Kim Jung: Polizist ist frei

Wir haben hier über den Polizisten Kim Jung berichtet, der in der JVA Gelsenkirchen eingesperrt war, weil er angeblich in Gladbeck einen Getränkemarkt überfallen hätte.

Der ehemalige Polizist behauptet, dass er nicht der Täter war, und als Unschuldiger verurteilt und inhaftiert wurde. Nach Prüfung kamen wir auch hier zu dem Ergebnis, dass zumindest erhebliche Zweifel an der Schuld bestehen.

Hier wurde über den ehemaligen Polizisten berichtet. auch Flugblätter wurden diesbezüglich mehrfach vor der JVA Gelsenkirchen von mir verteilt. Vor einigen Wochen habe ich ihm auch das Fernsehen „auf den Hals gehetzt“, das über seinen Fall berichten soll.

Über Umwege habe ich nun erfahren, dass Kim Jung am 9. Dezember aus der Haft entlassen wurde. Leider ist darüber noch nicht viel bekannt. Ich vermute aber, dass der kritische Polizist „nur“ auf 2/3 zur Bewährung entlassen wurde.

Dennoch ist auch das ein Erfolg, da es bisher eher ungewöhnlich ist, dass ein Tatleugner nach 2/3 auf Bewährung entlassen wird. Bei Bernd Vogt aus Schleswig-Holstein hatten wir das schon Mal erreicht, aber meistens werden tatsächlich Unschuldige bis zur Endstrafe festgehalten. Wenn nun endlich in der Justiz auch dahingehend ein Umdenken stattfindet, wenn auch dort endlich mal die Gleichheit vor dem Gesetz eingeführt wird. dann wäre das ja schon wieder mal ein Erfolg.

Wir werden den Fall des ehemaligen Polizisten, und vermutlichen Justizopfer Kim Jung weiter beobachten. Vielleicht erfährt man in den nächsten Tagen genaueres über die Hintergründe der Entlassung.

Bei der Betrachtung des Fotos fällt mir auf, dass es sich um eine spontane Blitzentlassung gehandelt haben dürfte. Wäre der Termin länger vorher bekannt gewesen, dann wären vielleicht noch ein paar mehr Menschen anwesend gewesen. Auch scheint es nicht gerade früh am Morgen gewesen zu sein. Normalerweise finden anstehende Entlassungen sehr früh statt, im Dezember wäre es um diese Zeit noch dunkel.

Im Übrigen sei noch erwähnt, dass die Weihnachtsamnestie auch bei Entlassungen zur Bewährungen gilt. Durch die Weihnachtsamnestie kann es also vorkommen, dass man sogar einige Tage vor dem 2/3 Termin entlassen wird. Wäre also schon länger ein 2/3 Termin festgestanden, dann hätte der Inhaftierte in NRW bereits Anfang November entlassen worden.

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8 Antworten zu Kim Jung: Polizist ist frei

  1. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG schreibt:

    Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Glück, Auf, meine Heimat!

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  2. Thor Sieg schreibt:

    Hallo Kim…,
    habe mit dir im gleichen Trackt ..in Ge. gesessen..auch ich war ein Opfer der Justiz…u. bin es immer noch…habe dich als aufrechten ,Ehrlichen .Kollegenhaften,..Menschen kennen gelernd ….ja…das Gefängnis ist uns..u. unser Leben kaputt gemacht..komme heute mit vielem nicht mehr klar…dir wünsche ich ..das alles in deinem Leben wieder ein bisschen gerader läuft als bei anderen ..u. du wieder ,,Halt “ in deiner Familie findest..Viel Glück..Thorsten…

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  3. Anonymous schreibt:

    Guten Tag.

    Ich möchte mich an dieser Stelle einmal persönlich für Ihre Berichterstattung und Unterstützung bedanken.

    Am 9.12.2014 wurde ich nach Verbüßung von 2/3 der Strafe vorzeitig entlassen. Meine Bewährungszeit beträgt drei Jahre und die Auflagen sind moderat. Bei der Anhörung am 5.12.2014 war ich positiv überrascht, in Richter Stiller vom LG Essen doch noch einen gerechten Richter gefunden zu haben.
    So konnte er aus zum Beispiel überhaupt nicht nachvollziehen, dass mir Einlegung von Rechtsmitteln und Beschwerden, durch den Leiter der JVA, bzw. dessen Vertreter in Person, Herrn Bothge, negativ ausgelegt wurde. Der Richter wörtlich: „Ich würde ihnen das niemals negativ auslegen. Das sind ihre Rechte und die sind dafür geschaffen worden, um sie in Anspruch zu nehmen.“

    Bereits eine Woche vor der Entlassung wurde ich in der JVA von einem Team einer TV-Produktionsfirma besucht und die Anstalt hat sechsstündige Aufnahmen gestattet. Dieses Team war auch bei meiner Entlassung anwesend und wird mich im Januar erneut besuchen.
    Wann genau die Dokumentation im ZDF und 3Sat kommen wird, steht noch nicht fest.

