Das Guttenberg-Prinzip in der Presse!

„Pressefreiheit, ist die Freiheit der Presse,
dem Bürger das Wesentliche vorzuenthalten“.
 

Dies habe ich hier bereits öfters angemerkt. Oder wie es Werner Korte gerne ausdrückt:

Hier gibt es keine Pressefreiheit, hier gibt es nur Pressefeigheit.

Schon seit längerem kann man ein anderes Presseprinzip feststellen, Das „Guttenberg-Prinzip“- abschreiben statt erarbeiten wird von der Presse im Fall Theodor von… zwar angeprangert und missbilligt, hat aber in der Presse längst Einzug gehalten.

Abschreiben statt selbst zu recherchieren ist tagtäglich das billige Motto der deutschen Presse. Damit meine ich natürlich nicht, dass in einem Blog was erwähnt wird, was zuvor in der Zeitung stand oder im Fernsehen erwähnt wurde, nein damit meine ich, dass Unternehmen, die Geld für ihre Zeitung verlangen oder Fernseh- Rundfunkgebühren kassieren, nicht mehr selbst arbeiten, ermitteln, recherchieren sondern lieber fertig gelieferte Beiträge veröffentlichen oder diese höchstens leicht abwandeln.

So wie jetzt wieder. Da hetzt einer eine vermeintliche Sau durchs Dorf, die gesamte Presselandschaft veröffentlicht gern den kostenlos gelieferten Beitrag und die mitgelieferten Bilder, aber keiner bekommt mit, dass es sich bei dem Schwein gar nicht um eine Sau handelt, sondern um einen Eber.

Hier mal die Überschriften aus „Die Zeit“, „Frankfurter Rundschau“, „Spiegel“,“Stern“, „ZDF-Heute“

1. Hartz4 für Selbstständige.

2. Hartz4 für immer mehr Selbstständige.

3. Immer mehr Selbstständige bekommen Hartz4.

4. Immer mehr Selbständige beziehen Hartz4.

5. Mehr als 100.000 Selbstständige beziehen Hartz4.

Diese 5 Beispiele finden sich im Internet. Sie wurden alle am 14.6.2011 zwischen 11:16 Uhr und 13:12 Uhr veröffentlicht. Natürlich hatten nicht alle genannten Sender und Zeitungen quasi zeitgleich das Bedürfnis über Hartz4 bei Selbstständigkeit zu ermitteln und die gewonnenen Ergebnisse zu veröffentlichen. Vielmehr bekamen die Büros eine entsprechende Mitteilung, die sie, wahrscheinlich ohne jegliche eigenen Recherchen, gerne veröffentlichten, da so Kosten für Reporter gespart werden. Und dann kann es schon mal vorkommen, dass man bundesweit einen Eber mit einer Sau verwechselt.

Auch der sachliche Inhalt ist in allen Berichten ähnlich niveaulos gleichgeschaltet.

WELT: Die Zahl der Selbstständigen, die ihre Einkünfte mit Hartz IV aufstocken, ist stark gestiegen. Missbrauch lässt sich oft nur schwer nachweisen.

Franfurter Rundschau: Immer mehr Selbstständige in Deutschland beantragen wegen schlechter Geschäfte zusätzlich Hartz IV. Arbeitsvermittler beobachteten dieses Phänomen mit Sorge, weil sie einen Missbrauch des Sozialstaates befürchteten.

ZDF-heute: Immer mehr Selbstständige in Deutschland sind wegen schlechter Geschäfte zusätzlich auf Hartz IV angewiesen. Arbeitsvermittler befürchten aber auch Missbrauch.

Stern: Laut Bundesagentur für Arbeit ist die Zahl der Selbstständigen, die wegen ihres geringen Einkommens zusätzlich Geld vom Staat brauchen, kräftig gestiegen. Arbeitsvermittler befürchten allerdings, dass sich so mancher ärmer rechnet, als er ist.

Zeit: Ist es eine schlechte Auftragslage oder Missbrauch? Immer mehr Selbstständige in Deutschland sind auf Hartz IV angewiesen. Das teilt die Bundesagentur für Arbeit mit.

Spiegel: In der Bundesagentur für Arbeit wächst die Sorge vor einem Missbrauch des Sozialstaats: Laut „Süddeutscher Zeitung“ stocken immer mehr Selbständige ihre Einkünfte mit Hartz IV auf.

An Fakten wird mitgeteilt, dass zwischen 2007 und 2010 die Anzahl um 50.000 Personen auf 125.000 zugenommen hat. Das war´s.

Da dieser Personenkreis natürlich nur ergänzend Sozialleistungen erhält, könnte es doch von Interesse sein, wie viel durchschnittlich bezahlt wird. Es ist doch ein Unterschied, ob durchschnittlich 50 €uro oder 300 € bezahlt wird.

