Keine Zeit für so eine Hühnerbrust

Ist ihnen das schon mal passiert? Sie gehen shoppen, und dann sehen sie vor dem Geschäft einen Karton mit Kleiderbügel. „Bitte mitnehmen“, steht da drauf.

Oder sie sind im Geschäft, und sehen dort einen Kleiderständer. Dort ist auch ein Schild mit „kostenlos Mitnehmen“.

Mal angenommen, sie brauchen gerade mal ein paar Kleiderbügel, oder eines der kostenloses Kleidungsstücke gefällt ihnen, und passend ist es auch noch. Mal angenommen, sie nehmen also 1 oder 2 von den kostenlosen Bügel mit, oder einen kostenlosen Pullover, und kaum sind sie 3 Schritte gegangen, da schreit ihnen jemand hinterher „haltet den Dieb“. Wie finden sie das? Fänden sie das nicht saudämlich?

Natürlich, denn normalerweise kämen sie nicht auf die Idee, einen Kleiderbügel mitzunehmen, oder einen Pullover vom Kleiderständer zu nehmen, weil das natürlich im Normalfall eine Straftat wäre. Aber wenn sie schon der Eigentümer, also der Rechteinhaber schriftlich auffordert dies zu tun, ist das natürlich etwas völlig anderes. Es gibt nämlich keine Gesetz in diesem Land, dass es einem Ladenbesitzer verwehrt, einen Kleiderbügel, oder seine Überschussware zu verschenken.

Und wenn dann jemand im Internet einen Beitrag veröffentlicht, mit der Überschrift:

Inobhutnahme Jugendamt: Nie zum Wohl des Kindes?

Und dann auch noch, direkt unter der Überschrift, eine ganze Leiste mit Share-Buttons setzt, dadurch den Leser auffordert diesen, und andere Beiträge zu teilen, damit der Beitrag von ganz vielen Menschen gelesen wird, dann ist das auch nach dem Gesetz nicht verboten. Es gibt zwar ein Urheberrechtsgesetz, aber das verpflichtet keinen Autor dazu seine Beiträge nur auf seiner Seite zu veröffentlichen. Die Aufforderung den eigenen Beitrag zu teilen, ist nicht gesetzwidrig. Nur dann darf sich dann der Rechteinhaber auch nicht beschweren, wenn Menschen seiner ausdrücklichen Aufforderung, den Beitrag zu teilen, nachkommen. Erst die Leser auffordern die eigenen Beiträge zu teilen, und dann hinter zu schreien: „Haltet den Dieb“, ist schon ziemlich blöde, und wenig erfolgversprechend.

Aber genau das versuchen einige geldgeile Zeitgenossen. Der Beitrag:

Inobhutnahme Jugendamt: Nie zum Wohl des Kindes?,

 

wurde also auf Wunsch des Verfassers, u.a. auch auf facebook geteilt. Dort habe ich den Beitrag dann gefunden. Aber der Beitrag wurde von mir nicht komplett veröffentlicht, wie das bei facebook geschehen war, sondern ich habe nur einen ca. 10 % Auszug veröffentlicht, und dann auf die entsprechende Ursprungsinternetseite verlinkt, Dies entspricht dem Urheberrechtsgesetz. Das wurde gemacht, um der Ursprungsinternetseite Besucher zu generieren. Ein Name des Verfassers konnte weder auf den facebook-Beiträgen veröffentlicht werden, noch bei mir, weil auf dem Ursprungsbeitrag gar kein Name genannt wurde.

