KAISERSLAUTERN: Die eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Im Fall des 12-jährigen Jungen Tobias aus Otterbach bei Kaiserslautern, gingen von den Eltern keine Kindeswohlgefährdung aus. Der Junge wurde nicht von den Eltern misshandelt, Alkohol und Drogenabhängig sind die Eltern auch nicht.

Auch der Junge war nun nicht so auffällig, dass von ihm eine Gefahr für andere Personen ausgegangen wäre. Bei den vorhandenen Störungen des Jungen handelte es sich um eine Lernbehinderung, die zur Überforderung in der Schule führte, wodurch sie eine Schulangst aufgebaut hatte.

Dies rechtfertigt nicht wirklich eine Inobhutnahme, und auch keine Traumatisierung eines Kindes durch Staatsorgane.

Bekanntlich haben Kinder ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Eltern die ihren Kindern mal eine Ohrfeige geben, müssen mit dem Schlimmsten rechnen. Da reagiert der Staat teilweise völlig überzogen.

Anderseits hält der Staat es wohl für völlig normal Kinder durch Behördenmitarbeiter foltern und traumatisieren zulassen. Auch von dem Einsatz von Psychopharmaka gegen den Willen der Kinder schreckt man nicht zurück. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit zählt offenbar nicht mehr, Kinder werden zu einer Sache, oder ein Stück Vieh degradiert, mit denen man entsprechend umspringen kann. Der Kindeswille und das Kindeswohl interessieren den Deutschen Staat nicht, die entsprechenden Menschenrechte interessieren offenbar auch nicht.

Auch ohne das ein Kind eine Straftat begangen hat, wird es vom Deutschen Staat behandelt wie ein Schwerverbrecher, nur weil das Kind will, was eigentlich jedes Kind in diesem Alter will, nämlich zu Hause und bei den Eltern bleiben.

Auch das Grundgesetz zählt natürlich nicht.

Artikel 6

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

(3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.

(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.

(5) Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern.

Absatz 2 regelt das Recht von Eltern und Kinder, und Absatz 3 regelt die Trennung von Kind und Eltern. Eine Verwahrlosung lag bei dem Kind/Familie nicht vor, und sie drohte dort auch nicht.

Es gibt zwar richtigerweise eine Schulpflicht, aber diese Schulpflicht konkurriert natürlich mit anderen Gesetzen. Ein Schulbesuch darf nicht krank machen, da die Gesundheit eines Kindes wichtiger ist, als die Schulpflicht.

Hier war aber genau das der Fall. Wegen einer vorhandenen Lernbehinderung hat der Schulbesuch das Kind regelmäßig krank gemacht, entsprechende ärztliche Bescheinigungen existieren.

Auch ist die Schulpflicht nicht nur eine Pflicht für die Eltern/Kinder, sondern natürlich auch für den Staat und seine Behörden.

Bei Tobias haben die Erziehungsberechtigten durchaus Maßnahmen unternommen, um ihrem Sohn einen Schulbesuch zu ermöglichen. Sie haben die entsprechenden Ämter um Hilfe gebeten. Diese geforderte und auch zustehende Hilfe wurde aber mehrfach verweigert. Frau Kucharz, die Mutter erklärt, dass das Jugendamt nur ein Ziel verfolgt hätte, nämlich die Herausnahme des Kindes aus der Elternhaus. Dies ist eindeutig gesetzwidrig, verstößt gegen das Grundgesetz, und ist nicht mit dem Kindeswohl vereinbar.

Wegen dem brutalen, und völlig unverhältnismäßigen Vorgehen der Polizei gegen den 12-jährigen Jungen wurde bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige erstattet. Erstaunlich schnell erklärte die Staatsanwaltschaft, dass sie keine Ermittlungen gegen die Polizisten aufnehmen wollen. Dazu gibt es eine Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft. Auf die fettgedruckten Sätze will ich mal näher eingehen.

