Wofür will Debitor-Inkasso-GmbH Geld?

Auch Inkasso-Unternehmen sind schon lange nicht mehr alles seriöse Unternehmen. Hier geht es häufig nicht mehr darum für ein anderes Unternehmen eine Dienstleistung zu erbringen. Hier geht es häufig nur noch um´s Abzocken.

Gebühren, Kosten und Zinsen, das ist längst nicht mehr nachvollziehbar. Deshalb sehen wir uns doch mal dieses schöne Schreiben an, das mir Debitor-Inkasso-GmbH geschickt hat.

Schon vor einigen Tagen lag eine Benachrichtigungskarte im Briefkasten. Wie seriös diese Firma ist, kann man vielleicht schon daran erkennen, dass diese Benachrichtigunskarte wie eine Benachrichtigungskarte aussieht, wie man sie bekommt, wenn man ein Paket von der Post abholen soll. Eine Verwechselung ist wahrscheinlich gewollt, deshalb findet man noch nicht einmal den Namen der DIG auf der Karte.

Eine kostenlose Rufnummer ist angegeben, aber kein entsprechender Betreff. Der Text:

Leider konnten wir Sie nicht persönlich erreichen.

Neh, wie sollte man auch, denn dann hätte man ja mal persönlich vorbeikommen müssen, und nicht den Postboten schicken müssen.

Bitte rufen Sie uns innerhalb von 10 Werktagen unter der kostenlosen Rufnummer 0800 7898798 an und halten Sie ihre persönliche Nachrichtennummer xxxxxx bereit.

Und, wissen Sie nun, um was es bei der Benachrichtigung geht? Natürlich nicht, das ist auch gar nicht beabsichtigt. Schließlich sollen sie dort anrufen, um sich von denen wahrscheinlich unter Druck setzen zu lassen. Und wenn man ihnen das mitteilt, dann werden sie ja nicht anrufen.

Seriös sieht sicherlich anders aus. Ich habe im Internet mal die Rufnummer eingeben. Dort fand man dann, dass dies die Nummer der DIG ist. Die Rufnummer ist tatsächlich umsonst, zumindest für den Anrufer. Für den Betreiber natürlich nicht. Deshalb wird im Internet empfohlen, diese Rufnummer immer wieder, möglichst vom Handy aus, anzurufen.

Wer so böse ist, und dem Rat im Internet folgt, dort vom Handy aus anruft, wartet bis sich jemand meldet, und dann sofort wieder auflegt, um erneut anzurufen verursacht pro Anruf, auch wenn der nur 1 Sekunde dauert, 0,25 Euro Telefonkosten. Und macht man das nur 10 mal, dann kostet das die DIG 2,50 €. Bei hundert Anrufern würde das dann schon 250 € ausmachen.

Und wenn man dort anruft, dann kann es schon sein, dass man bei 10 Anrufen auch 10 unterschiedliche Mitarbeiter bekommt. Mal angenommen, jeder der 10 Mitarbeiter versucht Geld für die Firma einzutreiben, egal ob berechtigt oder nicht, dann wird sich das bestimmt lohnen.

Dann sehen wir uns doch mal das tolle Schreiben der DIG näher an.

Der frühere Gläubiger soll eine Firma Equity Analytics AG sein, die noch früher mal APT hieß. Wenn schon im Firmennamen das Wort ANAL vorkommt, dann kann das doch nur für den Arsch sein. Ich kenne diese Firmen nicht. Lt. Internet stammt die Firma aus der Schweiz. Aber über das Unternehmen findet man nicht sehr viel im Internet.

Sind das vielleicht Gebühren für ein schweizer Bankkonto für Leute, die sich kein schweizer Bankkonto leisten können?

Das Schreiben der DIG sagt über die Art der angeblichen Forderung nichts aus. Schön ist der Satz der DIG, dass die o. gen. Firma, die DIG, mit dem Einzug der offenen Forderung beauftragt hätte. Kann die o. gen Firma das überhaupt machen? Immerhin steht dort, dass diese Firma der frühere Gläubiger wäre. Demnach wäre die Firma nicht mehr der aktuelle Gläubiger, und darf dann auch keine Forderung mehr eintreiben.

Die DIG will mich vom Inkassobesuchsdienst  aufsuchen lassen. Soll das eine versteckte Drohung sein?  Immerhin sollte der DIG doch bekannt sein, dass sie in meiner Wohnung nun gar nichts zu suchen hat. Und die von mir angemietete Fläche beginnt schon vor meiner Haustür. Der Inkassobesuchsdienst begeht also schon Hausfriedensbruch, wenn man an meiner Haustür klingelt, weil er sich in diesem Moment auf dem von mir angemieteten Grundstück befindet.

