Warum ich heute doch keinen Strafantrag gegen die Polizei /Polizeipräsident stellen musste.

Wer öfters auf dieser Seite ist, wird sich wahrscheinlich erinnern. Im Februar 2010 war ich bei der Polizei und wollte Strafantrag gegen Beamte des Folterknast Gelsenkirchen aufgeben. Der Polizist weigerte sich jedoch die Anzeige aufzunehmen. Daraufhin schrieb ich den Polizeipräsident an und als dieser in der gesetzten Zeit nicht wie gefordert reagierte, beantragte ich eine gerichtliche Verfügung gegen den Polizeipräsidenten.

Dies war nicht ganz einfach. Erst teilte mir das Amtsgericht Gelsenkirchen mit, dass das AG nicht dafür zuständig sei, sondern das Verwaltungsgericht. Dann teilte mir ein Richter des Verwaltungsgericht Gelsenkirchen mit, dass das Amtsgericht für das Verfahren zuständig sei.

Im Juli 2010 bekam ich dann einen Beschluss des Amtsgericht Gelsenkirchen-Buer.

Mit dem Beschluss des AG fuhr ich am 22.7.2010 zur Polizeiwache Gelsenkirchen. Als Zeugin begleitete mich Monika aus Bochum. An diesem Tag konnte ich die Anzeige problemlos aufgeben.

Jetzt brauchte mein Anwalt das Aktenzeichen der Staatsanwaltschaft oder die Tagebuchnummer der Polizei. Mehrere Tage versuchte ich vergeblich die Tagebuchnummer zu erforschen. Erst konnte die Beamtin keine Tagebuchnummer finden. Am nächsten Tag weigerte sich der Beamte N. vom KK12 mir die Tagebuchnummer rauszusuchen. Datenschutz kann nicht der Grund gewesen sein, schließlich handelt es sich bei einer Tagebuchnummer nicht um persönliche Daten. Beim nächsten Anruf versuchte die Beamtin zwar die Tagebuchnummer zu finden, erklärte dann aber, dass es im Juli keine Anzeige von mir gäbe.

Sollte es das Beamtendumm tatsächlich gewagt haben meine Anzeige verschwinden zu lassen?

Und dies obwohl ich bei der Anzeige sogar eine Zeugin dabei hatte?

Ich ging schon davon aus, dass in dieser unendlichen Geschichte um die Vorfälle im Folterknast Gelsenkirchen (02.2010) ein weiteres Verfahren gegen die Polizei notwendig würde. Aber jetzt hat man die Tagebuchnummer (700.000 – 041.375-10/9) und das Aktenzeiche der Staatsanwaltschaft Essen (23UJs231/10) doch noch gefunden.

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2 Antworten zu Warum ich heute doch keinen Strafantrag gegen die Polizei /Polizeipräsident stellen musste.

  1. Helmut Karsten schreibt:

    What else is new? MEINE Anzeige gegen meine Knastschläger wurde erst nach einer Woche von einem überaus genervten Verkehrspolizisten aufgenommen. Eine Anzeige gegen die JVA (HAHAHA) wurde glattwegs verweigert. Später dann, ich meine so ca. 18 Monate habe ich den Polizisten in der Wache persönlich aufsuchen müssen, um zu erreichen, dass die Akte überhaupt zur StA-schaft kam. Jedoch die Schutzbehauptungs-Anzeigen der beiden Knastschläger wurden bearbeitet. Erst auf meine Drohung mit einer Anzeige wg. Strafvereitelung im Amt, wurde die Akte weiterbefördert, -bearbeitet. Wie die Vertuschung weiterging? >> Folterzelle 222.

    Guter Anwalt, (werde ich mir merken) aber es ist in ähnlichgelagerten Fällen immer dergestalt, dass man in einem ‘Schlammloch’ strampelt. Je mehr man strampelt, desto tiefer……
    Jedenfalls sind Sie beide nicht auf die Ablenkungsstrategie reingefallen. Bevor in Ihrer Sache irgendwas passiert, sollte doch zuerst die Ursprungssache behandelt werden.

    Ich erhoffe doch selbst eine Anklage, damit ich die Ursprungssache(n) wieder anprangern kann. Es passiert aber nix. DAS soll ja vermieden werden.

    • beamtendumm schreibt:

      Es ist schön (oder irgendwie auch nicht), dass andere meine Berichte, Erfahrungen und Erlebnisse bestätigen können (bzw. leider bestätigen müssen).

      Das Beamtendumm, die Justizmafia, die Polizei, die Politik, diese Republik ist wirklich so, wie sie hier geschildert wird.

      Manchmal frage ich mich, haben eigentlich alle Politiker in dieser Republik am 20.April Geburtstag?

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