    Über die Zulassung der Wiederaufnahme des Verfahrens wurde noch nicht entschieden. Das Verfahren ist nun in der Beschwerdeinstanz beim OLG Hamm anhängig. Mein Rechtsanwalt ist aber guter Dinge, dass die Wiederaufnahme spätestens beim Bundesverfassungsgericht zugelassen wird, da eine bestimmte Rechtsprechung des EuGH zu beachten ist.

    Ich werde Sie selbstverständlich weiter auf dem Laufenden halten.

    Alles Gute für das neue Jahr!
    Kim Jung

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    • beamtendumm schreibt:

      Ich danke Ihnen für den Kommentar. Hätte ich von der Haftentlassung frühzeitig erfahren, wäre ich natürlich auch dort gewesen, wenn es mir möglich gewesen wäre.

      Ist das das Fernsehteam, das ich ihnen auf den Hals „gehetzt“ habe, oder ein anderes?

      Ist Ihnen als „Tatleugner“ bekannt, weshalb sie trotzdem auf 2/3 raus kamen? Normalerweise hat man Unschuldige ja nicht nur in diesem Punkt wesentlich schlechter behandelt, als tatsächliche Straftäter. Eigentlich wurde damit bisher immer gegen die Gleichheit vor dem Gesetz verstoßen, und Justizopfer vorsätzlich schlechter gestellt.

      Hat in diesem Punkt ein generelles Umdenken stattgefunden, oder ist erkennbar, dass damit die Justiz den Umstand ihrer tatsächlichen Unschuld Rechnung getragen hat?

      Und noch eine Frage.
      Haben sie während der Haft mitbekommen, dass ich vor der JVA Flugblätter verteilt habe, wo auch sie thematisiert waren, oder haben sie davon nichts mitbekommen?

      Ich wünsche Ihnen, und auch ihren Unterstützern, einen guten Rutsch, und ein gutes neues Jahr.

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      • Kim Jung schreibt:

        Bei dem Fernsehteam handelt es sich um das Team von Herrn T. Möller. Die kommen also von Ihnen. Habe Herrn Möller auch danach gefragt. Insoweit schonmal danke.

        Im Oktober 2014 wurde ein sog. Gefährlichkeitsgutachten erstellt mit dem Ergebnis, dass von mir keine Gefahr ausgeht. Da auch die übrige Prognose positiv war und selbst die JVA eine vorzeitige Entlassung befürwortet hat, konnte das Gericht kaum anders entscheiden.
        Sicher trägt aber auch Richter Stiller einen großen Beitrag, der die Entscheidung getroffen hat. Die zuvor für mich zuständige Richterin Jendges hätte ganz sicher anders entschieden.

        In vier unterschiedlichen Strafvollzugs- und Strafvollstreckungsverfahren hat sie insgesamt 10 Anträge auf Akteneinsicht die mein Verteidiger und ich gestellt haben, missachtet und schlichtweg ignoriert. Gleich mehrere Beschlüsse hat sie dann ohne vorherige Akteneinsicht gefällt.
        Auf meine Beschwerde hin an die Präsidentin des LG Essen teilte man mir von dort mit, dass Frau Richterin Jendges einen (!) Antrag auf Akteneinsicht bedauerlicherweise übersehen hat. Einen hätte ich auch akzeptiert, aber keine 10 Anträge.

        Ob hier ein Umdenken seitens der Justiz stattgefunden hat wage ich zu bezweifeln und ich glaube auch kaum, dass die Essener Justiz mir damit einen Gefallen tun wollte. Denn die StA Essen hat noch im August der vorzeitigen Entlassung widersprochen.

        Interessant ist allerdings der Umstand, dass Richter Stiller noch wenige Tage vor dem Beschluss, der mir die Freiheit zurückgegeben hat, bei der StA Essen tätig war.

        In der JVA habe ich leider nicht mitbekommen, dass Sie mit Flyern auf meinen Fall aufmerksam gemacht haben. Trotzdem auch danke für diese Aktion.

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      • beamtendumm schreibt:

        Da bleibt eigentlich noch eine Frage. Hätte man sich als Polizist die Zustände in der Justiz und im Knast so (desaströs) vorstellen können?

