Bericht über NEUSTART und CO

Neustart Reszocializációs Kft

Kinderheim in Pécs/Ungarn

Die Firma Neustart hatte in den Jahren 2005-2008 in ihrem Kinderheim in Ungarn 8 Kinder vom Jugendamt Gladbeck, und 1 Kind vom Jugendamt Herne untergebracht. Dafür bekam die Neustart 487.000 Euro.

Die Neustart hat lt. ihren Jahresabschlüssen 2005 bis 2008 einen Überschuss von 1.000 Euro ausgewiesen. Das klingt nun nicht viel, aber daneben könnten noch Gelder an Verwandte geflossen sein, die das ausgewiesene Ergebnis verwässern.

Das Jugendamt Herne schickte einen Jugendlichen für rund 13 Monate nach Ungarn.

S T. (1. Januar 2005 bis 4. Januar 2006);

Das Jugendamt Gladbeck schickte 8 Kinder für insgesamt 79 Monate nach Ungarn. ((angefangene Monate wurden als volle Monate berechnet.)

M H. (1. Januar 2005 bis 30. April 2007); • 28

J K. (6. Februar bis 12. Juni 2005); • 5

M D. (12. Juni bis 31. Juli 2005); • 2

P W. (14. Januar bis 23. Juni 2006); • 6

V H. (12. März bis 8. August 2006); • 4 (3)

N A. (1. Oktober 2006 bis 22. September 2007); • 2

K Q. (11. Februar 2007 bis 30. September 2008) und • 19

R S. (15. Dezember 2007 bis 31. Dezember 2008).13

Damit wurden an Neustart für 79 Monate insgesamt 487.000 Euro überwiesen. Pro Kind und Monat haben die Jugendämter somit ca. 5.300 Euro bezahlt. Der offizielle Tagessatz betrug 175 Euro. 2005 waren 4 Kinder dort untergebracht, 2006 waren es 5 Kinder. 2007 waren 4 Kinder dort, 2008 waren es noch 2.

Reiterhof Tekeres Orfű

Der Jugendamtsleiter der Stadt Gelsenkirchen und sein Stellvertreter waren nicht nur an dem Kinderheim in Pécs/Ungarn bzw. an der Neustart Reszocializációs Kft beteiligt, sondern auch an dem Reiterhof Tekeres Orfű in Orfű/Ungarn. Dieser wurde hauptsächlich von der Stadt Gelsenkirchen und dem Kinderschutzbund bestückt, in dessen Vorstand der Jugendamtsmitarbeiter damals auch war. 2006 wurden die Kinder von der AWO Gelsenkirchen auf den Reiterhof geschickt. Auch dort war ein ehemaliger stellvertretender Leiter des Jugendamts im Vorstand.

Zwischen 2001 und 2014 weist die Gesellschaft einen Überschuss von 91.000 Euro aus. Auf dem Gelände gibt es auch Ferienwohnungen durch die evtl. weitere Gelder an die Jugendamtsmitarbeiter flossen.

Die dortigen 3 Ferienwohnungen haben folgende Eigentümer

T. G. (Eigentümer seit 1997)

H. J. M. (ehemaliger stellvertretender Jugendamtsleiter) (Eigentümer seit 1997)

R.D. (Ehefrau des Jugendamtsleiter) (Eigentümer seit 2012)

KSBG

2004 war Frau Veronika Liebenow Vorsitzende des Kinderschutzbundes Gelsenkirchen (KSBG). Auch  Thomas Frings war im Vorstand. Frau Liebenow ist Mitarbeiterin des Jugendamts Gelsenkirchen, Frings ist noch nichts rechtskräftig gekündigter stellvertretende Leiter des Jugendamts. Er war also auch noch ein Vorgesetzer der KSBG-Vorsitzenden.

Die KSBG hat die Rechnung an die Jugendämter gestellt. Dafür bekam der Kinderschutzbund 5 Euro pro Kind und Tag. Also auch hier hat man mit benachteiligten Kids Kasse machen.

Die KSBG hat 486.835,49 Euro an die NEUSTART weitergeleitet, aber nur 486.821,18 Euro von den Jugendämtern erhalten. Das Minus betrug damit 14,31 Euro.