Obwohl auf der Ursprungsseite die Teilung des Beitrags ausdrücklich gewünscht war, die veröffentlichten Share-Buttons belegen dies, rief dann der Rechteinhaber lauthals:

Haltet den Dieb,

als man seinem Wunsch entsprechend Beiträge geteilt hat. Zunächst wurde dann die Entfernung des Beitrags innerhalb von 12 Stunden gefordert, sowie ein Schadensersatz in Höhe von 1300 €, und Übernahme der Anwaltskosten. Und als ob dies nicht schon dumm genug gewesen wäre, wurde eine Stunde später noch eins draufgesetzt. Ca. 11 Stunden vor Ablauf der gesetzten 12 Stunden-Frist wurde dann mitgeteilt, dass man angeblich nicht bereit wäre den Beitrag fristgerecht zu löschen, deshalb wollte die geldgeile Dame gleich noch mehr fordern.

Ja, es wurde sogar mitgeteilt, dass es sich bei dieser Internetseite angeblich um eine gewerbliche Internetseite handeln würde.  Hier Auszüge aus der Mail:

Sie haben unlizensiert meine Inhalte (Wort & Bild) veröffentlicht. …

Tatsache ist, dass hier überhaupt kein Bild von ihr, ihrer Internetseite, etc. veröffentlicht wurde.

Sie haben nicht nur gegen das mir obliegende Urheberrecht verstoßen, sondern zudem nicht den Autor als Rechteinhaber benannt.

Dumm nur das dies gar nicht möglich ist, wenn der Autor seinen Namen selbst nicht nennt. Wer war das bloß? Herr oder Frau Annonym?, War es Lieschen Müller, oder Lieschen Dummchen?

Hinzu kommt die gewerbliche Nutzung meines Inhalts.

Eigentlich würde ich daraus lesen, dass ich ihren Inhalt gewerblich genutzt hätte. Wusste aber bisher nicht, dass ich eine gewerbliche Seite betreibe.

 1. Sie entfernen UNVERZÜGLICH, spätestens in einem Zeitfenster bis zum 26.08.2015 um 10 Uhr meine Inhalte von Ihrem Server (!).

Jetzt habe ich also auch noch einen Server. Wieso weiß ich davon gar nichts. Oder hat die Lady schlichtweg wenig Ahnung vom Internet?

Durch die Verwendung meines Artikels unter Missachtung der Urheberbenennung entstehen Ihnen neben dem einfachen Grund-Schadensersatz in Höhe von 650,- Euro erhebliche Mehrkosten; dies gilt im Übrigen auch für die gewerbliche Nutzung sowie die fehlende Lizenz.

Irgendwie beschleicht mich der Verdacht, dass Madam dies schon öfters probiert hat.

Im Falle, dass Sie nicht meinen Forderungen nachkommen, haben Sie die Anwaltskosten für die Abmahnung zu tragen.

Und nun kommen mir wieder Zweifel auf. Sind die Kenntnisse doch nicht so hoch? Ihre Anwaltskosten hat Madam zunächst selbst zu tragen. Und dann entscheidet nicht sie, wer die am Ende zu zahlen hat, sondern das Gericht. Meistens soll die Kosten dann der Verlierer bezahlen, aber bisher steht der noch gar nicht fest. Hat sich Madam also etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt? Der Absturz kann dann fatal sein.

Doch selbst wenn das Gericht dann am Ende feststellt, dass sie die Anwaltskosten erstatte zu bekommen hätte, bedeutet dies zwangsläufig noch nicht, dass sie am Ende nicht doch drauf sitzen bleibt.

1 Stunde und 25 Minuten später kam die nächste Mail. Nach meinen mathematischen Kenntnissen war da aber die gesetzte 12 Stunden Frist noch nicht um.

… da inzwischen die Zustellung meiner vorangehenden Abmahnung von Ihnen gelesen wurde und Sie nicht agieren, ist davon auszugehen, dass Sie nicht kooperieren möchten. …

Zu diesem Ergebnis kommt sie mitten in der Nacht, 10,5 Stunden vor Ablauf der von ihr gesetzten Frist.

… morgen ergeht Kostennote inklusive Arbeitsstunden und Strafanzeige. Den eingeforderten Betrag können wir so nun nicht mehr stehen lassen.