Außerdem war die Polizei doch so nett, mir vor einigen Tagen mitzuteilen, dass es den Straftatbestand der Nachstellung gibt. Lt. §238 StGB ist es eine Straftat, wenn jemand

beharrlich

1. meine räumliche Nähe aufsucht,
2. unter Verwendung von Telekommunikationsmitteln oder sonstigen Mitteln der Kommunikation oder über Dritte Kontakt zu mir herzustellen versucht,

Lt. Schreiben der DIG kann sich der Mitarbeiter durch einen Firmenausweis legitimieren und ist zur Entgegennahme von Geldern berechtigt. Sicherlich ist das Arschloch dann auch berechtigt eine Tracht Prügel entgegenzunehmen, natürlich nur, nachdem er sich zuvor durch Vorlage des Firmenausweis dazu legitimiert hat.

Sehen wir uns doch mal die Forderungsaufstellung an.

Nebenforderungen, Gebühren, Zinsen und Kosten finden wir dort. Die Hauptforderung dagegen findet man nirgends. Das scheint mir aber ein lohnendes Geschäft. Nebenforderungen, Gebühren, Zinsen und Kosten einzutreiben, für eine Forderung die es gar nicht gibt.

Leider erfahren wir gar nicht, wofür die Forderung geltend gemacht wird. Wir kennen den eigentlichen Ursprungsbetrag nicht, und auch nicht von wann der sein soll. Selbst der momentane Gläubiger wird verschwiegen.

Da stellt man sich natürlich die Frage, was man machen soll, wenn der Inkassobesuchsdienst    kommt. Ich glaube, ich werde dem einfach anbieten, dass der mich am Arsch lecken kann, und zwar genau 436,99 mal.

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8 Antworten zu Wofür will Debitor-Inkasso-GmbH Geld?

  1. Anonymous schreibt:

    Zitat:
    „… Leider erfahren wir gar nicht, wofür die Forderung geltend gemacht wird. Wir kennen den eigentlichen Ursprungsbetrag nicht, …“

    Steht doch an zweiter Stelle der „Forderungsaufstellung“, es handelt sich um eine „fällige Bezugsgebühr“ in Höhe von 248,49 EUR, wahrscheinlich für ein Zeitschriften-Abo.

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    • beamtendumm schreibt:

      „Fällige Bezugsgebühr“ soll also die Hauptforderung sein. Da wäre ich jetzt nicht drauf gekommen.

      Ich kann ausschließen, dass ich ein Zeitungsabo im Wert von 248,49 abgeschlossen habe. Zumal das ja eine Zahl ist, die sich nur durch 3/9 teilen lässt, und dann ungewöhnliche Summen rauskommen.

      Es fehlt natürlich auch noch ein Datum der angeblichen Hauptforderung, und ob es überhaupt einen Titel gibt.

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  2. Anonymous schreibt:

    100 x 0,25 = 250 ???????????????

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  3. bernd vogt schreibt:

    Inkassobüros- und derartige Unternehmen, besonders die Vielzahl der unseriösen unter ihnen, geben ihre Bemühungen, einen vermeintlichen Schuldner zur Zahlung irgendwelcher nebulöser Forderungen zu bewegen, meist dann sofort auf, wenn ein bestimmter Aufwand ihrerseits ergebnislos geblieben ist.

    Diese meist dubiosen Inkasso-Unternehmen, zu denen nicht selten gescheiterte Rechtsanwalts-Existenzen zählen, arbeiten oft auf Basis reiner Erfolgsprovision. Bleibt der Erfolg aus, also fließt kein Geld seitens des angeblichen Schuldners, und übersteigt der finanzielle Mahnkosten-Aufwand den maximal zu erwartenden Gewinn (Erfolgsprovision), ist eine Fortsetzung des Mahnverfahren unrentabel für das „Inkassounternehmen“, und die ergebnislosen Mahnversuche werden umgehend beendet!

    Aus Kreisen etablierter, professioneller Schuldnerberater, kann ich diese mir geschilderte „Erfolgs-Story“ daher hier als Erfahrungsbericht kostenlos und unverbindlich zur allgemeinen Kenntnis geben.

    Viel Erfolg beim Ausprobieren!!! 🙂

    Bernd Vogt
    Netzwerk Menschenerechte

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  4. Gehilfe-fürs-delikate schreibt:

    Und weiter zur Vollmacht: § 88 ZPO „Mangel der Vollmacht“, Absatz 1 „Der Mangel der Vollmacht kan von dem Gegner in jeder Lage des Rechtsstreits gerügt werden.“ Absatz 2 „Das Gericht hat den Mangel der Vollmacht von Amts wegen zu berücksichtigen, wenn nicht als evollmächtigter ein Rechtsanwalt auftritt.“

    Und nun aus dem Kommentar von Zöller ZPO, 30. neubearbeitete Auflage 2014 vom Verlag Dr. Otto Schmidt Köln (im Buchhandel seit Oktober 2013 für 169,00 Euro) Zitat aus Kommentar zum § 88, Randnummer 2: „Im Mahnverfahren braucht weder ein RA noch ein sonstiger Bev seine Vollmacht nachzuweisen (§703), auch nicht auf Rüge.