 

Keine Anhaltspunkte für rechtswidriges Verhalten der Polizeibeamten bei Vollzugshilfe in Familiensache

Kaiserslautern

In einer Familiensache, die in der vergangenen Woche verhandelt wurde, übertrug das Amtsgericht Kaiserslautern Teile der elterlichen Sorge für einen 12-jährigen Jungen dem Stadtjugendamt Kaiserslautern. Übertragen wurde insbesondere das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Der Junge sollte in einer Einrichtung untergebracht werden. Der Gerichtsbeschluss sprach auch aus, dass unmittelbarer Zwang angewendet werden und das Jugendamt polizeiliche Ordnungskräfte, falls erforderlich, hinzuziehen könne. § 90 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen sieht die Möglichkeit der Anwendung unmittelbaren Zwangs gegen Kinder zur Durchsetzung der Übernahme der Personensorge ausdrücklich vor, wenn dies unter Berücksichtigung des Kindeswohls gerechtfertigt ist und eine Durchsetzung der Verpflichtung mit milderen Mitteln nicht möglich ist. Bei der Vollstreckung des Beschlusses im Landkreis Kaiserslautern wurden zwei Polizeibeamte hinzugezogen. Da der Junge nicht freiwillig mit seinem neuen Amtsvormund mitkam, wurde Zwang angewendet. Der mittels Handy teilweise gefilmte Vorgang erschien kurz darauf im Internet.Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern sieht aufgrund der ihr vorliegenden Informationen keine Anhaltspunkte, die die Aufnahme von strafrechtlichen Ermittlungen gegen die Polizeibeamten wegen der Art und Weise ihrer Vollzugshilfe rechtfertigen. Auf die am 25.04.2016 bei ihr eingegangene Strafanzeige hat sie deshalb heute die Durchführung von Ermittlungen abgelehnt.

Der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern liegen vor das Handy-Video, der Gerichtsbeschluss, das Protokoll des Gerichtsvollziehers, die Einsatzberichte der Polizeibeamten und ein ärztliches Attest, das das personensorgeberechtigte Jugendamt der Stadt Kaiserslautern im Rahmen der Gesundheitsfürsorge eingeholt hat. Die Strafanzeige wurde nach ihrem Vorbringen von einer an dem konkreten Vorfall Unbeteiligten nur aufgrund der Kenntnisnahme von dem Handy-Video aus dem Internet erstattet.

Es ergibt sich daraus, dass die Polizeibeamten abgestuft vorgingen und Zwang erst dann anwendeten, als alle Überredungsversuche nichts nützten. Die Beamten waren in dieser Situation nach Recht, Gesetz und Gerichtsbeschluss verpflichtet, Zwangsmittel einzusetzen. Das Kind wurde gefesselt, nachdem es sich selbst gefährdete, nämlich einen Rolladengurt um Hals und Arm wickelte, und sich heftig, auch mit Bissen, dagegen wehrte, mitgenommen zu werden. Als sich das Kind einsichtig zeigte, wurden die Fesseln entfernt. Die Beamten mussten die Fesseln erneut anlegen, als das Kind seine Angriffe fortsetzte. Die auf dem Video zu sehende, in der Presse teilweise als möglicher Fußtritt interpretierte Bewegung eines Beamten kam dadurch zustande, dass er den Jungen, der sein Bein umklammerte, abzuschütteln versuchte.

Dies ergibt sich insbesondere aus dem Protokoll des Gerichtsvollziehers, der hier an der unmittelbaren Zwangsanwendung nicht beteiligt war.

Es wird erneut darauf hingewiesen, dass die Verbreitung von Filmen oder Fotos ohne Einwilligung des Abgebildeten nach § 33 des Gesetzes betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Fotografie strafbar ist, wenn nicht die in diesem Gesetz bezeichneten Ausnahmetatbestände gegeben sind.

Ferner kommt eine Strafbarkeit nach §§ 201 und 201a  des Strafgesetzbuchs in Betracht, sofern das Video mit Gesprächsaufzeichnungen oder mit Bildern aus einer Wohnung gebraucht oder einem Dritten zugänglich gemacht wird.

Diese Vorschriften schützen auch die Privatsphäre des betroffenen Kindes.

Schon beim Lesen dieser Pressemitteilung kann man die höchst einseitige Richtung der Staatsanwaltschaft erkennen. Es wird alles getan, um uns zu erklären, dass die Polizei nichts verkehrt gemacht hätte, aber gleichzeitig wird erklärt, dass es möglicherweise eine Straftat wäre, dieses Video, und das dort evtl. gezeigten Fehlverhalten und Verbrechen des Staates und seines Dienstpersonals zu veröffentlichen. Und dabei werden die zitierten Gesetze schon jetzt höchst einseitig zitiert.


