Gelsenkirchen: Ein Hauch von Occupy?

Steinbruch-Demokratie, die Veranstaltung hat begonnen.

Am Sonntag den 21.4.2013 kam ich aus Essen vom Attac-Frühstück bei Anabel. Auf dem Weg nach Hause kam ich an einem Baucontainer vorbei, der von einem Bauzaun umgeben war. Plakate wie „Mehr Demokratie“ und „Empört Euch“ hingen am Zaun.

Wehte da ein Hauch von Occupy durch Gelsenkirchen? Auch wenn es ein Baucontainer war, und keine Zelte, erinnerte es mich doch irgendwie an das Occupy-Camp in Düsseldorf. Und es kam zu einem Gespräch mit einem Herrn Baumann, einer der Verantwortlichen für den „Occupy-Duft“ in Gelsenkirchen. Das Gespräch war sehr gut, daran gab es keinen Zweifel. allerdings taten sich auch einige Fragen auf.

Herr Baumann ist Rentner, auch an Occupy beteiligten sich durchaus auch Rentner, aber der Altersdurchschnitt bei Occupy-Düsseldorf war sicherlich unter 30 (U30). Ich lag also mit meinen (noch) 54 Jahren deutlich über dem Altersdurchschnitt.

Herr Baumann arbeitete mal bei der Stadt Gelsenkirchen im Kulturbereich. Hat das also wirklich was mit Occupy bzw. Revolution etc. zu tun, oder ist das nur eine (vielleicht eine Psyeudo-) Veranstaltung der Obrigkei?. Sicherlich bekommt nicht jeder die Genehmigung mitten in der Stadt mehr als 2 Monate einen Baucontainer aufzustellen. Immerhin stört das schon jetzt einige „Saubermänner“.

Der Container hatte auch das Thema Bücherverbrennung auf seiner Fahne stehen. War es also mal wieder dieser gesteuerte K(r)ampf gegen Rechts, der hauptsächlich den jetzigen Machthabern dienen, und von deren Machenschaften ablenken soll? …

Heute um 19 Uhr startete das Programm nun endgültig. Zur ersten Veranstaltung waren immerhin 30 Personen erschienen. Ich wollte heute daran eigentlich gar nicht teilnehmen, da bei solchen Eröffnungsveranstaltungen häufig die falschen Personen kommen.

Auch hier und heute verbreitete sich kein Occupy-Duft, sondern es war nur der übliche Gelsenkirchener Mief zu spüren. Die U30-Teilnehmer konnte man an einer Hand ablesen, und die beiden Jüngsten kamen sogar noch in Begleitung ihrer Eltern.

Ob ich mit meinen 54 über dem Altersdurchschnitt lag oder noch darunter, vermag ich nicht endgültig festzustellen. Es waren stadtbekannte Politiker von CDU, FDP, und SPD vertreten. Auch dies war bei Occupy sicherlich nicht üblich. Frankie Baranowski, unser OB von der SPD, war nicht da, deshalb eröffnete der CDU-Bezirksbürgermeister Hermandung mit seiner Rede die Veranstaltung. Das Positive vorweg.

Seit einem Monat war das der erste Richter, den ich nicht verhaften musste. Denn der Bezirksbürgermeister Hermandung ist auch noch Familienrichter beim Amtsgericht Gelsenkirchen. (Damit hätte ich ihn vielleicht doch verhaften sollen.) Ein absolutes No-Go. Entweder ist man Politiker oder Richter. Beides geht nicht. Gewaltenteilung!

Als Richter kenne ich Hermandung nicht, kann also auch nichts darüber berichten. Als Politiker fällt mir sofort ein, dass die SPD regierte Stadt Gelsenkirchen 6000 € für die Geburtstagsfeier des CDU-Konkurrenten hat springen lassen, und das bei leeren Kassen. Ich hätte mir also einen anderen Eröffnungsredner besser vorstellen können, aber wenigstens war seine Rede nicht schlecht. Die sollte er vielleicht mal seinem Amtsgerichtsdirektor vorlegen, der kann noch manches daraus lernen und umsetzen.

Von den Reden waren besonders zwei erwähnenswert. Einmal „Ansprache an Millionäre“ von Erich Kästner, und eine „Rede der Märkte“.

Ich muss feststellen, dass mir zu viele Alte und Funktionäre anwesend waren. Ich habe aber die Hoffnung, dass dies nur für die Eröffnungsveranstaltung gilt, und sich dies noch ändern kann und wird.

Ich werde mir noch weitere Veranstaltungen ansehen, und sicherlich auch darüber berichten. Im Vorfeld hatte ich bei Attac Essen und Occupy Düsseldorf Werbung für „Steinbruch-Demokratie“ gemacht. Ich bin auch weiterhin der Meinung, dass diese beiden Gruppen sich dies mal ansehen sollten, um zu sehen, was man selbst davon verwenden kann, auch wenn der erste Bericht und Besuch etwas ernüchternd war.

 

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Eine Antwort zu Gelsenkirchen: Ein Hauch von Occupy?

  1. Korte Werner schreibt:

    Bezirksbürgermeister und „Familien- (hin)Richter paßt gut zusammen im System BRD. Wer das Grundgesetz (GG) kennt und soll das als „Verfassung“ akzeptieren, kann ganz schnell feststellen, „unsere“ BRD- Justiz verstößt permanent in sehr vielen Artikeln gegen die „Verfassung“. Sie fragen sich, wie denn das ? Dafür ein Beispiel: Artikel 6 GG besagt, Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Gemeinschaft. In der Alltagsrealität sieht das dann so aus. Wenn es in der Familie Streit gibt, wird den „Parteien“ oftmals noch PKH zugebilligt, um sich wie in einer Arena endgültig zu zerstreiten. Das Partnerschaften und Familien zwischenmenschliche Beziehungsangelegenheiten sind, wo im Streitfall Schlichten statt Richten angesagt ist, werden kostenträchtig Streitschürer (Juristen) tätig, deren Geschäftsgrundlage der Streit und Streitschürung ist: Motto: Wo sich zwei streiten, freut sich der Dritte ! Perversion, Gesetzes- und Sittenmißachtung in höchster Vollendung ! Diese Streitschürer sollen/wollen Volks- (Interessen-) Vertreter sein ? Wie ist das möglich ?

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