    Also zu § 703 „Kein Nachweis der Vollmacht“ ZPO, Zitat: „Im Mahnverfahren bedarf es des Nachweises einer Vollmacht nicht. Wer als Bevollmächtigter einen Antrag einreicht oder einen Rechtsbehelf einlegt, hat seine ordnngsgemäße Bevollmächtigung zu versichern. Dazu die obige Kommentarquelle, hier zu dem § 703 ZPO, Randnummer 1, Zitat: „Im Innenverhältnis muß wirksame Bevollmächtigung vorliegen oder mit rückwirkender Kraft nachgeholt werden (BGHZ 33, 321); anderenfalls Unwirksamkeit der von dem angebl Bevolmächtigten vorgenommenen Prozeßhandlung, die der angebl Vertretene jederzeit geltend machen kann.“

    Meine Vorgehensweise: Jegliche Reaktion auf mir absolut unbekannte Mahnungen kosten mein Geld und meine Zeit. Entweder es klärt sich von allein, oder es gibt einen Mahnbescheid, bei dem ich dann =fristgerecht= vollständigen Widerspruch erklären kann. Bei vollständigem Widerspruch kann der angebliche Gläubiger überlegen, ob er eine gerichtliche Klage erhebt, oder eben nicht.

    Mein Ergebnis: Mir unbekante Forderungen erledigen sich =da ich nicht reagiere= von selbst, da irgendwann das betreibende „ominöse Inkassobüro“ aufgibt (wie z.B. auch DIG, damals gleiche Recherche durchgeführt und daraufhin keine Anrufe, keine Briefe, keine Zeit investiert, eigentlich hätte ich wegen Belästigung Schadenersatz fordern müssen, aber keine Zeit und keine Lust für diesen Aufwand gehabt).

    Weitere Informationen zu den Folgen einer fehlender Vollmacht in einer gerichtlichen Entscheidung ist vielen Lesern des Blogs bekannt aus Fall X „Betrügt Magdeburger Richter eine Rentnerin“, siehe http://fallx.wordpress.com/2013/02/10/betrugt-magdeburger-richter-eine-rentnerin/

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  5. wei schreibt:

    wäre schon nicht schlecht wenn du deinen §174 BGB nochmal richtig lesen würdest.
    es gibt auch mündliche Verträge-und darauf zielt der § ab-nämlich die Besorgung des fremden Rechtsgeschäftes ohne Vollmachtsurkunde ist die Vornahme eines einseitigen Rechtsgeschäfts und hat mit dem ürsprünglichen Rechtsgeschäft das nicht einseitig war nichts zu tun.
    Und wenn der Vollmachtgeber zum anderen sagt-okay,ich bevollmächtige dich,gehe schon mal los–dann hat der Vollmachtgeber den Bevollmächtigten in Kenntnis gesetzt und eine Zurückweisung ist damit ausgeschlossen,weil es kein einseitiges Rechtsgeschäft mehr ist.

    Jetzt geht der Bevollmächtigte als juristische Person im Auftrag eines Dritten das Rechtsgeschäft besorgen.

    Die einzige Antwort an den Bevollmächtigten bei dem er aufkreuzt lautet dann so

    ja,tut mir leid,wir zwei haben keinen Vertrag.Für Mängel bei Rechtsgeschäften sind die Zivilgerichte zuständig,das gilt auch falls sie bevollmächtigt sind

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  6. NischenNoergler schreibt:

    § 174 BGB
    Einseitiges Rechtsgeschäft eines Bevollmächtigten

    Ein einseitiges Rechtsgeschäft, das ein Bevollmächtigter einem anderen gegenüber vornimmt, ist unwirksam, wenn der Bevollmächtigte eine Vollmachtsurkunde nicht vorlegt und der andere das Rechtsgeschäft aus diesem Grunde unverzüglich zurückweist. Die Zurückweisung ist ausgeschlossen, wenn der Vollmachtgeber den anderen von der Bevollmächtigung in Kenntnis gesetzt hatte.

    http://dejure.org/gesetze/BGB/174.html

    …war da eine Vollmachtsurkunde – mit Originalunterschrift des Auftraggebers – bei derem Schreiben beigefügt ?

    Weiß´ bescheid ??? 😉

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