Es könnte doch von Interesse sein, ob der selbstständige Aufstocker die Leistung durchschnittlich nur 3 Monate braucht oder durchschnittlich mehr als ein Jahr.

Und was wird zu den Gründen dieser Entwicklung gesagt? Nichts, gar nichts! Vielleicht ist das ja nur die logische Konsequenz aus der Arbeitsmarktpolitik der letzten Jahre. Vielleicht ist das ja die Quittung dafür, dass in den letzten Jahren viele Arbeitslose vom Amt in eine zweifelhafte Selbstständigkeit gedrückt wurde.

Hätten die Redakteure selbst recherchiert, dann hätten sie solche Ergebnisse auch präsentieren können und dann hätten die Berichte vielleicht ganz anders ausgesehen.

Hätten die Redakteure selbst recherchiert, dann hätten sie vielleicht festgestellt, dass nicht nur die Anzahl der Selbständigen Hartzer stark angestiegen ist, sondern auch die Anzahl derer, die trotz Arbeit auf Hartz4 angewiesen sind. Über eine Millionen Arbeiter sind zusätzlich auf Hartz4 angewiesen, weil sie so wenig verdienen, dass sie unter dem Hartz4-Satz liegen.

Von Anfang 2005 bis Ende 2010 sank die offizielle Arbeitslosenzahl von über 5 Millionen auf unter 3 Millionen. Im gleichen Zeitraum stieg jedoch die Anzahl der Hartz4-Empfänger um ca. 20%, auf fast 5 Millionen an. Hätte nur eine einzige Zeitung recherchiert, vielleicht hätte man diese Informationen zu lesen bekommen. Dies wäre vielleicht wesentlich Interessanter als der veröffentlichte Einheitsbrei.

Jetzt gibt es wieder eine neue Definition von „Pressefreiheit“.

Du kannst dir jeden Tag eine andere Zeitung kaufen,

aber du wirst immer das selbe zu lesen bekommen!

Übrigens, wie uncool. Dieser Bericht wurde nicht von einem anderen abgeschrieben, sondern selbst recherchiert, auch wenn dies inzwischen uncool sein sollte.

Der Talibernd aus Gelsenkirchen.

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7 Antworten zu Das Guttenberg-Prinzip in der Presse!

  1. Pingback: my-tag » Das Guttenberg-Prinzip in der Presse! | Beamtendumm

  2. beamtendumm schreibt:

    Dr. Dr.? Wann bekommt man den?
    Ich weiß es! Wenn man von sich selber abschreibt, oder?

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    • helmutkarsten schreibt:

      FAST richtig.
      Einen Anspruch auf den Dr. Dr. hat die Frau Dr. Dr. Scheuermann von der Uni Erlangen, weil ich behaupte, die hat ihre Doktorarbeit abgeschrieben – VON MIR. Ich selbst habe meine Doktor-bay-bay-Arbeit abgeschrieben von der Frau Strehle, die selbst gar niemals nicht ein Doktor war, sondern die Klosettfrau vom Stachus in München. Der Stachus ist gleich da, beim Karl-Valentin-Museum………..
      Jetzt ist das in Gelsenkirchen nicht ganz so einfach zu verstehen – ich weis. Aber kommen Sie mal nach Bamberg und nach dem 10. Bier, verstehen Sie das dann auch………….

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      • beamtendumm schreibt:

        Diesen Kommentar von ihnen verurteile ich aufs schärfste. Wie können sie es wagen eine arme Klofrau mit einer evtl. abschreibenden Frau Dr. Dr.auf eine Stufe herabzusetzen. Was hat die Toilettenfrau ihnen getan?
        Ich glaube, nein, bin mir absolut sicher, dass die Toilettenhygienefachfrau jederzeit in der Lage (auf Wunsch sogar dreilagig) wäre, den Sch…haufen eines Amerikaners von einem echten bayrischen Alkoholiker zu unterscheiden.
        Ihr Kommentar war nicht hilfreich. Besonders fehlt mir auch der Hinweis, wann ein Prof. Dr. in Bayern mit einer Armbinde mit drei Punkten ausgezeichnet wird.
        Noch so ein Kommentar und ich werde ihn veröffentlichen!!!

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      • helmutkarsten schreibt:

        Oh‘ NEIIIN! Das wollte ich doch garnicht. Der Frau Strehle wurde ja noch posthum der Dr. Dr. verliehen. Sogar noch ein Ehrendoktor von der Uni-Erlangen. Das kam so:
        1933! Frau Strehle, ihreszeichens Klosettfrau am Stachus, hatte bei der Inventur eine Kiste Sch…….. zuwenig. Das war schlimm. Der Führer hatte nämlich entschieden, dass man ja doch aus Sch……..eine Ersatzbutter herstellen könnte. Die Kiste musste wieder her….. Frau Stehle hat unermüdlich nach der vermissten oder geklauten Kiste gesucht. In 1945 hat sie die Kiste endlich wiedergefunden. WO genau in Franken? Das Geheimnis hat sie mit ins Grab genommen………..

