Tag der offenen Tür im Folterknast Gelsenkirchen

Am 16.6.2012 fand im Folterknast mal wieder ein Tag der offenen Tür statt und keiner hat es gewusst.

Zwei Tage vor meinem Geburtstag veranstalte der Folterknast Gelsenkirchen mal wieder einen Tag der offenen Tür. Zwei Tage vor meinem Geburtstag? Da werden die bestimmt ein Geschenk für mich hinterlegt haben, in der Hoffnung, dass ich auch wieder vorbeischaue.

Dumm nur, ich wusste gar nichts vom Tag der offenen Tür. Und so erging es vielen. Außer den Uniformierten und einigen Gefangenen werden nicht viele vom Tag der offenen Tür was gewusst haben. Und Berichte über das Ereignis fand ich nicht einmal in der WAZ.

Vor lauter Angst, dass ich von dem Termin erfahre und auch wieder hingehe, behielt der Knast das Ganze dieses Mal lieber für sich. Ist auch besser so, so hatte man wahrscheinlich auch weniger Arbeit. Überhaupt wundert es mich, dass der Folterknast mal wieder einen Tag der offenen Tür durchgeführt hat.

Den ersten Tag der offenen Tür gab es kurz vor der Eröffnung des Folterknast. Dann wiederholte man dies, als in der Presse Begriffe wie Folterknast, Psychoknast und Pornoknast die Runde machten und die dortigen Zustände massiv kritisiert wurden. Mit dem Tag der offenen Tür versuchte man wohl das schlechte Image zu bekämpfen.

Damals berichtete mir ein  Uniformierter, dass es wahrscheinlich keinen weiteren Tag der offenen Tür geben würde, weil der Anstaltsleiter nicht mehr genug Dumme finden würde, die sich dafür hergeben.

Nun hat der vierte Anstaltsleiter in der zehn jährigen Geschichte des Folterknast Gelsenkirchen wohl doch noch ein paar gefunden, die sich für das Spektakel hergaben. Nur leider dürfte es kaum genug Dumme gegeben haben, die sich als Besucher zur Verfügung stellten.

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3 Antworten zu Tag der offenen Tür im Folterknast Gelsenkirchen

  1. Korte schreibt:

    Liebe Leute, Ihr habt da wohl etwas falsch verstanden. Die offene Tür war wohl nur für die (vorzeitig) wegen „Guter“ Führung zu Entlassenden gedacht, daher keine öffentliche Bekanntgabe. Vielleicht war es ja auch die vorzeitige „Weihnachtsamnestie“, wegen Überfüllung und Schaffung von freien Plätzen, um noch ein paar Beleidiger, Parkzeitüberzieher/ Falschparker oder politische Häftlinge wegsperren zu können. Das hat schließlich Vorrang.

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    • Helmut Karsten schreibt:

      Ach soooo ! Na, Ihr muesst mir schon nachsehen, dass ich als bayerischer Haeftling halt ein bisserl langsamer im begreifen bin (die haben da was im bayerischen Wasser……….). DIE offene Tuer, also. Hmmm, das ist die Tuer, die ich immer anstreichen wollte. Ich habe mich sogar freiwillig dazu gemeldet. Besonders von aussen, so haben mir meine Besucher gesagt, schaut die Tuer richtig beschissen aus. Die haette schon mal ’nen neuen Anstrich gebraucht.

      Mein dahingehender Antrag scheiterte aber daran, dass die Anstalt nur linkshaendige Pinsel zur Verfuegung hatte………….ich bin Rechtshaender.

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  2. Helmut Karsten schreibt:

    Die Knaeste fuehren gerne ‚Tag der offenen Tuer‘ durch. Nur eben: Wissen (und hingehen) soll keiner. Das erfuellt einzig und alleine DEN Zweck der ‚Alibi-Transparenz‘. Wenn also die Beschwerden kommen, dann kann gesagt werden: „Ach, wieder so ein Spinner………..!“ Oder: „Sie wissen ja, im Knast sind die ALLE unschuldig, die Armen…… Dabei haben die ALLES, fuer das in Freiheit lebende, arbeiten muessen, vollkommen umsonst. Aerztliche Versorgung, gutes Essen, lecker ! Und ein Schwimmbad !!“
    Man erinnere sich, sogar zu NS-Zeiten, wurden das Rote-Kreuz in die KZ’s eingeladen……

    Als meine Lebenspartnerin sich ueber die Volkshochschule bei so einem ‚Tag der offenen Tuer‘ im Folter-KZ-Bamberg einfand, sagte der Anstaltsleiter „Wir haben einen Inder, der kommt nun schon zum dritten mal hier rein, so gut scheint es dem zu gefallen“
    Was der Anstaltsleiter natuerlich NICHT erzaehlt hat, ist der Umstand, dass meinem Freund Singh, (fast) der Knoechel gebrochen wurde und dass seine Mithaeftlinge auf dem Gang damit geprahlt hatten, dass die seine (Singh’s) Zahnbuerste benutzten, um das Klo zu putzen und ihm diese dann wieder hingestellt haben. Ich hab’s dem Gangofficer (Riegel) gemeldet:
    „Soso, naja, ……waer der halt in Indien geblieben…………!“

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