FREMDBEITRAG: Das Vorgehen des Jugendamtes im Falle Tobias scheint der häufig praktizierte Normalfall zu sein:

Das Vorgehen des Jugendamtes im Falle Tobias scheint der häufig praktizierte Normalfall zu sein:

Hilfe suchenden Eltern, die bereits eine Vorstellung darüber haben, welche Hilfen und Förderungen ihr Kind benötigt, begegnet das Jugendamt oftmals mit Herablassung und Ignoranz.
Vermutlich fühlen sich die Fallmanager durch die Eltern in ihrer Fachlichkeit übergangen – denn sie meinen, nur das Jugendamt allein hätte die Kompetenz, Defizite in der Familie zu diagnostizieren und die richtigen Hilfen einzuleiten.
Laien und speziell Eltern, so gut informiert und engagiert sie auch immer sein mögen, aber auch Fachärzte, Lehrer und Therapeuten haben beim Jugendamt dadurch nichts zu sagen.

Die von den Eltern bevorzugte Hilfe wird also abgelehnt – obwohl bekannt sein müsste, dass die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs einer Maßnahme wesentlich von der Bereitschaft und Motivation aller Beteiligten zur Mitwirkung abhängt.

Stattdessen wird den Eltern gerade die Maßnahme als notwendig verkauft, die die Eltern am wenigsten mitzutragen bereit und in der Lage sind, z.B.: Vollstationäre Unterbringung des Kindes,
Abklärung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, etc.
Absehbar lehnen Eltern diese Maßnahmen dann also ab – sie wollen ihre Familie ja erhalten und sehen die Trennung vom Kind als schädlich an – was sie tatsächlich auch ist.

Damit ist das Jugendamt in der Position, die es braucht, denn Eltern dürfen selbstverständlich dem Jugendamt, der ausgewiesenen Fachbehörde, gegenüber nichts ablehnen:
Es ist nun in der Position, den nicht kooperativen Eltern mit der Wegnahme des Kindes zu drohen, sollten diese die vom Jugendamt angedachte Maßnahme weiter ablehnen und nicht genau das tun, was ihnen vorgeschrieben wird – eigene Gefühle, Vorstellungen, Bewertungen der Eltern hin oder her.

Meinen nun Eltern trotzdem, sie könnten und dürften aufgrund ihres vom Gesetzgeber zugestandenen Wunsch- und Wahlrechts und ihrer Mitwirkungsverpflichtung im Rahmen der von ihnen beantragten Hilfe zur Erziehung weiter eigene Vorstellungen und Meinungen einbringen,
so wird das Jugendamt weitere Maßnahmen gegen die Eltern – und damit gegen das Kind – ergreifen.
Die Familie wird in der Folge vom Jugendamt ganz „hängengelassen“, d.h. auch andere, von den Eltern akzeptierte Hilfen werden eingestellt, um dadurch eine Zuspitzung der Situation herbeizuführen.

Der nächste Schritt des Jugendamtes ist die Anrufung des Familiengerichts wegen Kindeswohlgefährdung.
Das Jugendamt begründet die Gefährdungsmeldung damit, dass die Eltern
nicht kooperativ und erziehungsfähig und damit letztendlich kindswohlgefährdend sind.
Die von den Eltern dem Jugendamt gegenüber dargelegten Problematiken werden nun alleine den Eltern als Erziehungsversagen zugeschrieben, die Folgen für das Kind als gravierend und zum sofortigen Eingreifen berechtigend dargestellt.

Die Beschreibung der Eltern mittels bestimmter Schlüsselwörter und Phrasen (z.B. „nicht kooperativ“, „defizitär“,„Familie ist dem Jugendamt bekannt“ , etc.)
bewirkt durchgängig die Disqualifizierung der Eltern in allen Erziehungsbereichen und gegenüber allen weiteren Stellen, gegen die die Eltern in der ihnen nun zugeschriebenen Position als quasi „Angeklagte“ vor einem Familiengericht machtlos sind – schließlich meint jeder zu wissen, dass das Jugendamt nicht völlig grundlos das Familiengericht anruft, dass da also etwas Schlimmes gegen ein Kind geschehen sein muss.

Dadurch wird aus jeder richtigstellende Erklärung der Eltern ein weiterer Beleg für ihre Unbelehrbarkeit. Zeigen sie persönliche Betroffenheit, wird psychische Labilität angenommen, die selbstverständlich auch wieder die Erziehungsunfähigkeit bedingt.
Es ist nun ein Leichtes, den Eltern ihr Erziehungsrecht und ihre Kinder zu nehmen.
Die Kinder werden also – auch wenn sie das gar nicht wollen – aus ihrer Familie herausgerissen und es wird für alle Beteiligten, also Eltern und Kinder, eine Zwangsmaßnahme installiert.

Aus der vormals von den Eltern beantragten selbst gewollten Hilfe zur Erziehung, die nach einschlägiger Rechtsprechung nicht gegen den Willen der Eltern geleistet werden darf, die also gar keine Zwangsmaßnahme sein dürfte, wird übergestülpte, nur als solche deklarierte Hilfe zur Erziehung nach Maßgabe des Jugendamtes.

