturiertes, freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes, bei dem unabhängige „allparteiliche“ Dritte die Konfliktparteien in ihrem Lösungsprozess begleiten. Die Konfliktparteien, auch Medianten oder Medianden genannt, versuchen dabei, zu einer gemeinsamen Vereinbarung zu gelangen, die ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht.

        Der allparteiliche Dritte (ein Mediator oder ein Mediatoren-Team in Co-Mediation) trifft keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Konflikts, sondern ist lediglich für das Verfahren verantwortlich. Ob und in welcher Form ein Mediator selbst überhaupt inhaltliche Lösungsvorschläge macht, ist je nach Ausrichtung der Mediation unterschiedlich.

        Um es mit Ihren Worten zu sagen:

        Es ist jedenfalls ein gewaltiger Unterschied, das müssen Sie einsehen, oder?

        Gefällt mir

      • Hurrajura schreibt:

        Hallo Herr Schreiber, dieser Kolbe dataways, was ist das für einer. So wie der versucht mit falschen Argumenten unbedingt den Eindruck zu erwecken, als hätten sie Unsinn verbreitet, habe ich den Eindruck, als sei auch das einer von ihren besonderen „Freunden“ aus dem Sonnenstaatland.
        Natürlich wäre eine Meldung an die Anwaltskammer nicht gut für den Anwallt gewesen, Die Meldung oder gar Begutachtung durch die Anwaltskammer hätte zu ernsthaften Konsequenzen führen können, wie sie das schon korrekt angemerkt haben.

        Allerdings bleibt die Frage unbeantwortet, ob vielleicht das Krähenprinzip eine tatsächlioche Verfolgung des Anwalts nicht verhindert hätte.

        Bitte prüfen sie doch, wenn möglich, evtl. anhander der IP, ob der Typ zum Sonnenstaatland gehört.

        Gefällt mir

  2. Korte Werner schreibt:

    Juristen rechnen anders, denn sie haben nicht Mathe, sondern nur Jura studiert. Beweis: Der Solinger RA Fin.. rechnet 12 x 203,46 = 4.841,52 ! „Richter“ Brewi.. vom Landgericht Wuppertal deckt das per Beschluß. So ist das nun einmal in einem RechtS-Staat ! Woher sollen Juristen und „Politiker“die Fähigkeit erlangt haben, richtig rechnen und Begriffe ordnen zu lernen. So wenig sie befähigt und gewillt sind, richtig rechnen und Begriffe ordnen können zu wollen, können sie auch keinen RechtS-Staat von einem Recht-Staat unterscheiden. Das brauchen sie auch nicht, denn da wirkt das „Krähenprinzip“ ! Darum haben sie auch immer unfehlbar RECHT !

    Gefällt mir

  3. Kolbe dataways schreibt:

    In der SZ stand was anderes. Woher haben Sie Ihre Informationen, Frau Masch?

    Gefällt 1 Person

    • beamtendumm schreibt:

      Was hat denn die Frau Masch damit zu tun, und was ist damit gemeint, dass in der SZ was andere stand?
      Das wir keine Beiträge von der SZ hier kopieren, sondern selber berichten ist doch wohl mehr als normal. Dennoch kann ich jetzt nicht erkennen, was die SZ anders berichtet haben sollte.
      Stimmen die 25.000 Euro nicht, oder die 3.000 Euro, oder was genau soll hier nicht stimmen?

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s