Freiburg: 1000 € für den Arsch einer Polizeioberkommissarin.

Manchmal ist es schon ziemlich laut am Augustinerplatz. Besonders am Wochenende. Und dies nicht unbedingt zur Freude der Anwohner. So war es auch im Mai 2011, als noch nach Mitternacht Bierflaschen flogen, und aus Aktivboxen Techno dröhnte.

Ein Anwohner fühlte sich gestört, und hatte bereits mehrfach versucht die Polizei zu erreichen. Über 1 h habe er telefonisch versucht die Polizeiwache Freiburg Nord zu erreichen, aber immer sei er weggedrückt oder vertröstet worden. “Beweg deinen Arsch hierher “, soll der 51 jährige am Telefon zu der Polizeioberkommissarin gesagt haben, die an diesem Samstag Dienst in der Funkzentrale hatte.

Etwas anders schildert er den Vorfall. “Es muss jetzt jemand seinen Arsch hierher bewegen”, will er gesagt haben. Damit habe er aber keinesfalls die Beamtin persönlich beleidigt, wie dies die Staatsanwaltschaft ihm vorhält. Empört ist der über das Verfahren, denn: “ich bin der eigentliche Geschädigte und werden noch verfolgt – dafür wendet die Polizeizeit auf, die sie angeblich nicht hat. “

Die 36 jährige Beamtin sagte aus, der Anrufer habe direkt ins Telefon geschrieben. Sie habe den Anruf sofort auf „laut“ gestellt, damit ein Kollege mithören konnte. Sie will sich genau an den Wortlaut erinnern. Sie habe sich persönlich, aber auch als Polizeibeamtin, betroffen gefühlt.

Es ist schon sehr verwunderlich, dass eine Polizistin ein Telefongespräch auf “mithören” stellen muss, um Zeugen zu haben. Normalerweise sollte man doch davon ausgehen, dass Notrufe aufgezeichnet werden. Das ist eigentlich der technische Standard. Und dann sollte es doch auch möglich sein, den Anruf im Gericht als Beweis anzuhören. Oder wurde auf diesen Beweis bewusst verzichtet, weil die Wortwahl vielleicht doch so war, wie von den Bürger geschildert? Denn es ist natürlich ein Unterschied ob ich zu einer Beamtin sage: “Beweg (du) dein Arsch hierher, oder ob jemand sagt: “Es muss jetzt jemand seinen Arsch hierher bewegen “. Denn mit dem letzten Satz ist natürlich nicht die Polizistin persönlich gemeint und ich kann darin auch keine Straftat erkennen.

Die Richterin meint, (oh Wunder) die Aussagen der Polizistin und ihres Kollegen, seien glaubhaft. Sie verurteilte den Angeklagten zu 40 Tagessätzen ab 25 €. Gegen die Geldstrafe in Höhe von 1000 € kündigte der Bürger unmittelbar Rechtsmittel an.

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2 Antworten zu Freiburg: 1000 € für den Arsch einer Polizeioberkommissarin.

  1. WernerSG schreibt:

    1.000 Euro Strafe für eine vermeintliche Beleidigung ? Wie ist da die Verhältnismäßigkeit gewahrt, wenn, wie kürzlich in einer Harzer Zeitung nachzulesen war, wie lächerlich gering die Strafe für einen Geschäftsführer, der per Raserei einen jungen Mann tot gefahren und zwei weitere Menschen schwerverletzt hat ? Die Strafe war in ähnlicher Höhe. Sind Tote und Schwerverletzte so wenig und Beleidigte so viel wert, daß die Strafe annähernd gleich hoch bemessen wurde?

  2. Mike-the-Byke schreibt:

    Hi,

    wenn der Freiburger die POM nicht geduzt, sondern wie sichs gehört gesiezt hätte … hat er aber nicht. Insofern soll er den €-Riesen als “Lehrgeld” abdrücken und NIE WIEDER´n DEUTSCHEN BEAMTENARSCH BEIDERLEI GESCHLECHTS DUZEN;-)

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