Das Familiengericht wird sich der Meinung der Fachbehörde Jugendamt anschließen müssen, da ihm die sozialpädagogische Fachlichkeit fehlt, die es bräuchte, um Fehleinschätzungen als solche erkennen zu können.

In Deutschland ist es leider so: Die Einschätzung des Jugendamtes ist unumstößlich und das Jugendamt macht keine Fehler.
Damit darf das Jugendamt als unantastbare Fachbehörde auch nicht kritisiert werden.
Fazit: Das Jugendamt ist heute mehr denn je die nicht kontrollierbare Eingriffsbehörde, die Familien zerstört und absolut nicht schützt.

HINWEIS:

Dieser Beitrag erschien zunächst als Kommentar zu den Beiträgen

https://beamtendumm.wordpress.com/2016/05/02/k-ein-dramatischer-einzelfall/

und

https://beamtendumm.wordpress.com/2016/05/01/kaiserslautern-die-eine-kraehe-hackt-der-anderen-kein-auge-aus/

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4 Antworten zu FREMDBEITRAG: Das Vorgehen des Jugendamtes im Falle Tobias scheint der häufig praktizierte Normalfall zu sein:

  1. nielpuesch schreibt:

    Das Thema beschäftigt mich seit Jahren, und dieser Fremdbeitrag ist mit Abstand das Intelligenteste, was ich dazu lesen konnte. Der zentrale (dritte)Satz: „Vermutlich fühlen sich die Fallmanager …in ihrer Fachkompetenz übergangen, denn sie meinen, das Jugendamt allein hätte allein die Kompetenz…“. M.a.W.: Die real vorhandene
    Fachkompetenz einer -auch juristischen- Person steht grundsätzlich im umgekehrten Verhältnis zu den Anstrengungen,die zur Aufrechterhaltung ihrer Fiktion unternommen werden. Dieser Satz kann als Grundlage für ausnahmslos jedes totalitäre System gelten, seien es Ämter oder ganze Staaten. Wer das weiß, wundert sich nicht im geringsten über Fälle wie Heller (Bamberg), Haase, oder Jeannine Lewerenz (Frankfurt/Aschaffenburg). Wer diesen Grundsatz der
    Totalitarismus-Psychologie nicht verstanden hat, stellt tatsächlich eine Gefährdung für seine
    Kinder dar, auch wenn dies zwangsläufig eine sarkastische Feststellung ist.
    Anders als meiner ist der Beitrag in leicht verständlicher Sprache gehalten. Summa cum laude.
    Jedes Elternteil sollte ihn am Spiegel kleben haben.
    Nur zum letzten Absatz eine Einschränkung bzw. Ergänzung:Jugendämter und willfahrende
    Gerichte sind inzwischen durchaus kontrollierbar. Zu nennen sind hier folgende Entscheidungen
    des Bundesverfassungsgerichtes:
    BvR 2882/13 vom 22.05.2014
    BvR 3121/13 vom 07.04.2014
    BvR 160/14 vom 24.03.2014
    Bemerkenswert: die Existenz solcher Entscheidungen muß zumindest einigen Oberlandesgerichten bekannt geworden sein (Nicht selbstverständlich, siehe Fall Mollath).Und:
    Als Lehrbeispiel für Schadenersatzforderungen gegen liederliche „Begründungen“ von Jugendämtern: Urteil des OLG Dresden vom 30.04.2013 (AZ: 1 U 1306/10).
    Man mag sagen, daß Schadenersatz nebensächlich sei. Zu beachten ist dabei jedoch, daß
    betroffene Eltern i.d.R. durch die kritisierte Verfahrensweise der Ämter „nebenbei“ auch finanziell
    ruiniert werden. Vor allem aber werden Verantwortliche durch erfolgreiche Schadenersatzklagen gegen JÄ in ihrem vermeintlichen Prestige beeinträchtigt. Dies ist die e i n z i g e Achillesferse
    dieser Spezies, nicht die hierzu aufzuwendenden Steuermitte
    Bleibt, einen g e e i g n e t e n Anwalt zu finden. Nicht leicht, aber es gibt welche.

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  2. Anonymous schreibt:

    Schon mein Opa hat 1951 gesagt:“ Die meisten und gefährlichsten Verbrecher sitzen in unseren Amtsstuben, nicht im Gefängnis. Darin sitzen leider auch viele Opfer dieser Hallunken aus den Amtsstuben“. Wie recht er damit hatte, diese Erfahrung bekam ich auch schon persönlich mehrfach zu spüren. Wenn die „Hallunken“ aus den Amtsstuben alles so perfekt beherrschten, wie das Lügen, uUnterdrücken, Ausrauben und Foltern, dann wären sie gut. Dann lebten wir, wie im Paradies. Die Realität zeigt uns jedoch die Skrupellosigkeit dieser Zunftangehörigen (von wenigen löblichen Ausnahmen abgesehen) !

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  3. Caesar schreibt:

    Fazit:
    Eltern sollten sich bei Problemen AUF GAR KEINEN FALL an das Jugendamt wenden. Vom Jugendamt bekommen sie nämlich keine Hilfe, ganz im Gegenteil: Es vergrößert die Probleme ins Unermessliche und führt letztlich zur Zerstörung der Familie und zur irreparablen Traumatisierung des Kindes.

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