VERGEWALTIGUNGSOPFER: Bitte lass das ein Fake sein.

Ich möchte mal eine hypothetische Straftat schildern. Eine Straftat die zwar vermutlich täglich passiert, aber die hypothetische Reaktion des Opfers sicherlich mindestens ungewöhnlich ist.

Also gehen wir mal davon aus, dass eine junge Frau in der Nacht von Freitag auf Samstag mit ihrem Fahrrad auf dem Weg nach Hause ist. In der Nähe befindet sich eine Disko. Stark alkoholisiert fährt ein Mann mit seinem Porsche nach Hause, und baut einen Unfall mit der Radfahrerin.

Das Fahrrad ist kaputt, die Frau hat ein gebrochenes Bein, und muss 14 Tage im Krankenhaus bleiben. Am Unfallfahrzeug ist nur der Frontscheinwerfer kaputt. Der Unfallfahrer flüchtet.

So eine Straftat kommt sicher häufiger vor. Hier folgt nun eine hypothetische Reaktion des Unfallopfers, dass sich das Bein gebrochen hat.

Als die Frau nach 14 Tagen das Krankenhaus verlässt, wendet sie sich an die Zeitung, und gibt folgendes Inserat auf.

Lieber alkoholisierter Diskobesucher, lieber Unfallfahrer. Du hast mich in der Nacht von Freitag auf Samstag in der Nähe der Disko überfahren, und bist dann geflüchtet. Ich habe nur mein Bein gebrochen, lag 14 Tage im Krankenhaus. Aber an deinem Auto ist der Frontscheinwerfer kaputt gegangen. Das tut mir wirklich leid.

Sicherlich musst du nun viel Geld für die Reparatur ausgeben, während meine Behandlung von der Krankenkasse übernommen wurde. Vielleicht hat dein Auto nun durch den Unfall sogar einen dauerhaften Wertverlust. Auch das tut mir echt leid.

Bitte mache dir keine Sorgen um mich, ich weiß, dass es dir wegen der Unfallflucht nicht gut gehen kann. Ich würde es mir aber nie verzeihen, wenn du dir deswegen Vorwürfe machen würdest. Du brauchst dir keine Vorwürfe machen. Es ist ja nicht deine Schuld, dass ich gerade zu dieser Zeit mit dem Fahrrad auf dem Heimweg war. Ich hätte ja auch früher oder später fahren können, oder den Bus benutzen können. Du hast also in Wirklichkeit gar keine Schuld persönliche Schuld an dem Unfall. Dass du stockbesoffen warst, ist dabei völlig unerheblich.

Ich mach mir Sorgen um dich, und deine Sicherheit, denn du lebst in einem faschistischen Land, wo es gesetzlich verboten ist Frauen im besoffenen Kopf zu überfahren. Ich habe Angst, das dein Verhalten negative Auswirkungen auf das Ansehen aller Männer haben könnte, besonders auf Besoffene und Porschefahrer.

Keine Angst, ich werde dafür kämpfen, dass das nicht geschieht, damit du auch zukünftig im besoffenen Zustand mit deinem Auto fahren kannst, und andere Frauen verletzen kannst.

Das war jetzt nur eine hypothetische Reaktion eines Unfallopfers, was wahrscheinlich jeder sofort gemerkt haben dürfte, oder glaubt jemand wirklich, dass es so eine Reaktion eines Unfallopfers geben könnte?

Ehrlich, wenn ein Unfallopfer nach einem Beinbruch so etwas veröffentlichen würde, dann würde ich mir die größten Sorgen machen. Ich würde die sofort in die Röhre stecken, und mit dem MRT nach einem Dachschaden suchen.

Tatsächlich ist mir nicht bekannt, dass es ein Unfallopfer auf der Welt geben würde, das einen ähnlichen Schwachsinn von sich gegeben hätte. Selbst der geistig verarmten LEELA_SUNKILLER oder der Schnapsdrossel RENTINA würde ich das nicht zutrauen.

Warum habe ich denn dann diesen Beitrag überhaupt veröffentlicht?

Es gibt vermutlich kein Unfallopfer ohne völligen Dachschaden, welches so etwas schreibt, aber es gibt angeblich ein Vergewaltigungsopfer, welches so etwas ähnliches im Internet verbreitet hat.

Hier ein Text, der auf facebook zu finden war, inzwischen jedoch nicht mehr, oder nicht mehr einfach aufrufbar ist.