        Seither arbeiten die Dr. Psych. in Erlangen nur noch an Geschmack und Farbe der neuen
        VOLKSBUTTER !

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      • beamtendumm schreibt:

        Da haben Sie die Kurve ja gerade noch gekriegt und die Ehre aller Toilettenfrauen außerhalb der UNI-Klinik Erlangen wieder hergestellt.

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  3. Helmut Karsten schreibt:

    Zwei und zwei ist vier ! Das habe ICH jetzt abgeschrieben. Aber ich darf das, denn ich bin der Dr. bay. Karsten. Außerdem hat’s der Talibernd AUCH abgeschrieben. Vom Adam Riese. Auch ein Hochbayer, hier aus Franken – der Adam Riese, mein ich. Jetzt ist es doch folgendermaßen:
    „Immer mehr selbstständige beziehen HARTZ4“. Das reicht doch schon.
    Weil ich mir selbst, schon vor der ersten Tasse Kaffee weh tun will, habe ich den Newsfeed der Süddeutschen abonniert. Ich will mich mit geistiger Sch….. bewerfen lassen, noch bevor der Tag richtig angefangen hat.
    Was soll hier bezweckt werden?
    Das Märchen vom demokratischen, sozialen Rechtsstaat muss aufrecht erhalten werden. Anders als die von vorneherein unabhängige, äh unantastbare Justiz, kann man (noch) am Ansehen der Politik etwas kratzen. Um dem gleich im Ansatz entgegenzutreten, müssen feindähnliche Bilder geschaffen werden. Als ich den Newsfeed las, sagte irgendetwas in mir gleich: „SIEHSTE! Jetzt gibt sich der saufende, rauchende HARTZ4-Schmarotzer schon als selbstständiger Geschäftsmann aus!“ Nööö, das habe ich nicht gesagt, aber SO KOMMT ES AN !

    Mehr war ja garnicht beabsichtigt. Zwei und zwei ist vier…………..Fertig !

    Mir gefällt immmer die Verlautbarung der Summe von XXX-Milliarden, die in die Sozialprogramme fließen. Niemand erwähnt, dass die gegebene Summe auch die Gehälter und (Früh)Pensionen derer beinhalten, die an der Verwaltung der Sozialprogramme mitarbeiten………..
    Der ERSTE Hartz4-Empfänger sitzt HINTER dem Schreibtisch.

    Aber diese Information und Erkenntnis weiterzugeben, ist ja garnicht beabsichtigt.

    Bis vor ein paar Jahren habe ich geglaubt, dass durch die neue enorme Geschwindigkeit der Datenflut, so manchem Journalisten garnichts anderes übrig geblieben ist, als Headlines einfach mal abzuschreiben, nur um die Nase vorn zu behalten. Vielleicht war’s ja auch mal so.

    Mittlerweile hat sich die Erkenntnis verfestigt, dass außer abschreiben, bei der Presse nichts mehr läuft. Unsere Presse hat uns beschissen, betrogen und verkauft. Sogar in den mittleren 30’er Jahren gab’s noch Schreiberlinge, die mit dem Leben für den presse- und Informationsauftrag gestorben (wurden) sind. Wo sind die „Augsteins“, die sich von Franz Josef Strauß (Hilfe! auch ein Bayer – war der auch Dr.? Der war sogar Dr. Dr.) verhaften ließen. Warum? Weil sie Schichten abgehobelt haben. Wo sind sie?

    Ich sag’s ihnen: Gisela Friedrichsen hat sie gefressen!

    Aber fast mehr noch interessiert mich die Frage: Wenn’s noch mutige Schreiberlinge gäbe,

    WO SIND DÌE LESER ?

    P.S. Am Montag ist meine neue Zivilverhandlung, LG-Bamberg 20.06.11, 16:00 Uhr. Ich werde mal den „Fränkischen Tag“ anmailen (wird wahrscheinlich umsonst sein). Möglich dass ich über facebook ein paar Leute hinterm Ofen vorlocken könnte? Ich weis nicht……….. Es wird das Gutachten zur Sprache kommmen und die erwiesenen Falschaussagen. Ein paar Prozessbeobachter könnten dann exklusiv berichten darüber, dass man im LG-Bamberg ab jetzt LÜGEN darf…….
    http://www.helmutkarsten.de >> Gutachten der Uni-Erlangen >> Zivilprozess und Urteil >> Prozessbetrug im Zivilprozess

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