§ 90 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen sieht die Möglichkeit der Anwendung unmittelbaren Zwangs gegen Kinder zur Durchsetzung der Übernahme der Personensorge ausdrücklich vor,

Traurig, dass es ein Gesetz gibt, das es zulässt, dass harmlose Kinder wie Schwerverbrecher behandelt werden.

Wozu braucht man noch den Straftatbestand

Misshandlung Schutzbefohlener,

wenn solche Gewaltorgien gegen ein Kind durch den Staat zulässig sind.


… ein ärztliches Attest, das das personensorgeberechtigte Jugendamt der Stadt Kaiserslautern im Rahmen der Gesundheitsfürsorge eingeholt hat.

Vor der Maßnahme, nach der Maßnahme? Nach Aktenlage, oder wurde der Junge tatsächlich untersucht?

Was stand da drin in dem Attest?

Vielleicht:

Der Junge leidet unter einer Lernbehinderung, deswegen sind Tritte gegen das Kind angebracht und erlaubt.

Das Kind leidet unter Asthma, deswegen ist es gut, wenn sich die Polizisten zeitweise auf das Kind setzen oder knien.

Eine Traumatisierung durch die Behandlung ist nicht ausgeschlossen, ist aber für die spätere Entwicklung des Kindes förderlich, so weiß er wenigstens, was ihn in dieser Republik noch alles erwartet.

Ob der Arzt das Attest auch noch so ausfüllen würde, wenn er das Video gesehen hat?


Die auf dem Video zu sehende, in der Presse teilweise als möglicher Fußtritt interpretierte Bewegung eines Beamten kam dadurch zustande, dass er den Jungen, der sein Bein umklammerte, abzuschütteln versuchte.

Eine sehr einseitige Sichtweise. Ich kenne viele, die das nicht nachvollziehen können, und das ganz anders sehen.


Dies ergibt sich insbesondere aus dem Protokoll des Gerichtsvollziehers, der hier an der unmittelbaren Zwangsanwendung nicht beteiligt war.

Stimmt, wenn man Blind ist, dann kann man diese Meinung sicherlich vertreten. Hier eine Nachricht zu dieser Behauptung, die ich heute erreichte.

Der Gerichtsvollzieher hält ja sichtbar die linke Hand des Jungen fest. Es ist nicht der Junge, der sich an die Hand des GV klammern würde.

Ein Gerichtsvollzieher, der die Hand des Opfers festhält, der ist also an der unmittelbaren Zwangsanwendung nicht beteiligt. Da hat aber die Staatsanwaltschaft noch was wichtiges vergessen. Man hätte uns Bürgern noch unbedingt erklären sollen, dass es auch gar kein Naheverhältnis zwischen dem Gerichtsvollzieher und der Polizei gibt, damit wir ihren völligen Blödsinn wenigsten ansatzweise glauben.


Es wird erneut darauf hingewiesen, dass die Verbreitung von Filmen oder Fotos ohne Einwilligung des Abgebildeten nach § 33 des Gesetzes betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Fotografie strafbar ist, wenn nicht die in diesem Gesetz bezeichneten Ausnahmetatbestände gegeben sind.

Ich frage mich, ob man diesen Hinweis als Drohung verstehen soll? Der Hinweis wirkt befremdlich, weil es eine Anzeige gegen die Polizei gab, und nicht etwa gegen die Filmemacher, oder die Person(en) der/die die Videos veröffentlicht hat oder haben.

Das Urheberrecht besitzen natürlich die jeweiligen Filmemacher. Und wenn die das Video weiterleiten, damit es veröffentlicht werden kann, dann ist doch alles ok. Wo sollte dann eine Urheberrechtsverletzung vorliegen?

Neben dem Urheberrecht gibt es noch das Recht am eigenen Bild. Wie hier bereits mehrfach berichtet betrifft dieses Recht nicht das Aufnehmen von Personen, sondern lediglich das Veröffentlichen dieser Aufnahmen. Auch Polizisten müssen es sich gefallen lassen, dass man sie aufnimmt, auch wenn die gerne etwas anderes behaupten.

Das Veröffentlichen von Personen ohne deren Zustimmung ist normalerweise nicht erlaubt, allerdings gibt es dabei Ausnahmen. Hier dürfte so eine Ausnahme durchaus vorliegen. Millionen Menschen haben das Video inzwischen im Fernsehen und Internet angesehen und waren empört. Damit kann ein öffentliches Interesse kaum noch bezweifelt werden.