Gleichzeitig wurden von dem KSBG Rechnungen an die NEUSTART gestellt. 11.997 Euro hat NEUSTART an den KSBG überwiesen. Für 2008 hat der KSBG dann keine Rechnung mehr gestellt, obwohl dem KSBG noch 3.200 Euro zugestanden hätte. 15.197 Euro (11.997 + 3.200) dafür, dass man nur eine Rechnung schreibt, und Geld weiterleitet scheint da leicht verdientes Geld zu sein.

In einem Vertrag zwischen dem Kinderschutzbund Gelsenkirchen, und der Neustart wird die Gesellschaft „St. Josef Heime GmbH“ genannt. Diese Gesellschaft gibt es aber nicht. Man versuchte hier eine Nähe zum Kinderheim St. Josef in Gelsenkirchen zu suggerieren, die es auch tatsächlich gab.

Die Betrachtung der Personalkosten der NEUSTART ist interessant. Obwohl die Personalkosten in den Jahren 2005 bis 2008 nicht gestiegen, sondern von 44.099 (2005) auf 31.406 (2008) deutlich gesunken sind, sind diese für ungarische Verhältnisse sehr hoch, der Mindestlohn betrug damals in Ungarn nur 500 Euro.

Es gibt weitere Verquickungen zwischen dem KSBG und der Stadt Gelsenkirchen. Der KSBG hat immer mehr Leistungen für die Stadt übernommen, und wurde dafür bezahlt.

Jahr 2007 erhielt der KSBG 28.000 Euro für 1.089 abgerechnete Stunden.

Jahr 2014 wurden durch den KSBG 607.000 Euro abgerechnet, für 27.312,5 Stunden.

Überbelegung von St. Josef

Die Monitor-Sendung berichtete von einer bewussten, deutlichen Überbelegung des Kinderheim St. Josef in Gelsenkirchen, damit man von dort Kinder nach Ungarn bringen konnte. Dies bewahrte sich nur zum Teil. Eine Überbelegung des Kinderheims um die behaupteten ca 50 % gab es nicht. Allerdings gab es eine Überbelegung des ganzen Kinderheims um ca. 50%, sondern „nur“ die Gruppe 5b (Jugendwohnbereich zur Verselbständigung, ca. 16 bis 18 Jahre – Regelgruppe) wurde massiv überbelegt. Aus dieser Gruppe wurden hauptsächlich Kinder nach Ungarn gebracht.

AWO

Seit 1992 führte die Stadt Gelsenkirchen Reiterfreizeiten in Ungarn durch. Seit 1997 fanden die auf dem Reiterhof Tekeres in Orfű bis zu 4 Ferienfreizeiten in den Sommerferien und Herbstferien statt. 2006 führte die Stadt Gelsenkirchen keine eigenen Ferienfreizeiten durch. Diese wurde damals von der AWO durchgeführt.

Die Verträge für die Reiterfreizeiten wurden auf der Seite der Stadt von dem Jugendamtsleiter bzw. seinem Stellvertreter unterzeichnet, die auch an dem Reiterhof beteiligt waren.

Gudrun Wischnewski ist zur Zeit Geschäftsführerin der AWO Gelsenkirchen. Von 1991 bis 2001 war sie beim Jugendamt Gelsenkirchen beschäftigt. Dann ist sie zur AWO gewechselt. Allerdings will sie in dieser Zeit nichts mit den Reiterfreizeiten zu tun gehabt haben. Die Verquickung der verschiedenen Organisationen und Personen ist aber zumindest fragwürdig. Warum sind aktuelle und ehemalige Mitarbeiter des Jugendamts in den Vorständen von der AWO Gelsenkirchen und dem Vorstand des Kinderschutzbund Gelsenkirchen? Warum bieten die AWO der KSBG und die Stadt Reiterfreizeiten an genau dem selben Ort an? Zufall kann das keiner mehr sein. Bei der AWO war auch der ehemalige stellvertretende Jugendamtsleiter Hans-Jürgen Meißner im Vorstand, der auch an den Ungarn Projekten auf beiden Seiten beteiligt war.

Erschwerend kommt ja noch hinzu, dass es sich bei Gudrun Wischnewski um die Lebensgefährtin des Gelsenkirchener Oberbürgermeisters handelt. Ob sie ohne diese interessante Verbindung über die Tätigkeit bei der AWO ausüben würde, darf wohl als fraglich gelten.

Auch 2010, also im Zeitraum von Frau Wischnewski, wurde die AWO erneut bezüglich Ungarn tätig. Man organisierte einen Schüleraustausch mit Pecs.