Haltet den Dieb. Wie war das mit den Kleiderbügeln. Erst vor die Tür stellen und auffordern die kostenlos mitzunehmen, und dann anschließend, „haltet den Dieb“ schreien, und Strafantrag stellen. Und die Arbeitsstunden für die 1,5 Stunden werden bestimmt 10,5 Stunden betragen. Aber nein, sie schreibt ja:

Den eingeforderten Betrag können wir so nun nicht mehr stehen lassen.

Das finde ich aber auch. Alles über 1,50 Euro und einem Kaugummi wäre doch Wucher.

Trotz der plumpen Drohungen kam bisher nichts. Ist Madam etwa das Geld ausgegangen? Sie sollte hier nicht mit einem Vorschuss von mir rechnen.

Allerdings hat sie inzwischen die Share-Buttons entfernt. Bezüglich der Kleiderbügel steht nun nicht mehr dort, dass man die kostenlose mitnehmen soll. Damit steigen jetzt die Chancen die Leute zu verarschen, die ihre Beiträge veröffentlichen. Deshalb habe ich heute die Leute davor gewarnt ihre Beiträge weiter u veröffentlichen, weil die Dame offenbar darauf aus ist, auf diese Weise ihr Einkommen zu bestreiten.

Man hat also schon ein gewisses Bild von der Madam. Auf meiner Internetseite steht ganz groß, dass ich keine Anrufe mt unterdrückter Nummer wünsche. Aber auch das hat sie offenbar überfordert. Heute bekam ich einen Anruf ohne angezeigter Rufnummer. Da mein Rollstuhl wieder in der Reparatur war, konnte ich nicht ausschließen, dass die unterdrückte Nummer evtl. im Zusammenhang mit meinem Rollstuhl stand. Ich ging deshalb ausnahmsweise dran. Es meldete sich die Madam mit ihrem Namen und meinte, dass sie die wäre, vor der man im Internet warnen müsste. (Wer würde ihr da schon widersprechen.) Eine ausgesprochene Piepsstimme erlaubte sich mich zu duzen. Eigentlich müsste ich das als Beleidigung ansehen, denn ich hatte ihr nie das Du angeboten.

Sie versuchte mir einen Müll von einer Lizenz etc. zu erzählen. Ich habe dann aber gleich kurzen Prozess gemacht. Ich habe ihr das Urheberrecht nahegelegt, und dann das Gespräch nach weniger als eine Minute beendet. Mit so einer Hühnerbrust verschwende ich doch nicht meine Zeit.

Die Share-Buttons hat sie inzwischen von ihrer Seite entfernt, aber ich habe mir rechtzeitig Screenshots von ihren Beiträgen gesichert.

Von Bekannten habe ich erfahren, dass sie mit Madam schon vor einiger Zeit Probleme hatten, und sie auf facebook geblockt haben. Ich habe dies vor einigen Tagen auch gemacht, und heute wurde sie von weiteren Personen geblockt.

Irgendwie war das von ihr wohl ein Schuss in den Ofen. Ich versuche ihr Leser zuzuführen, und sie macht sich mit aller Gewalt neue Feinde. Wenn das kein Eigentor ist. Und morgen auf der Demo werde ich die Dame nochmal thematisieren, und vor ihr warnen. Ich glaube kaum, dass man solche Abzocker wirklich braucht.

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5 Antworten zu Keine Zeit für so eine Hühnerbrust

  1. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG schreibt:

    Hat dies auf Souliman Kannu New´s from Germany rebloggt und kommentierte:


    Glück, Auf, meine Heimat!

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  2. Korte schreibt:

    Wer auch immer hinter dieser Angelegenheit steckt, scheint entweder ein bezahlter Agent von Systemschergen oder eine/r zu sein, der bei der Verteilung der Blöödheit mehrmals seinen Namen gerufen und daher Mengenrabatt erhalten hat. Einstein soll angeblich einmal gesagt haben: „Die Dummheit ist schier grenzenlos“. Es gab und gibt immer Menschen, die sich täglich bemühen, das auch unter Beweis zu stellen. Ob diese/r Mensch auch dazu zugehört ?

