BILD: Gefangenenbefreiung

86 Jahre ist sie. Ihre monatliche Rente beträgt 560 €, ungefähr soviel wie ein ehemaliger Bundespräsident am Tag erhält. Ihre Miete beträgt mit Nebenkosten 470 €. Deshalb muss Oma Gerda noch jeden Tag für einen Hungerlohn von 3 € die Stunde putzen.

Und natürlich kann sie in ihrem Alter große Strecken nicht mehr gut zurücklegen. Fahrgeld ist mit der mickrigen Rente und dem Hungerlohn auch keins da. Deshalb wurde die alte Dame viermal beim Schwarzfahrern erwischt.

400 € sollte die Geldstrafe betragen, die sie natürlich nicht bezahlen konnte. Jetzt wurde Gerda F. aus Ennepetal in Wuppertal am Bahnhof von der Bundespolizei festgenommen. War die Schwerkriminelle etwa wieder als Schwarzfahrerin unterwegs?

Zunächst brachte man die Schwarzfahrerin kostenlos ins Frauengefängnis nach Gelsenkirchen. Von dort wurde sie dann in das Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg verfrachtet. Doch schon nach 4 Tagen war die alte Dame wieder in Freiheit. Befreit von der BILD. Da die Frau bereits einige Tage in Haft verbracht hatte, war noch eine Restsumme von 360 € offen, die ein BILD-Reporter bar in Fröndenberg einzahlte, und die alte Dame, trotz schlechter Sozialprognosse aus dem Knast holte.

Hoffentlich hat das Beamtendumm im Knast nicht vergessen, der Frau bei der Entlassung genügend Geld für die Fahrkarte mitzugeben. Ach ja, die BILD hat sich damit in mein Herz gebohnert.

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7 Antworten zu BILD: Gefangenenbefreiung

  1. bernd vogt schreibt:

    Wenn ich sowas widerlich-unmenschliches lese, was sich diese widerwärtigen BRD-Justizbüttel da mit der Oma Gerda erlaubt haben, kommt mir gleich der oft gesehene Filmausschnitt aus dem Warschauer Ghetto ins Gedächtnis (ca. 1942-43), in welchem zu sehen ist, wie ein uniformierter NS-Scherge einer uralten Frau mit einem Schlagstock oder einer Peitsche grob unter das Kinn fährt, und der Greisin damit gewaltsam, und mit hasserfüllter Fratze, ihren Kopf in den Nacken reißt.

    Die unmenschliche Justiz-Maßnahme gegen Oma Gerda steht dem oben beschriebenen Szenario an widerwärtigkeit in nichts nach, und bezeugt auf eindrucksvolle Weise ein weiteres mal, dass das alte, kackbraune Willkür-Terror-Regime, bis in die heutige Zeit fortbesteht, und sein ekelerregendes Unwesen tagtäglich weiter betreibt! Die Gegenwart hat eine lange Vergangenheit….!

    Nach der Herstellung demokratischer und rechtsstaatlicher Verhältnisse, in dem hoffentlich bald vollständig wiedervereinigten und freien Deuschland (siehe Art. 146 Grundgesetz für die BRD), muss diesen Willkür-Terror-Schergen, und all ihren Helfershelfern – anders als nach 1945 – rigoros und ausnahmslos der EntBRDfizierungs-Prozess gemacht werden.

    Die, einer Renazifizierung nach 1945 gleich kommenden Wiedereinstellung von BRD-Täterinnen und Tätern, darf in keinem Falle, und in keinem öffentlichen Bereich in Betracht kommen!

    Bernd Vogt
    Netzwerk Menschenrechte

    Der oben stehende, von mir verfasste Text, darf ausschließlich als meine frei geäußerte Meinung gem. Art. 5 (1) GG gewertet und/oder ausgelegt werten.

    Bernd Vogt

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  2. Der Kommentar ist zu umfangreich un ihn hier zu veröffetlichen. Wer interess hat ihn zu lesen hier ein Link>> http://www.home-lenggries.de/html/die_holle.html
    Wenn der Link nicht geht hier nachfragen: aktuelles-bayern@t-online.de

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  3. Korte Werner schreibt:

    Was hatte mein Opa August schon 1951 gesagt: „Die meisten, und die gefährlichsten Verbrecher sitzen in unseren Amtstuben, nicht in unseren Gefängnissen. Darin sitzen überwiegend nur deren Opfer“ ! Aus eigener Erfahrung mit den Zunftgenossen aus den Amtsstuben, kann ich dem von meinem Opa Erkannten und Gesagten uneingeschränkt zustimmen ! Diese Zunftgenossen sind nicht mehr zu genießen, wann immer sie etwas tun, richten sie Unheil an. Wie hatte mein Opa gesagt: „Die besten Beamten sind die, die nichts tun. Dann kommen sie uns schon teuer genug. Wehe sie tun etwas. Dann wird es erst recht teuer“ ! Recht hat er !

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  4. Susanne Röhling schreibt:

    Hoffentlich hilft ihr jetzt auch mal einer, damit sie Grundsicherung bekommt, dann kann sie auch Bahnfahrten bezahlen und ein Bißchen weniger putzen (wer zahlt für so eine Arbeit 3 Euro? Daß die sich nicht schämen!!).
    Nur weil sich ein Mensch bei der Bild erbarmt, muß man aber nicht gleich den ganzen Laden reinlassen ;o)
    Was noch?
    Ach so. Die spinnen, die Juristen!

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    • Die lassen die Frau fuer 3 (in Worten: drei !) Euro putzen ?!?!
      Wo bleibt der gesetzliche Mindestlohn ? Sogar die ‚ach-so-kapitalistischen‘ Amerikaner zahlen $ 7.25 Mindestlohn ! Das wird jetzt demnaechst aufgestockt……..
      Man muss sich das mal vorstellen: Da arbeitet die Frau also mindestens 2 Stunden fuer die Buskarten, bevor sie den ersten Cent „verdient“.

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    • Gehilfe-fürs-delikate schreibt:

      Nun führe ich schon seit Oktober 2011 fast wöchentlich einmal „Info und Hilfe“ zu ALG-1 und ALG-2 durch, also Unterstützung an Bedürftige beim Ausfülen von Formblättern, Begleitung zum Amt, Entwurf von Schreiben usw. usf. (Beratung darf ich wohl nicht sagen, das Wort haben die Anwälte für sich reklamiert), aber Wuppertal ist wirklich etwas weit weg und sicherlich schreibt Oma keine Mails, weil sie kein Geld für PC mit Internet hat, anderenfalls wäre ja auch elektronisch viel Hilfe möglich.

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