FAZIT:

Natürlich ist es verwerflich, was die 3 Jugendamtsmitarbeiter gemacht haben. Aber es ist nicht das Einzige was es zu kritisieren gibt. Zu bemängeln ist natürlich auch die Verquickung der Organisationen und Personen. Das was hier in Gelsenkirchen abläuft kann man doch nur noch als politischer Filz bezeichnet werden. Schon lange und öfters wurde das hier kritisiert, besonders bezüglich der AWO. (Hier kommt besonders noch der Catering-Service der AWO hinzu. Die AWO betreibt das Catering im Musiktheater und inzwischen auch die Kantine der ELE (örtliche Stadtwerke)). Ich frage mich schon lange, ob das wirklich noch Vereine sind, oder nicht doch längst als Unternehmen eingestuft werden müssten, und ihre Gemeinnützigkeit verlieren müssten.

Auch wenn hier jetzt besonders die Gelsenkirchener Verhältnisse thematisiert wurden, geht es nicht weit genug, wenn man von einem Gelsenkirchener Jugendamtsskandal spricht. Es gibt keinen Gelsenkirchener Jugendamtsskandal, sondern es gibt einen Jugendamtsskandal. Nur weil die Jugendämter so arbeiten, wie sie arbeiten, und so sind wie sie sind, nur deshalb war die ganze Geschichte doch nur möglich. (Den Reiterhof jetzt mal ausgeblendet.)

Nur weil die Jugendhilfe immer mehr privatisiert wird, weil einige Jugendämter immer häufiger versuchen Kinder, auch unbegründet, aus den Familien zu nehmen, nur deshalb war Pécs überhaupt möglich, nur deshalb sind inzwischen ca. 1.000 Kinder, (ca. 250 alleine aus NRW in 22 Ländern) auf der halben Welt verstreut untergebracht. Kein anderes Land auf dieser Welt kommt bisher auf so eine bescheuerte Idee.

Die Aufarbeitung dieses Jugendamtsskandal kann nicht als erfolgreich gewertet werden, wenn das System Jugendamt nicht völlig umgekrempelt wird. Warum hat z.B. eine Stadt wie Lünen, mit 70.000 Bewohner 19 Kinder im Ausland untergebracht, während die Stadt Gelsenkirchen, mit über 250.000 Einwohnern gar keine Kinder im Ausland hat. Offenbar verstehen die Jugendämter unter Kindeswohl immer was anderes. Und wenn das so ist, dann spricht man von Willkür. Deshalb wollen einige Jugendämter den Eltern auch die Kinder wegnehmen, während Jugendämter in anderen Städten, bei den selben Familien und Kindern keinen Grund für irgendwelche Maßnahmen sehen.

Dieser Beitrag wurde unter BdF, Beamtendumm, Jugendamt abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Bericht über NEUSTART und CO

  1. Anonymous schreibt:

    An diesen kriminellen Machenschaften wird viel Geld gewaschen und verdient, denn offensichtlich betrachten die „Kinderschützer“ ihre zu Schützenden nicht als Menschen, sondern als Handelsware. Dieses ging und geht nur, weil die Michels ihre Zipfelmützen immer tiefer gezogen haben, zwar geknurrt, aber nicht gebissen haben. Mit Vernunft ist diesem verkommenen BRD- Besatzer-System nicht beizukommen. Diese Systemschergen haben dem Volk schon lange den Krieg erklärt. Leider haben die Deutschen das noch nicht begriffen und wehren sich (noch) nicht nicht. Darum werden die „Volksdiener“ immer dreister, skrupelloser.

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  2. apokalypse20xy schreibt:

    Woher hast Du die Daten? Kann man an die Gewinn- und Verlustrechnungen und die Bilanzen der betarchteeten Jahre herankommen? Es giubt ziemlich viele Möglichkeiten aus Unternehmen Gelder abzusaugen, Beraterverträge, Aufträge für Gutachten, Einkauf von Waren zu überhöhten Preisen, Zahlung von Leistungen für Dritte (Benzin z.B.) und, und , und ,.und….

    Ich würdee mich gern näher mit der Sache befassen – welches Material kann ich bekommen?

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  3. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG schreibt:

    Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:

    Glück, Auf, meine Heimat!

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  4. MURAT O. schreibt:

    Hat dies auf D – MARK 2.0 rebloggt.

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