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  3. justizfreund schreibt:

    Einfach Buchstaben und Worte klauen, das geht ja auch nicht und schon gar nicht wenn man dazu extra aufgefordert wird. Ich glaube die Frau hat vom Jugendamt und der Justiz schon zu viel gelernt und sich abgekuckt.
    Damit kommt man aber nur in der Justiz und beim Jugendamt weiter aber nicht im wirklichen Leben, besonders wenn man Opfer solcher Institutionen geworden ist.

    „… morgen ergeht Kostennote inklusive Arbeitsstunden und Strafanzeige. Den eingeforderten Betrag können wir so nun nicht mehr stehen lassen.“

    Strafanzeige weswegen?
    Arbeitsstunden gibt es nicht erstattet. Eigentlich sollte sie doch schon mit dem Justizgebaren etwas Erfahrung haben.

    Gemäss Richter Dr. S., B. und B. dient die Kostenerstattungspflicht in Gerichtsverfahren dazu Rechtsanwälte (für eine Zweiklassenjustiz) zu „privilegieren“, 20.02.2014
    http://blog.justizfreund.de/?p=5107

    Sie selbst bekommt demgemäss gar nichts. Nicht einmal ihre Auslagen und Kosten.

    Wenn sie einen Anwalt beauftragt bekommt der unabhängig von der Qualität seiner Leistung alles auch eine Kostenpauschale für Kosten die gar nicht angefallen sind um ihn zu „privilegieren“ und damit sie selbst weiss wo diese in der Hierachie in der Justiz angesiedelt ist, ist sie diejenige, die das Geld zur Privilegierung ranschaffen muss.

    Natürlich muss der Auftraggeber das ganze (erstmal) bezahlen und der Anwalt ist berechtigt einen Kostenvorschuss zu verlangen.

    Und selbst wenn Sie tatsächlich im Recht wäre und das auch noch beweisen könnte ist nicht gewährleistet, dass Diese auch bei Gericht Recht bekommt und selbst wenn, dann ist nicht gewährleistet, dass sie das Geld auch bekommt.

    Das geht zB. so incl. der Kosten für die Abmahnung:

    Etwa 50 Gerichte entschieden, dass im Internetangebot ein Hinweis auf ein Widerrufsrecht vorhanden sein muß, zB. BGH NJW 2007, 1946 Tz 13; OLG Frankfurt MMR 2001, 529; OLG Frankfurt 6 U 158/03; OLG Frankfurt GRUR 2007, 56, 57; OLG Hamburg 5 W 90/07, GRUR-RR 2007, 174; OLG Hamburg 3 W 7/08; OLG Hamburg 5 U 113/02 – WRP 2003, 1011; OLG Karlsruhe 6 U 200/01; OLG Oldenburg 1 W 77/03; OLG Hamburg 3 U 103/06; KG Berlin 5 W 156/06;…

    Richter V. vom LG-Bielefeld (10 O 58/02) entschied, dass ein Hinweis auf das Widerrufsrecht im Internetangebot gar nicht notwendig ist. Der Richter war mit dem Anwalt des auf Unterlassungsverklagten eng befreundet. Dieses habe sich gemäß dem LG-Bielefeld aber nicht auf das Urteil ausgewirkt.

    Wer nun denkt, dass es ja noch Berufung gäbe. Ja die wurde auch im Jahr 2012 2002 eingereicht und liegt nun seit 13 Jahren am OLG-Hamm. Dieses Jahr habe ich mal nachgefragt ob es denn nicht schön wäre den Gerichtskostenvorschuss mal zurückzubezahlen, es sei denn natürlich, das Termin zu mündlichen Verhandlung anberaumt würde. OLG-Hamm: „Nö!“.

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  4. MURAT O. schreibt:

    Hat dies auf MURAT O. rebloggt.

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