Armes BVerfG, armes Deutschland

Wenn hier ein Beitrag veröffentlicht wird, dann muss ich hier meist alles alleine machen. Der Lohn, einige Leser und ganz, ganz wenige Kommentare.

Es gibt niemand der mir beim Verfassen der Text hilft, der diese Korrektur liest, oder dies für mich eintippt. Und bezahlt werde ich auch nicht dafür.

Aus zeitlichen Gründen lese ich meine Beiträge vor der Veröffentlichung nicht mehr. Rechtschreib- und Tippfehler sind damit vorprogrammiert. Dies habe ich schon immer bewusst in Kauf genommen.

Wenn das BVerfG eine Entscheidung veröffentlicht, sind daran mindestens 3 Richter beteiligt. Nicht irgendwelche Richter, sondern die, die von uns Steuerzahler verdammt gut bezahlt werden. Die sollten also auch verdammt gut sein.

Diese Richter müssen noch nicht einmal selbst tippen, dafür gibt es eine weitere Person, die das übernimmt. Sollte man da, von diesen Damen und Herren, nicht korrekte Formulierungen und vollständige Sätze erwarten dürfen?

Ich schreibe gerade an einem Beitrag und finde dazu folgenden Satz des BVerfG, der mich mal (ver)zweifeln lässt.

In der vom Beschwerdeführer angefertigten Videoaufzeichnung liegt ein Eingriff in sein allgemeines Persönlichkeitsrecht aus Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG in seiner Ausprägung als Recht auf informationelle Selbstbestimmung.

1. Das ist doch kein vollständiger Satz, oder?

Um das Problem deutlicher zu machen, kürzen wir den Satz mal.

In der vom Beschwerdeführer angefertigten Videoaufzeichnung liegt ein Eingriff in sein allgemeines Persönlichkeitsrecht.

Nein, in der Kurzform ist das kein Satz, da fehlt das „vor“.

In der vom Beschwerdeführer angefertigten Videoaufzeichnung liegt ein Eingriff in sein allgemeines Persönlichkeitsrecht vor.

Und auch wenn man den Satz erweitert, um

… aus Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG in seiner Ausprägung als Recht auf informationelle Selbstbestimmung.

ändert dies nichts daran.

2. Wer hat da eine Videoaufzeichnung angefertigt?

In der vom Beschwerdeführer angefertigten Videoaufzeichnung ….

Ach so, der Beschwerdeführer hat ein Video angefertigt.

Hätte man eine Videoaufzeichnung über den Beschwerdeführer angefertigt, dann müsste der Satz doch anders lauten. Zumindest, wenn er genau und aussagekräftig sein soll. Und dies darf man doch wohl von unseren Verfassungsrichtern erwarten.

Oder wahrscheinlich doch nicht?

Ich lasse hier Platz für Kommentare. Ich bin mir sicher, dass mindestens ein Kommentar kommen wird, der ausdrückt, was ich hier eigentlich noch sagen wollte.

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5 Antworten zu Armes BVerfG, armes Deutschland

  1. beamtendumm schreibt:

    Bisher ist der erwartete Kommentar nicht gekommen. Also muss ich ihn wohl selber schreiben.

    Hätte man eine Videoaufzeichnung über den Beschwerdeführer angefertigt, dann müsste der Satz doch anders lauten. Zumindest, wenn er genau und aussagekräftig sein soll. Und dies darf man doch wohl von unseren Verfassungsrichtern erwarten.

    Man kann doch in einem Land wie der BRD vom BVerfG und Verfassungsrichtern keine klaren und eindeutigen Formulierungen erwarten, wenn wir zwar angeblich ein Bundesverfassungsgericht und Verfassungsrichter haben, aber gar keine Verfassung, sondern noch immer nur ein Grundgesetz.

    In der Entscheidung des BVerfG ging es tatsächlich darum, dass von dem Beschwerdeführer ein Tatvideo aufgezeichnet wurde, und nicht darum, dass er eine Videoaufzeichnung angefertigt hat.

    In der vom Beschwerdeführer angefertigten Videoaufzeichnung liegt ein Eingriff in sein allgemeines Persönlichkeitsrecht aus Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG in seiner Ausprägung als Recht auf informationelle Selbstbestimmung.

    Diese Formulierung des BVerfG sagt dies aber nicht eindeutig aus. Ich bin der Meinung, dass genau das Gegenteil ausgesagt wird, nämlich dass der Beschwerdeführer ein Video angefertigt hat.

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  2. nic.schooldyk schreibt:

    Isses grenzenlose Dummheit oder isses eine Schlamperei ? Nee, es ist die widerwaertigste Form von Arroganz. Naemlich dahingehend, Ihnen/UNS aufzuzeigen, dass unsere Beschwerden einfach nicht ernst genommen werden. Wuerde man sich damit befassen, dann wuerde man die Antwort nochmals probegelesen haben und den Fehler des fehlenden Wortes, entdeckt haben.

    Genausogut haetten die Ihnen als Antwort irgendeine Seite der Bedienungsanleitung eines Rasenmaehers schicken koennen……… Haben Sie es kapiert ? Gut, dann ist die Message angekommen.

    Das ist einfach (und ich vergesse das letzte Wort nicht – hier isses) SCHEISSE !

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    • beamtendumm schreibt:

      Nöh,das ist er auch nicht, der Kommentar den ich erwartet habe. Aber vielleicht kommt der ja noch.

      Was anderes. Vielleicht sind die Schwarzkittel in rot gar nicht so schlau, wie die es immer denken, oder wie wir das von ihnen erwarten. Keine Sätze die bis zum Ende geschrieben werden. An wen erinnert mich das? An Richter beim Verfassungsgericht, oder an den Komiker Pit Kloke?

      Keine ganzen Sätze, das geht doch…
      Meine Damen und Herren, jetzt reißen sie sich doch mal …
      Wir sind hier doch…

      Und Richter denen der Unterschied nicht bekannt ist, zwischen einem Beschwerdeführer, der eine Videoaufzeichnung fertigt, und einem Beschwerdeführer, von dem eine Videoaufzeichnung gefertigt wurde.

      Das geht doch ….

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  3. Korte Werner schreibt:

    Schon allein die Tatsache, das zum BVG Richter nach Parteiproportz und nicht nach Fähigkeit entsandt werden, läßt wohl kaum etwas gutes erwarten. Wen wundern da die Ergebnisse (Urteile) ?

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