Lieber männlicher Geflüchteter,

vermutlich in meinem Alter. Vermutlich ein paar Jahre jünger. Ein bisschen älter.
Es tut mir so unfassbar Leid!
Vor fast einem Jahr habe ich die Hölle gesehen, aus der du geflohen bist. Ich war nicht direkt am Brandherd, aber ich habe die Menschen in dem Flüchtlingslager in Südkurdistan besucht. Habe alte Großmütter gesehen, die sich um zu viele elternlose Kinder kümmern müssen. Ich habe die Augen dieser Kinder gesehen, einige haben ihr Leuchten nicht verloren. Ich habe aber auch die Kinder gesehen, deren Blick leer und traumatisierend war. Ich habe mir von ca 20 ezidischen Kindern in ihrem Matheunterricht arabische Schriftzeichen zeigen lassen und weiß noch, wie ein kleines Mädchen angefangen hat zu weinen, nur weil ein Stuhl umfiel.
Ich habe einen Hauch der Hölle gesehen, aus der du geflohen bist.
Ich habe nicht gesehen, was davor geschehen ist und auch deine strapaziöse Flucht habe ich nicht miterleben müssen.
Ich bin froh und glücklich, dass du es hierher geschafft hast. Das du den IS und seinen Krieg hinter dir lassen konntest und nicht im Mittelmeer ertrunken bist.
Aber ich fürchte, du bist hier nicht sicher.
Brennende Flüchtlingsunterkünfte, tätliche Angriffe auf Refugees und ein brauner Mob, der durch die Straßen zieht.
Ich habe immer dagegen angekämpft, dass es hier so ist.
Ich wollte ein offenes Europa, ein freundliches. Eins, in dem ich gerne leben kann und eins, in dem wir beide sicher sind. Es tut mir Leid.
Für uns beide tut es mir so unglaublich Leid.
Du, du bist nicht sicher, weil wir in einer rassistischen Gesellschaft leben.
Ich, ich bin nicht sicher, weil wir in einer sexistischen Gesellschaft leben.

Aber was mir wirklich Leid tut ist der Umstand, dass die sexistischen und grenzüberschreitenden Handlungen die mir angetan wurden nur dazu beitragen, dass du zunehmendem und immer aggresiverem Rassismus ausgesetzt bist.

Ich verspreche dir, ich werde schreien. Ich werde nicht zulassen, dass es weiter geschieht. Ich werde nicht tatenlos zusehen und es geschehen lassen, dass Rassisten und besorgte Bürger dich als das Problem benennen.
Du bist nicht das Problem. Du bist überhaupt kein Problem.
Du bist meistens ein wunderbarer Mensch, der es genauso wie jeder andere verdient hat, sicher und frei zu sein.

Danke, dass es dich gibt – und schön, dass du da bist.

Das veröffentlichte eine Frau der Linksjugend, die am 27.01.2016 in Mannheim, von 3 Flüchtlingen, vergewaltigt wurde, zumindest gab es eine entsprechende Strafanzeige.

Beim Lesen des Textes schießt einem sofort ein Gedanke durch den Kopf:

BITTE LASS DAS GANZE EIN FAKE SEIN!

Ich möchte die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer zu dem Beitrag des Vergewaltigungsopfer befragen. Was die zu dieser Frau wohl sagen würde?

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4 Antworten zu VERGEWALTIGUNGSOPFER: Bitte lass das ein Fake sein.

  1. Pallmann Bernhard schreibt:

    Ich kapier immer noch nicht, warum manche Leute partout „anonym“ bleiben wollen. Entweder du hast was zu sagen, was zu dir passt, oder du solltest schleunigst ueberlegen: Klappe halten. Das Thema „Vergewaltigung“ – gerade auch in Familien – ist keines von „Dummkoepfen mit Mueckenhirn“. Das ist, meine lieben Anonymen, etwas sehr viel komplexer..!

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  2. Anonymous schreibt:

    Was kann jemand erwarten von Menschen mit „Dachschaden“ ? Wenn solche eine Mücke verschlucken, haben sie mehr Verstand im Magen als im Kopf.

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  3. Pallmann Bernhard schreibt:

    Ich danke fuer diesen Beitrag. Wer noch nicht weiss, was Sarkasmus ist, sollte ihn 2x lesen. Dann hats wohl jeder drauf. Tja, manchmal ist das das allerletzte Mittel, um nicht vor erlittenem Unrecht einzuknicken, gar zur Knarre und Selbstjustiz zu greifen, oder zum Siuzid. Bernhard Pallmann, Brasil

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    • beamtendumm schreibt:

      Ich hatte ja gedacht, nur die Deutschen wären so dämlich. Nein, bei dem dankbaren Vergewaltigungsopfer handelt es sich um eine Türkin. Man sollte der Dame vielleicht mal mitteilen, was ihr nach einer Vergewaltigung in einem moslemischen Kulturkreis passieren könnte. Ob sie dann noch immer so dankbar wäre?

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