FREMDBEITRAG: Böhmermann und das Ende der Satire

Ich hatte Böhmermann schon vor dem Erdogan-Beitrag im Fernsehen erlebt. Ich fand ihn regelmäßig widerlich, und konnte mir seine Beiträge/Sendungen nicht bis zum Ende ansehen.

Sicher, Erdogan ist auch kein Engel. Im Grunde haben wir es also mit zwei Widerlingen zu tun. Das macht die Sache nicht leichter.

Dennoch finde ich das ERDOGAN-Gedicht von Böhmermann völlig daneben. Für mich hat das mit Satire nichts mehr zu tun. Mit einer Verurteilung des Typs könnte ich leben.
Koischerweise wird mir der Typ in der Presse viel zu positiv dargestellt. Wahrscheinlich weil das einer von denen ist. Würde ich mir das erlauben, dann wäre die Pressereaktion wahrscheinlich eine völlig andere.

STAATSUNRECHT einen Beitrag zu dem Thema veröffentlicht. Ich hatte schon die Befürchtung, dass wir in dieser Sache unterschiedlicher Meinung sein könnten, was natürlich vorkommen kann, und auch nicht schlimm wäre. Zu meiner Überraschung waren wir aber wieder einer Meinung. Nur die Rolle von Mutti Merkel hätte man vielleicht noch mehr mit reinbringen können.

Merkel hat in der Geschichte eine tragische Rolle. Egal wie sie sich entschieden hätte, den schwarzen Peter hätte sie behalten.

Hier der Beitrag von STAATSUNRECHT.

Böhmermann und das Ende der Satire

… Satire wird in der Bundesrepublik Deutschland durch die Meinungsfreiheit (Art. 5 Abs. 1 GG) und die Kunstfreiheit (Art. 5 Abs. 3 GG) geschützt. Diese konkurrieren allerdings mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG), welches sichert, dass der Einzelne selbst darüber bestimmen darf, wie er sich in der Öffentlichkeit darstellt.

Satire kann Kunst sein, ist es aber nicht notwendigerweise. Um durch die Kunstfreiheit geschützt zu sein, muss sie – rein rechtlich gesehen – eine schöpferische Gestaltung aufweisen, das heißt, als fiktive oder karikaturhafte Darstellung erkennbar sein. Ist diese nicht gegeben – oder wird sie vom Gericht nicht anerkannt –, greift das Persönlichkeitsrecht..Werden unwahre Aussagen nicht als fiktive oder karikaturhafte Darstellung erkennbar, ist die Meinungsfreiheit nicht geschützt; die Satire kann dann als Schmähkritik und damit als üble Nachrede verstanden werden, bei der das Persönlichkeitsrecht greift. „Von einer Schmähkritik könne nur die Rede sein, wenn bei der Äußerung nicht mehr die Auseinandersetzung in der Sache, sondern die Diffamierung der Person im Vordergrund stehe, die jenseits polemischer und überspitzter Kritik persönlich herabgesetzt und gleichsam an den Pranger gestellt werden soll“, so ein Urteil des Bundesgerichtshofs

Jan Böhmermann sagt selbst, dass das Erdogan-Gedicht eine Schmähkritik darstelle, also nicht mehr als Satire einzuordnen sei. Er betont, dass dies verboten sei.

https://staatsunrecht.wordpress.com/2016/04/17/boehmermann-und-das-ende-der-satire/

 

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5 Antworten zu FREMDBEITRAG: Böhmermann und das Ende der Satire

  1. Hans-Werner M. schreibt:

    Termin beim Landgericht Essen? Hast du ’ne Verhandlung, Bernd? Viel Glück!

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  2. M.F.S. schreibt:

    Aus meiner Sicht hatte Jan Böhmermann mit seinem Erdoğan-Gedicht einen Kontrast zum vorhergehenden Erdoğan-Lied beim NDR geschaffen und damit eine Grenze zwischen Satire und Schmäkritik aufgezeigt („Und das, was jetzt kommt, das darf man NICHT machen. Wenn das öffentlich aufgeführt wird – das wäre in Deutschland verboten“).
    Mir selber war er vorher kein Begriff (da kein TV) und Geschmäcker können verschieden sein, was ich aber richtig finde ist dass es womöglich bewirken könnte Herrn Erdoğan eine Grenze aufzuzeigen…

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  3. justizfreund schreibt:

    Das Gedicht als „Schmähkritik“ bezog sich auf den Beitrag von Extra 3 und das Verhalten von Erdogan danach.
    Es sollte Erdogan paraodisch erklären was Schmähkritik tatsächlich ist und was als eine solche in Deutschland einzustufen ist und damit sollte ihm eben erklärt werden, dass das Video von Extra 3 keine solche ist.

    Der türkische Präsident Erdogan hat neben ZDF-Moderator Böhmermann auch rund 2000 Landsleute verklagt. Auch einem 13-Jährigen droht eine Haftstrafe.
    http://www.bz-berlin.de/welt/erdogan-hat-bereits-2000-landsleute-wegen-beleidigung-verklagt

    Daher dürfte es von der Kunstfreiheit gedeckt sein, denn dabei ist der Verhalten des Parodierten zuvor zu berücksichtigen. Und Erdogan hat ja selbst die Meinungsfreiheit einschränken wollen für erlaubte Meinungsfreiheit und macht es fortlaufend. Und nun weiss er was in Deutschland Schmähkritik darstellt, denn genau das war Ziel und Zweck des Gedichts.

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