        Mal ganz abgesehen von der Verurteilung. Ein Fehlurteil kann ja mal vorkommen, aber Sie hatten ja auch danach sicherlich noch reichlich Kontakt mit der Justiz (Schwarzkitteln).

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  4. HG schreibt:

    Ignorantia im Rechtsstaat oder das unwirksame Beschwerderecht!

    Wie fair die Berichterstattung von ARD, ZDF u.a. verläuft, bekommt man mit, wenn man diese Medien anschreibt und „seinen“ Fall veröffentlicht sehen möchte. Fehlanzeige!
    In „unserem“ Fall mit sieben Jahren massiven Terror und ca. 20 aufgezwungenen Verfahren mit Prozeßbetrug, alles belegbar, kneifen die „öffentlich-rechtlichen“ (der Öffentlichkeit fühlen sie sich offenbar nicht verpflichtet) und privaten Medien den Schwanz ein. Man labert politisch korrekt zwar von Menschenrechten irgendwo auf der Welt, allein Verletzungen bei uns interessieren nicht. Wir sind für die offenbar keine Menschen. Unsere Zwangsabgaben kassieren sie aber gern und werfen das Geld mit vollen Händen zum Fenster ‚raus. Was wir dafür bekommen sind hauptsächlich Müllsendungen und Propaganda. Volksverblödung! Dafür wollen sie dann noch jährlich mehr … Die zahnlose „vierte Gewalt“ verhält sich „kämpferisch“ gegen ein vorgegebenes erwünschtes Feindbild, ähnlich dem „ND“ in der DDR. Das hatte ja auch seine festgelegte Zielrichtung …
    Anfang 1990 meinte ein SED-Journalist, als ich etwas gegen die SED in „seiner“ Zeitung schreiben wollte, ganz entgeistert: „das ist doch unsere Zeitung!“
    Nun sind wir in „unserem“ Fall angelangt bei offener Erpressung und Morddrohung. Der Weg zu unserem Haus ist abgesperrt und gepflastert mit Drohungen. Es interessiert aber offensichtlich nicht ‚mal eine Staatsanwaltschaft. Das AG unterstützt den Erpresser seit Jahren mehr oder weniger offen!
    Lügen und Betrug kennen wir seit Jahren. Das alles wissen Staatsanwaltschaften und Amtsgericht. Aber den kriminellen Terroristen tut man nichts. Wer nach Herkunft urteilt, entscheidet stets rassistisch! Und wir sind offenbar das Freiwild im Rechtsstaat, daß das erdulden muß …. Bürgerrechte! Lachhaft! Nicht für uns!
    Die neuen Rechtsmittel scheinen zu sein Prozeßbetrug, Drohungen, Erpressung, Täuschung, Lügen, Willkür, Mißachtung von Recht und Gesetz und Morddrohung. Nachdem meinem Sohn 2008 bei einem Überfall auf mich offenbar mit einem Pflasterstein der Kopf eingeschlagen werden sollte, muß man das wohl ernst nehmen. Die Nichtbestrafung von Straftätern erzeugt solche Zustände – Behaupteter Rechtsstaat hin oder her! Akteneinsicht erhält man nur nach Wohlverhalten. Wer sich gegen unrechtmäßige Zwangsenteignung nach der Methode Adolf und Walter wehrt, wird als Quertreiber beschimpft und man unterstellt ihm querliegende Ergüsse.
    Beschwerden bis zum Bund.Verf.Ger. oder „Europ.Menschenr.Ger.hof“ werden nicht angeommen, Parlamente und Abgeordnete wollen nicht zuständig sein. Das Informationsfreiheitsgesetz scheint es nicht zugeben, man erlebt auch hier Erstaunliches!
    Schließlich hat man sich diesem Unrechtsvorgehen willenlos zu beugen, weil ja alles so „rechtsstaatlich“ ohne Recht und Gesetz bei uns zugeht. Nur Fairness und Transparenz kann ich nicht entdecken! Überall Nebel und versucht Verdummung des Rechtssuchenden! Man versucht ihn offensichtlich auf schäbige Art auszutricksen!
    Nun scheut man nicht einmal davor zurück, uns mit einer betrügerischen Rechnung zu verklagen – und man höre und staune, selbst offener Betrug läßt sich vor einem deutschen AG als Klagegrund benennen, genau wie 2008 zahllose klar erkennbare Verleumdungen bis zum Strafbefehl führten!
    Vorschriften und höchstrichterliche Urteile kann man offenbar jetzt auch im Rechtsstaat ignorieren.
    Wir sind wahrhaft weit gekommen! Und fast alle machen mit!
    Da kann man ja dann wieder sagen, „Ihr seid doch selbst d’ran schuld …!“

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