Unabhängig davon dürfen die Aufnahmen zumindest veröffentlicht werden, wenn die betreffenden Personen unkenntlich gemacht wurden, wie das die meisten Fernsehsender getan haben. Ich befürworte also eine Veröffentlichung der gepixelten Variante, um einer möglichen Strafverfolgung zu entgehen.

Natürlich muss man auch noch unterscheiden, wie das Video gezeigt wird. Hat man das Video lediglich verlinkt, dann ist das nicht zu bemängeln.


Diese Vorschriften schützen auch die Privatsphäre des betroffenen Kindes.

Ein dummer Satz. Das Kind will keine Privatsphäre, sondern Öffentlichkeit. Nur diese Öffentlichkeit ist in der Lage, dafür zu sorgen, dass das Kind wieder zurück zu seiner Familie kommt.

Das totale Versagen des Staates im Falle von Tobias setzt sich mit dieser Entscheidung der Staatsanwaltschaft eindrucksvoll fort. Der effektive Rechtsschutz ist längst schon abgeschafft, die totale staatliche Willkür hat das Handeln übernommen. Vermutlich kann uns nur noch eine Revolution und Artikel 20 Abs. 4 vor der Willkür des Staates retten. Und die Handelnden des jetzigen Regimes dürfen nicht, wie in der Vergangenheit, so davon kommen.

Wenn sie heute in den Baumarkt gehen, um Stacheldraht zu kaufen, dann werden sie häufig feststellen, dass der ausverkauft ist.

Gehen sie in ein Waffengeschäft, um eine legale Waffe zu erwerben, dann werden sie feststellen, dass es dort vielleicht noch Wattebäusche zur Selbstverteidigung gibt, der Rest ist ausverkauft.

Und eines Tages werden sie einen Strick kaufen wollen, und man wird ihnen mitteilen, dass auch die inzwischen ausverkauft sind. Ich vermute, dass auch dieser Tag nicht mehr so fern ist.

Dieser Beitrag wurde unter BdF, Beamtendumm, Jugendamt, Justiz, Justizmafia, Polizei, Tobias abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu KAISERSLAUTERN: Die eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

  1. Dashboard schreibt:

    Schrecklich wie sich Deutschland entwickelt hat und die Bürger behandelt.
    Nur ein Fall von vielen anderen.
    Und so etwas nennt sich „Rechtsstaat“.
    Wahrscheinlich war es schon immer so, aber in unserer Lügenpresse wurde nicht darüber berichtet, und wenn dann nur in einem kleinen Artikel und schön im Innenteil eines Schmierblattes versteckt.

    Gefällt mir

  2. Pingback: FREMDBEITRAG: Das Vorgehen des Jugendamtes im Falle Tobias scheint der häufig praktizierte Normalfall zu sein: | Beamtendumm

  3. Kurt Zach schreibt:

    Das Vorgehen des Jugendamtes im Falle Tobias K. scheint der häufig praktizierte Normalfall zu sein:

    Hilfe suchenden Eltern, die bereits eine Vorstellung darüber haben, welche Hilfen und Förderungen ihr Kind benötigt, begegnet das Jugendamt oftmals mit Herablassung und Ignoranz.
    Vermutlich fühlen sich die Fallmanager durch die Eltern in ihrer Fachlichkeit übergangen – denn sie meinen, nur das Jugendamt allein hätte die Kompetenz, Defizite in der Familie zu diagnostizieren und die richtigen Hilfen einzuleiten.
    Laien und speziell Eltern, so gut informiert und engagiert sie auch immer sein mögen, aber auch Fachärzte, Lehrer und Therapeuten haben beim Jugendamt dadurch nichts zu sagen.

    Die von den Eltern bevorzugte Hilfe wird also abgelehnt – obwohl bekannt sein müsste, dass die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs einer Maßnahme wesentlich von der Bereitschaft und Motivation aller Beteiligten zur Mitwirkung abhängt.

    Stattdessen wird den Eltern gerade die Maßnahme als notwendig verkauft, die die Eltern am wenigsten mitzutragen bereit und in der Lage sind, z.B.: Vollstationäre Unterbringung des Kindes,
    Abklärung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, etc.
    Absehbar lehnen Eltern diese Maßnahmen dann also ab – sie wollen ihre Familie ja erhalten und sehen die Trennung vom Kind als schädlich an – was sie tatsächlich auch ist.

    Damit ist das Jugendamt in der Position, die es braucht, denn Eltern dürfen selbstverständlich dem Jugendamt, der ausgewiesenen Fachbehörde, gegenüber nichts ablehnen:
    Es ist nun in der Position, den nicht kooperativen Eltern mit der Wegnahme des Kindes zu drohen, sollten diese die vom Jugendamt angedachte Maßnahme weiter ablehnen und nicht genau das tun, was ihnen vorgeschrieben wird – eigene Gefühle, Vorstellungen, Bewertungen der Eltern hin oder her.

    Meinen nun Eltern trotzdem, sie könnten und dürften aufgrund ihres vom Gesetzgeber zugestandenen Wunsch- und Wahlrechts und ihrer Mitwirkungsverpflichtung im Rahmen der von ihnen beantragten Hilfe zur Erziehung weiter eigene Vorstellungen und Meinungen einbringen,
    so wird das Jugendamt weitere Maßnahmen gegen die Eltern – und damit gegen das Kind – ergreifen.
    Die Familie wird in der Folge vom Jugendamt ganz „hängengelassen“, d.h. auch andere, von den Eltern akzeptierte Hilfen werden eingestellt, um dadurch eine Zuspitzung der Situation herbeizuführen.

    Der nächste Schritt des Jugendamtes ist die Anrufung des Familiengerichts wegen Kindeswohlgefährdung.
    Das Jugendamt begründet die Gefährdungsmeldung damit, dass die Eltern
    nicht kooperativ und erziehungsfähig und damit letztendlich kindswohlgefährdend sind.
    Die von den Eltern dem Jugendamt gegenüber dargelegten Problematiken werden nun alleine den Eltern als Erziehungsversagen zugeschrieben, die Folgen für das Kind als gravierend und zum sofortigen Eingreifen berechtigend dargestellt.

    Die Beschreibung der Eltern mittels bestimmter Schlüsselwörter und Phrasen (z.B. „nicht kooperativ“, „defizitär“,„Familie ist dem Jugendamt bekannt“ , etc.)
    bewirkt durchgängig die Disqualifizierung der Eltern in allen Erziehungsbereichen und gegenüber allen weiteren Stellen, gegen die die Eltern in der ihnen nun zugeschriebenen Position als quasi „Angeklagte“ vor einem Familiengericht machtlos sind – schließlich meint jeder zu wissen, dass das Jugendamt nicht völlig grundlos das Familiengericht anruft, dass da also etwas Schlimmes gegen ein Kind geschehen sein muss.

    Dadurch wird aus jeder richtigstellenden Erklärung der Eltern ein weiterer Beleg für ihre Unbelehrbarkeit, für ihre Unfähigkeit. Zeigen sie persönliche Betroffenheit, wird psychische Labilität angenommen, die selbstverständlich auch wieder die Erziehungsunfähigkeit dokumentiert.
    Es ist nun ein Leichtes, den Eltern ihr Erziehungsrecht und ihre Kinder zu nehmen.
    Die Kinder werden also – auch wenn sie das gar nicht wollen – aus ihrer Familie herausgerissen und es wird für alle Beteiligten, also Eltern und Kinder, eine Zwangsmaßnahme installiert.

    Aus der vormals von den Eltern beantragten selbst gewollten Hilfe zur Erziehung, die nach einschlägiger Rechtsprechung nicht gegen den Willen der Eltern geleistet werden darf, die also gar keine Zwangsmaßnahme sein dürfte, wird übergestülpte, nur als solche deklarierte Hilfe zur Erziehung nach Maßgabe des Jugendamtes.

    Das Familiengericht wird sich der Meinung der Fachbehörde Jugendamt anschließen müssen, da ihm die sozialpädagogische Fachlichkeit fehlt, die es bräuchte, um Fehleinschätzungen als solche erkennen zu können.

    In Deutschland ist es leider so: Die Einschätzung des Jugendamtes ist unumstößlich und das Jugendamt macht keine Fehler.
    Damit darf das Jugendamt als unantastbare Fachbehörde auch nicht kritisiert werden.
    Fazit: Das Jugendamt ist heute mehr denn je die nicht kontrollierbare Eingriffsbehörde, die Familien zerstört und absolut nicht schützt.

    Gefällt mir

  4. Sozialpädagoge schreibt:

    Das, was der Blogbetreiber hier beschreibt, stimmt in den wesentlichen Details.
    Bei der Inobhutnahme dieses Kindes ging es ausschließlich um mangelnden Schulbesuch. Es liegt weder kriminelles Verhalten, Delinquenz oder mangelndes Erziehungsverhalten und auch keine Vernachlässigung seitens der Eltern vor.
    Die Schulschwierigkeiten von Tobias bestanden von Schulbeginn an. Das Kind hatte Schwierigkeiten, den Lernstoff aufzunehmen. Nähere Testungen ergaben Wahrnehmungsschwierigkeiten in mehreren Wahrnehmungsbereichen. Die älteren beiden Geschwister haben die Schule mit Erfolg besucht, so dass für die Mutter des Tobias die Lernprobleme auffällig waren und sie sich bereits in Klasse 1 an das Jugendamt um Hilfe bemühte. In Verkennung des tatsächlichen Problems (einer Problematik als einer erheblichen und lang andauernden Beeinträchtigung des Lern- und Leistungsverhaltens im Sinne mindestens einer schweren Teilleistungsstörung, wenn nicht gar einer Lernbehinderung) des Jungen wurde ihr damals eine Familienhilfe zur Seite gestellt. Nach Ende von Klasse 1 wiederholte der Junge – eingeschult mit fast 7 Jahren – dann mit 8 Jahren nochmals die 1.Klasse. Bei einer solchen Behinderung führt das nur zu kurzfristigem Lernerfolg. Danach ist mit Erreichen der „Plattform des bisherigen Wissensstandes“ erneut ein Lern- und Leistungsversagen vorprogrammiert, sofern das Kind keine Hilfe und Entlastung erhält. Hilfe und Entlastung hätte aus sozialpädagogischer Sicht erfolgen können und müssen bei Besuch der Regelschule z.B. durch lernzieldifferente Unterrichtung, z.B. mit der Förderschwerpunkt Lernhilfe. Auch der Besuch der Förderschule für Lernhilfe wäre eine sinnvolle Alternative gewesen. Tobias‘ Mutter hatte das zweimal beantragt. Leider lehnte die Schulbehörde das ab. Tobias entwickelte aus sozialpädagogischer und sonderpädagogischer Sicht infolge des erlebten und weiterhin vorprogrammierten Versagens in der Schule große Schulangst. Das ist vor allem die große Angst, zur Schule zu gehen und erneut durch erlebtes Versagen tief beschämt zu werden. Seitens des zuständigen Jugendamtes, Stadtjugendamt Kaiserslautern, Amtsleitung Herr Gillmann, scheint in den letzten 3 Jahren – trotz Anträgen der Mutter auf Hilfen für den Jungen – nicht viel passiert zu sein. Das Jugendamt wollte allerdings seit einem Jahr den Jungen vollstationär „unterbringen“ – ausschließlich wegen des fehlenden Schulbesuches, den man -aus sozialpädagogischer Sicht – dem vermeintlichen Versagen der Mutter anzulasten bemüht war. Trotz zahlreicher vorliegender ärztlicher Berichte, die recht konkret das eigentliche Problem des Kindes beschreiben, scheint das zuständige Stadtjugendamt Kaiserslautern die Ursache, nämlich die Lern-/Leistungsstörung im Sinne einer Lernbehinderung, nicht als eigentliche Ursache erkannt zu haben … Das ist bedauerlich. Denn man hätte diesem Jungen rechtzeitig helfen können. Der Junge hätte zieldifferent in der Regelschule unterrichtet werden können. Der Junge hätte ggf. einen Integrationshelfer erhalten können. Ebenso wäre auch möglich gewesen, dass das Jugendamt der Mutter geholfen hätte, einen Besuch der örtlichen Förderschule durchzusetzen. Alles das ist – leider !!! – nicht passiert. Stattdessen erfolgte am 21.04.16 der Zugriff – ungekündigt – in der Wohnung der Familie. Unter dramatischen Umständen und mit womöglich dramatischen Folgen der tiefen Traumatisierung des Kindes durch die an ihm ausgeübte Gewalt. Wie soll dieses Kind jemals wieder einem Polizeibeamten vertrauen können?

    Gefällt mir

    • beamtendumm schreibt:

      Wie soll dieses Kind jemals wieder einem Polizeibeamten vertrauen können?

      Ich befürchte, das trifft nicht nur auf Polizeibeamte zu, sondern insgesamt auf den Staat und seine Behörden.
      Danke für den sehr aussagekräftigen Kommentar.

      Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s